Alles Hoffen und Bangen könnte vergebens gewesen sein. Die Annullierung der Oberliga-Saison 2020/21 wird immer wahrscheinlicher.

Die zuletzt stark ansteigenden Inzidenzwerte auch in Baden Württemberg hatten für den Amateursport schon im Vorfeld der gestrigen Bund-Länder-Konferenz nichts Gutes erahnen lassen. Dies hat sich nun leider bestätigt, der Lockdown wird bis 18. April fortgesetzt. Für die geplanten Öffnungen des Breitensports setzte die Bund-Länderkonferenz ein Stoppschild.

Frühestens könnte das Training also am 19.04. starten. Das bedeutet, dass die vier Wochen Vorbereitungszeit, die es nach einer solch langen Spielpause bedarf, nicht mehr bis zum letztmöglichen Saison-Restart am 09. Mai nicht mehr umsetzbar ist.

Und selbst bei einer verkürzten Vorbereitungsphase erscheint die Umsetzung der komplexen Öffnungs-Vorlage im lokalen Kontext kaum in der Breite möglich. Sprich, es ist wenig realistisch, dass alle der zahlreichen Städte und Kreise, die einen Oberligisten beheimaten, stabil unter dem festgelegten Inzidenz-Höchstwert liegen werden. Man kann es also drehen und wenden wie man möchte, eine Fortsetzung der Saison ist nach aktuellem Stand leider sehr unwahrscheinlich.

So sieht es auch Marcel Busch, der Trainer unserer Pichterich-Elf: „Wenn es nicht möglich ist, den Restart der Saison nach hinten zu verschieben, sprich der 09.05. tatsächlich der späteste Termin ist, an dem wieder gespielt werden müsste, dann fehlt mir schlichtweg die Fantasie dafür, wie das funktionieren soll.“

Den Coach unserer Oberliga-Elf beschäftigt darüber hinaus aber auch, mit welchem Modell bei einer Annullierung die nächste Saison bestritten werden soll. „Schon diese Spielzeit war mit 21 Mannschaften ein Himmelfahrtskommando. Keine Ahnung, wie das gehen soll, wenn nun auch noch Absteiger aus der Regionalliga hinzukommen.“

Aus den Worten von Marcel Busch spricht auch eine Portion Frustration: „Frust nicht auf den Verband, sondern wie jeder in Deutschland auf die Gesamtsituation. Meine beiden Kids hatten das Glück genau eine Woche wieder kicken zu können und es war toll zu sehen, wie glücklich sie das gemacht hat. Die aktuelle Lockdown-Situation ist einfach hart für alle.“

Aufgrund der aktuellen Kontakt-Beschränkungen trainieren seine Spieler derzeit weiterhin in eigener Verantwortung. „So lange wir kein Ziel haben, auf das wir hintrainieren können wird das auch so bleiben“, sagt Marcel Busch. Schon im ersten Lockdown hat sich gezeigt mit welch hoher Eigenverantwortung die Akteure dabei agieren. Sobald eine fixe Öffnungskonstellation vorliegt, wird dann  wieder gemeinsam trainiert.

Am kommenden Freitag findet die nächste Videokonferenz der Oberliga statt, wo sicherlich das perspektivische weitere Vorgehen besprochen wird. Der Württembergische Fußballverband teilte heute in einer Presseerklärung mit: „Mit den gestrigen politischen Entscheidungen wird es immer unwahrscheinlicher, dass der Spielbetrieb im Amateurfußball nach einer angemessenen Vorbereitungszeit bis zum 9. Mai wieder aufgenommen und die Saison 2020/21 zu einem sportlichen Abschluss gebracht werden kann. Der Beirat des Württembergischen Fußballverbandes wird in seiner Sitzung am 9. April darüber beraten, ob eine Fortsetzung der laufenden Spielzeit und damit eine sportliche Wertung noch realistisch ist, oder ob die Meisterschaftsrunden im Amateurfußball annulliert werden müssen.“

Aktuell heißt es für den Amateurfußball also weiterhin abwarten – vielleicht geschieht ja doch noch ein kleines Wunder.