Es ist ein wirklich geniales Konzept. Beim „Wings for Life World Run“ laufen Menschen weltweit für den guten Zwecke. Alle Teilnehmer auf dem gesamten Globus starten zur exakt gleichen Zeit und laufen so lange, bis sie das virtuelle „Catcher Car“ eingeholt hat.  Das Rennen dient zudem einen guten Zweck, das Startgeld fließt komplett in die Rückenmarkforschung und hilft somit Querschnittslähmung zu heilen.

Am vergangenen Samstag war es wieder soweit und mit Marc Mägerle war auch ein Spieler unseres Oberliga-Teams mit dabei. „Ich fand das Format schon länger gut, da der Lauf jedoch meist im Mai stattfand, also in der entscheidenden Phase einer Fußball-Saison, konnte ich nie mitlaufen“, so Marc Mägerle. Diesmal sorgte der Corona-Virus für eine Spielunterbrechung und der Neckarsulmer Innenverteidiger entschied spontan, abends auf der Couch liegend, dieses Mal an den Start zu gehen.

Gesagt, getan. Schnell war Marc auf der entsprechenden App registriert und ging in Fellbach an den Start. Den Kopfhörer hatte er dabei immer im Ohr, hielt ihn die App doch auf dem Laufenden, wie viele Kilometer er schon gelaufen, und wie weit das virtuelle Jäger-Auto noch entfernt ist.

Auch dank seiner Freundin Janine, die ihn die gesamte Strecke per Fahrrad begleitete und mit Wasser, Nahrung und Motivationshilfen unterstützte, schaffte Marc Mägerle eine eindrucksvolle Leistung. Hervorragende 23 Kilometer lief er in etwas mehr als 2 Stunden, mit einem Schnitt von 5:17 Minuten pro Kilometer. Eine wirklich starke Leistung. „Ich bin noch nie in meinem Leben so lange an einem Stück gelaufen“, schmunzelt Marc. Wenngleich der Preis dafür hoch war. „Ich konnte nicht mal mehr stehen ohne mich zu stützen. Ich war ständig kurz davor, Krämpfe zu bekommen.“

Vor allem gegen Rennende wurde es richtig hart für unseren Innenverteidiger: „Bis Kilometer 15 lief es ganz gut, dass bin ich vom aktuellen Fußball-Lauftraining ja aktuell gewohnt. Danach musste ich aber über Grenzen gehen. Alles, wirklich alles tat weh“, sagt Marc Mägerle leicht gequält. Vor allem das Laufen ohne vorhandenes Ziel war mental schwierig. Doch die Mühen haben sich gelohnt, unter rund 78.000 Läufern landete Marc am Ende auf Platz 7715. Der Gewinner kam übrigens auf 69 Kilometer, ehe ihn das „Chasing Car“ eingeholt hat. Unfassbar.

Neben der sportlichen Herausforderung reizte Marc Mägerle am „Wings for Life World Run“ vor allem der gute Zweck: „Die Beine sind das wichtigste Körperteil eines Fußballers. Doch wie schnell kann es passieren, dass wir sie nicht mehr benutzen können. Es wäre toll, wenn man Rückenmarkerkrankungen irgendwann heilen könnte.“

Doch kommen wir zum runden Leder: Obwohl erst im Winter nach Neckarsulm gekommen, ist Marc Mägerle bereits voll in unser Oberliga-Team integriert. „Ich habe gegen viele unserer Jungs schon gespielt, cool, dass wir jetzt in einer Mannschaft auflaufen“, freut er sich. Doch Marc Mägerle hat ehrgeizige Ziele bei der NSU:  „Ich bin jetzt 28, das ist meine 4. oder 5. Oberliga-Station und ich möchte nicht nur Fußballspielen, sondern auch Verantwortung übernehmen. Auf und neben dem Platz.“

Und wie geht es mit dem Spielbetrieb weiter? „Das ist wirklich schwierig, ich mache mir viele Gedanken darüber. Natürlich würde sich jeder freuen, wenn wir bald wieder spielen, doch es muss auch gesellschaftlich vertretbar sein. Geisterspiele empfinde ich in der Oberliga als schwer durchführbar.“

Vor allem einen Makel würde Marc Mägerle nur allzu gerne schnell loswerden: „Unser einziges Heimspiel fand ja in Dahenfeld statt, das heißt ich habe noch nie für die NSU auf dem Pichterich gespielt“, sagt der Abwehrrecke mit einem Schmunzeln. „Darüber hinaus ist es gerade nicht leicht als Fußballer, denn es fehlen die Highlights. Das ist, wie wenn ein Kulturliebhaber nicht ins Theater kann. Vor kurzem wäre das Spiel beim VfB II quasi direkt vor meiner Haustüre gewesen. Diese Schmankerl fehlen jetzt einfach.“ Umso näher lag es für Marc Mägerle, beim „Wings für Life World Run“ teilzunehmen. Es hat sich wahrlich gelohnt.