Riccardo Stadler ist den NSU-Fans vor allem als Stürmer unseres Oberliga-Teams bekannt. Aufgrund seines beruflichen Backgrounds als selbständiger Sport – und Bewegungstherapeut konnte nun auch eine Zusammenarbeit mit unserer Jugendabteilung realisiert werden. Ab sofort ist Riccrdo Stadler der neue Athletiktrainer im Neckarsulmer Juniorenbereich.

Heinz Busch hat sich mit Riccardo Stadler über seine Aufgabe unterhalten:


Riccardo, bisher kennt man Dich vor allem als Spieler unserer Oberliga-Mannschaft. Nun bist du auch in der NSU- Jugend mit. Wie kam es dazu?

R.S.: Der Kontakt ist über unseren Coach Marcel Busch entstanden. Bei einem Austausch erzählte ich ihm, dass ich selbständig als Sport- und Bewegungstherapeut arbeite. Da ich bereits individuell als Athletiktrainer für einige Spieler aus verschiedenen Vereinen aktiv war/bin, entstand der Übergang zum Athletiktrainer der NSU-Jugend.

 

Was sind Deine Aufgaben und wie hast Du Dich für diesen Teilbereich vorbereitet oder entwickelt?

R.S.: Ich bin für die C-, B- und A-Jugend als Athletiktrainer zuständig. Dabei coache ich ein wöchentliches Zusatztraining für die einzelnen Mannschaften mit dem Ziel der Steigerung des Leistungsvermögens sowie der Verletzungsprävention, um so sowohl die Spieler als auch den Verein erfolgreicher zu machen.

Von welchen eigenen Erfahrungen können unsere Nachwuchsspieler profitieren?

R.S.: Durch meinen Master in Sportwissenschaften, Erfahrungen in der Manuellen Trainingstherapie/Sporttherapie und Bewegungstherapeutischen Maßnahmen, beispielsweise in der betrieblichen Gesundheitsförderung, habe ich mir bereits ein breites Wissen angeeignet.

Ich hatte in der Jugend selbst mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Aus diesen physischen, aber auch psychischen Erfahrungen und folglich meinem geweckten Interesse an der Myoreflextherapie in Heidelberg konnte ich über die Zeit viel erlernen. Rückblickend haben mir meine Verletzungen nun geholfen, meine Selbständigkeit als Sporttherapeut zu beginnen. Als angehender Myoreflextrainer versuche ich dabei die Trainingsinhalte des Trainings mit dem ganzheitlichen und präventiven Ansatz der Therapie abzustimmen.

 

Welche Schwerpunkte wirst Du in den Trainingseinheiten setzen?

R. S: Jede Sportart hat unverkennbare Bewegungen, die immer wiederholt werden und dadurch eine gestörte Muskel- und Bewegungsgeometrie verursachen. Diese erhöhen das Verletzungsrisiko drastisch. Diesen Dysbalancen der Bewegungsgeometrie versuche ich sportartspezifisch entgegenzuwirken mit dem Ziel der Verbesserung der konditionellen Fähigkeiten und gleichzeitigen Verletzungsprophylaxe.

Das Ziel ist nicht eine bestimmte Fähigkeit maximal auszuprägen, sondern diese zu optimieren. Wir wollen auch alle konditionellen Fähigkeiten optimal entwickeln, nicht maximal. Ansonsten werden Überbelastungen provoziert.

Die Schwerpunkte werden zum einen abhängig von der Saisonphase und zum anderen von der Altersklasse variieren. In der Vorbereitung werden Grundlagen der Kraftausdauer im Vordergrund stehen, während im Laufe der Saison zunehmend schnellkraftorientiert trainiert wird. Immer im Fokus steht eine gleichmäßig ausgeprägte Rumpfmuskulatur- und Stabilität.

 

Wie verändern sich die Schwerpunkte in den einzelnen Altersgruppen?

R. S: Ab der C-Jugend gewinnen die athletischen Inhalte aus entwicklungstechnischen Gründen zunehmend an Bedeutung. Spieler werden empfänglicher für ein vorsichtiges Krafttraining mit Fokus auf eine systematische Stabilisation und der Vermeidung muskulärer Dysbalancen. Ein Fokus liegt auf koordinative Bewegungsprogramme, aufgrund neuer Längenverhältnisse des Spielfelds und Bewegungsabläufe der Spieler. Spieler der B-Jugend hingegen entwickeln besonders gut Kraftfähigkeiten, da die körperlichen Bedingungen optimal sind um die Motorik gezielt zu verbessern. In der A-Jugend ist das vorrangige Ziel, die Spieler an die Belastungsanforderungen des Herrenfußballs heranzuführen.

 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Trainern der einzelnen Altersgruppen?

R. S: Wir werden uns zeitnah gemeinsam zusammensetzen und uns über die genauen Trainingsabläufe absprechen.

 

Auf was freust Du Dich am meisten?

R. S: Wie jeder Sportler freue mich sehr darauf, wenn es nach dieser langen Pause wieder losgeht. Ich bin mir sicher, dass in allen Abteilungen und Jugend-Teams die Motivation sehr hoch ist. Das ist der Grundstein für ein jedes gutes Training.

 

Woran machst Du den Erfolg Deiner Arbeit fest?

R. S: Mein Ziel ist es sportartspezifische Bewegungsmuster zu optimieren und dabei gleichzeitig Verletzungen vorzubeugen. Ich will die Spieler in ihren athletischen Fähigkeiten verbessern und gleichzeitig die Chance steigern verletzungsfrei zu bleiben.
Mein persönlicher Erfolg ist automatisch gekoppelt mit gesünderen Spielern, die leistungsfähiger sind und individuell, aber auch mannschaftsspezifisch erfolgreicher sind.

 

Du hast vorhin Deine Selbständigkeit erwähnt. Trainierst Du ausschließlich Fußball-Mannschaften?

R. S: Durch die Sport-Union arbeite ich jetzt tatsächlich mehr mit Fußball-Mannschaften. Jedoch trainiere ich auch einige Sportler und Sportlerinnen individuell. Durch das Individual-Training unterstütze ich sie dabei ihre sportartspezifischen Dysbalancen auszugleichen und ihre gesteckten Ziele zu erreichen.

 

Wie kann man Dich für ein Individualtraining kontaktieren?

R. S: Am einfachsten bin unter info@movement-coaching.de zu erreichen. Zudem über meine Website movement-coaching.de, welche zeitnah online geht und über sportwissenschaftliche Themen diskutiert.
Ich selbst freue mich auf jede neue Anfrage und bin stets gewillt den Sportler*innen die benötigte Unterstützung zu geben, um ihre Ziele zu erreichen.

 

Danke Ricardo für dieses Interview und viel Freude und Erfolg bei Deiner neuen Aufgabe.