Die Coronakrise hat uns weiterhin fest im Griff. Inzwischen wurden umfangreiche Verhaltensmaßnahmen erlassen, die großen Einfluss auf das öffentliche Leben haben. Wichtig ist vor allem die Infektionen zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Daher nochmals auch die Bitte von uns: Bitte bleibt zu Hause.

Auch der Fußball ruht im ganzen Land komplett, Verantwortliche zahlreicher Vereine haben sich bereits zu Wort gemeldet. Doch wie geht es eigentlich den Spielern in der aktuell schwierigen sportlichen und gesellschaftlichen Situation? Wir haben diese Frage unserem Mittelfeldspieler Maxi Gebert gestellt. Hier ist das Interview mit unserer Nummer #13.

Maxi, erste Frage natürlich, wie geht es Dir aktuell?

M. G.: Ich fühle mich glücklicherweise gut und gesund. Ich halte mich an die Beschlüsse der Politik und sitze gerade mit meiner Frau zu Hause.

Inzwischen ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb aufgrund der Corona-Krise seit rund 2 Wochen. Wie gehst Du damit um?

M. G.: Das ist wirklich extrem ungewohnt für mich, normal gibt es solche langen Pausen ja nur im Sommer oder im Winter. Dass wir jetzt aber mitten in der Saison nicht spielen ist neu und sehr speziell. Zum Glück haben unsere Verantwortlichen und das Trainer-Team sehr schnell reagiert und uns ein Lauf-Programm an die Hand gegeben. Das war sehr wichtig für den nun eingetretenen Fall, dass die Sportanlagen gesperrt werden und größere Menschenansammlungen verboten sind. Das Krisenmanagement der NSU-Verantwortlichen ist wirklich sehr gut.


Fehlt Dir der Fußball?

M. G.: Brutal. Ich muss wirklich zugeben, er fehlt mir mega. Vor allem vermisse ich auch die Jungs, die ich ja ansonsten 4-5 mal pro Woche beim Training oder Spiel sehe. Es fehlen zudem die bekannten täglichen Abläufe und Rituale, zum Beispiel nach der Arbeit ins Training zu gehen. Das kann man kurzzeitig sicher kompensieren, aber mit zunehmender Dauer wird das immer schwieriger. Es fehlt einfach der Ausgleich, das merkt man leider auch sehr an meiner Laune. Ich bin derzeit für meine Frau sicher sehr anstrengend (lacht), zum Glück ist sie sehr ausgleichend und damit sehr wichtig für mich.


Wie haltet Ihr Spieler denn aktuell den Kontakt untereinander und wie wirkst Du als Führungsspieler auf Deine Mitspieler in der aktuellen schwierigen Situation ein?

M. G.: Wir haben unsere WhatsApp-Spielergruppe, in der wir uns intensiv austauschen und miteinander kommunizieren. Wir telefonieren auch regelmäßig per Facetime. Es herrscht momentan bei uns eine große Ungewissheit, wie es sportlich weitergeht. Wird noch einmal gespielt, oder wird die Saison abgebrochen. Wenn ein Abbruch erfolgt, wie wird die Saison gewertet? Bleiben die Sponsoren an Bord? Auch die Gehälter sind natürlich ein Thema in der Mannschaft.  Das alles schwirrt in unseren Köpfen herum. Am meisten beschäftigt uns jedoch die sportliche Situation und wie es weitergeht.


Hast Du Kontakt zu Spielern anderer Oberligisten? Über was tauscht man sich da so aus?

M. G.: Ich habe heute Morgen mit einem Führungsspieler des FSV Hollenbach gesprochen. Dort steht man vor denselben Problemlagen, die Spieler belasten dort die gleichen Themen. Mit anderen Oberliga-Akteuren hatte ich hingegen noch keinen Kontakt.

Was denkst Du, wie wird sich die aktuelle sportliche Situation entwickeln? Wird weitergespielt, oder gibt es einen Ligaabbruch?

M. G.: Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass in dieser Saison nochmals gespielt wird. Ich habe den Eindruck, dass wir den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht haben, daher habe ich wenig Hoffnung, dass der Ball nochmals rollt in dieser Spielzeit. Auch wenn ich natürlich hoffe, dass die getroffenen Maßnahmen schnell greifen werden. Aber es ist ja auch so, dass wir dann nicht sofort wieder den Spielbetrieb aufnehmen können. Zwar sind die konditionellen Grundlagen vorhanden, nicht aber die fußballerischen. Ein gewisser Vorlauf ist aus meiner Sicht daher notwendig.

Das Problem bei einem Abbruch ist, was macht man dann mit der aktuellen Saison, nach 22 absolvierten Spieltagen? Aus meiner Sicht wäre die sinnvollste Lösung, die Saison zu annullieren und in selber Team-Zusammensetzung im Sommer neu zu beginnen. So eine Situation hatten wir noch nie und ich weiß, wie schwer es von Verbandsseite ist, hier eine Entscheidung zu treffen. Das Szenario, wie es weitergehen könnte, beschäftigt uns derzeit wirklich sehr.

Zurück zur aktuellen Corona-Situation. Was möchtest Du den NSU-Fans noch mit auf den Weg geben?

M. G.: Ich wünsche Euch Allen und Euren Familien natürlich viel Gesundheit. Bitte bleibt zu Hause und schützt damit Euch aber auch die Menschen, die den Risikogruppen angehören. Ich gebe zu, dass ich den Coronavirus am Anfang auch unterschätzt habe, doch inzwischen nehme ich die Situation wirklich sehr ernst. Bitte haltet Euch an die aktuellen Regelungen und reduziert Eure sozialen Kontakte.

Ich hoffe, wir sehen uns möglichst bald wieder auf dem Pichterich und können dann endlich wieder über sportliche Dinge sprechen.

Danke Maxi für diese Worte und bleibe gesund.