Vor dem Spiel gegen den SV Oberachern hatte NSU-Coach Marcel Busch von seiner Mannschaft gefordert, aus einem guten Rückrundenstart einen sehr guten zu machen. Sprich, nach dem überraschenden Auswärtsdreier in Nöttingen vor einer Woche, sollte ein Heimsieg gegen das Team aus der Ortenau nachgelegt werden. Und genau das gelang der Pichterich-Elf, der 1:0-Sieg gegen Oberachern war am Ende auch insgesamt verdient.

Inzwischen ist man in Neckarsulm fast geneigt, den SV Oberachern als eine Art Lieblings-Heimgegner zu bezeichnen. Vier Spiele – vier Siege, so lautet die Heimbilanz zugunsten der NSU. „Ich weiß nicht, warum wir uns in Neckarsulm immer so schwer tun“, sagte SVO-Trainer Marc Lerandy nach dem Abpfiff. Heute hat uns die letzte Galligkeit gefehlt, vor allem im Angriff.“ In zwei Spielen nach Rückrundenstart blieb seine Mannschaft bislang torlos.

Auf dem Kunstrasenplatz in Dahenfeld sahen die rund 250 Zuschauer eine für diesen Untergrund typische Begegnung. Es gab viele giftige Zweikämpfe, eine hohe Intensität und aufgrund der Enge des Platzes nur bedingt spielerische Highlights. Es waren andere Tugenden gefragt, grundsätzliche Dinge wie Einsatz, Leidenschaft, Zweikampfhärte. Mit dem Selbstvertrauen von Nöttingen im Rücken, stimmte bei unserer Sport-Union erneut das Gesamtkonstrukt. Es war abermals eine stabile Neckarsulmer Einheit auf dem Platz, die mit großer Disziplin und taktischem Geschick den starken Tabellenvierten nur selten zur Entfaltung kommen ließ.

Gleich zu Beginn des Spieles hatte die Pichterich-Elf zudem auch das nötige Spielglück. Nach vier Zeigerumdrehungen hatte Demerveay Sheron NSU-Keeper Marcel Susser bereits überwunden, doch der zurückgeeilte Tobias Fausel klärte den strammen Schuss akrobatisch auf der Linie.

In der 14. Minute folgte die erste Offensivaktion der Gastgeber. Mert Öztürk hatte sich fein auf der rechten Seite durchgespielt, seine Flanke beförderte Nico Charrier sehenswert per Seitfallzieher in Richtung SVO-Gehäuse, doch Constantin Schmittheissler parierte grandios. Eine tolle Aktion von beiden.

In der Folge plätscherte die Begegnung ohne weitere nennenswerten Offensivaktionen zunächst etwas dahin, ehe die NSU nach einer halben Stunde dominanter wurde. In der 32. Minute verpasste Steven Neupert einen Kopfball von Marc Mägerle am langen Pfosten denkbar knapp, sechs Minuten später verfehlte ein Schuss von Mert Öztürk vom rechten Strafraumeck das Ziel.

Auch der zweite Durchgang begann mit einer Neckarsulmer Chance. Nach einem langen Pass kam Nico Charrier an das Spielgerät, traf dieses jedoch, von einem Gegenspieler bedrängt, aus kurzer Distanz nicht richtig. Drei Minuten später legte der agile Charrier für Pasqual Pander auf, der Neckarsulmer Torjäger scheiterte aus spitzem Winkel am stark parierenden Schmittheissler.

In der 58. Minute war es dann Maxi Gebert der den Bann brach und die inzwischen verdiente Neckarsulmer Führung erzielte. Mert Öztürk hatte sich zuvor stark durchgesetzt, seinen grandiosen Pass verwertete Gebert eiskalt aus 14 Metern zum inzwischen verdienten 1:0 für die NSU. „Mert hat den Ball perfekt auf mich durchgesteckt“, lobte der Torschütze seinen Passgeber.

Nur drei Minuten später die nächste Neckarsulmer Großchance. Nach einem grandiosen Spielzug legte Maxi Gebert mustergültig in die Mitte zu Nico Charrier, der jedoch aus kurzer Distanz an Schmittheissler scheiterte. In der 65. Minute traf der Neckarsulmer Stürmer zudem das Außennetz. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir das 2:0 erzielen“, gab NSU-Coach Marcel Busch nach dem Abpfiff zu.  Doch da der erlösende zweite Treffer nicht fallen wollte, blieb das Spiel spannend.

Hinzu kam, dass Oberachern mit einem Dreifach-Wechsel 20 Minuten vor dem Ende seine große Schlußoffensive einleitete. „Ihr müsst wieder mehr machen“, schrie Marcel Busch zehn Minuten vor dem Abpfiff aufs Feld. Die Gäste aus der Ortenau hatten nun erheblich mehr Ballbesitz, spielten sich auch oftmals über die Außenbahnen bis auf die Grundlinie durch, doch der letzte Pass, die letzte Flanke kam nicht an. Dies lag auch an der durchgängig aufopferungsvollen Abwehrarbeit der Sport-Union um die starken Innenverteidiger Tobias Fausel und Marc Mägerle.

Sechs Minuten vor dem Ende dann abermals Haareraufen bei den NSU-Fans. Einen toll getretenen Freistoß von Serhat Ayvaz aus 35 Metern ließ Schmittheissler nach vorne abklatschen, den Abpraller von Marc Schneckenberger lenkte der SVO-Goalie zunächst an die Querlatte. Von dort gelangte das Spielgerät zu Pasqual Pander, dessen Versuch aus fünf Metern auf der Linie geklärt wurde. „Da macht man sich schon seine Gedanken, ob das vom Gegner noch bestraft wird“, sagte Maxi Gebert ob der mangelhaften Chancenverwertung seiner Mannschaft.

Doch letztendlich reichte es für die NSU zum wichtigen Dreier. „Ich denke der Sieg war auch verdient“, analysierte Marcel Busch zurecht. Sein Gegenüber Mark Lerandy, mit dem Busch einst in Pfullendorf zusammengespielte, meinte: „Das war insgesamt ein schlechtes Oberliga-Spiel.“ Der Oberacherner Erfolgs-Trainer fügte mit einem Schmunzeln an: „Aber wenn ich schon verliere, dann am liebsten gegen Marcel.“

Grund sich zu ausgiebig über den Dreier zu freuen gibt es für unsere Pichterich-Elf allerdings nicht. Die Oberliga zeigt sich im hinteren Drittel weiterhin extrem ausgeglichen, die Tabellensituation ist wahnsinnig eng. Daher heißt es nun Kräfte sammeln für das schwere Auswärtsspiel am kommenden Samstag beim TSV Ilshofen.

NSU: Susser, Romano, Mägerle, Fausel, Seybold (67. Bellanave), S.Neupert, Schneckenberger, Gebert, Öztürk, Pander (90. Islamaj), Charrier (82. R. Neupert).