Laute Bässe und noch lauterer Gesang drangen nach dem Spiel in Oberachern aus der Neckarsulmer Kabine. Ausgelassen wie selten feierte eine Jubeltraube in Blau den verdienten 2:0-Erfolg der Sport-Union in der Ortenau. Nach drei Niederlagen in Oberachern zeigte die NSU diesmal eine blitzsaubere Leistung und entführte zurecht alle drei Punkte. „Riesenkompliment an meine Jungs. Das hat heute richtig Format gehabt“, geriet Marcel Busch fast ins Schwärmen.

Der Neckarsulmer Coach musste seine erfolgreiche Mannschaft vom letzten Mittwoch gegen Freiburg allerdings erneut umbauen. Die zahlreichen englischen Wochen forderten ihre ersten Tribute, so mussten mit David Gotovac, Marco Romano und Mert Öztürk gleich drei Akteure der letzten Startelf aufgrund Blessuren ersetzt werden. Die neue Neckarsulmer „Verteidiger-Entdeckung Claudio Bellanave“ (O-Ton Marcel Busch), Marius Klotz und Noah Schorn fügten sich jedoch nahtlos ins Team ein.

Die Sport-Union war in Oberachern von Beginn an hellwach und auch die Gastgeber spielten zunächst mutig nach vorne. So entwickelte sich auf dem engen Platz eine muntere Oberliga-Begegnung. Der Pichterich-Elf gelang es dabei immer wieder offensive Nadelstiche zu setzen. In der 10. Minute ließ die NSU nach einem Eckball eine Dreifachchance ungenutzt, acht Minuten später stürmte Maxi Gebert in Richtung Oberacherner Gehäuse, sein harter und platzierter Schuss aus 20 Metern parierte SVO-Keeper Correntin Schmittheissler grandios.

Nach und nach übernahm die NSU nun die Spielkontrolle und zeigte weiterhin ein atemberaubendes Tempo in ihren Offensivaktionen. Fast folgerichtig gingen die Gäste aus dem Unterland in der 29. Minute in Führung. Nach feinem Spielzug über links flankte Maxi Gebert nach innen, Schmittheissler wehrte das Spielgerät vor die Füße von Philipp Seybold ab, der vom Sechzehnmeterraum trocken ins verwaiste Tor traf – 0:1. „Den habe ich fast ein wenig reingezittert“, beschrieb der Torschütze schmunzelnd seinen Treffer.

Die Führung gab der NSU Sicherheit, die Gastgeber hingegen taten sich auch in der Folge schwer, gefährliche Angriffe zu initiieren, ein Verdienst der konsequenten Neckarsulmer Abwehrarbeit und dem sehr geschicktem Verhalten in der Rückwärtsbewegung. Eine große Chance gestattete die Pichterich-Elf den Gastgeber dann aber doch: In der 39. Minute kam Nicola Leber nach einem Freistoß aus dem Halbfeld an den Ball, sein Kopfball zischte haarscharf über die Latte. Zwei Minuten später drosch Pasqual Pander auf der Gegenseite das Spielgerät nach feinem Solo ans Lattenkreuz.

In der 42. Minute durften die zahlreich mitgereisten NSU-Anhänger dann erneut jubeln. Ein weiterer überfallartiger Angriff, an dessen Ende Steven Neupert nach Pander-Vorlage die Kugel aus 16 Metern in die Maschen zirkelte, sorgte für die 2:0-Führung des Pichterich-Teams. Die NSU war auf dem besten Weg, den zweiten Auswärtssieg der Saison zu feiern.

Zum zweiten Durchgang beorderte Oberacherns Coach Mark Lerandy zwei neue Spieler aufs Feld. Zwar konnte man seiner Mannschaft das Bemühen nicht absprechen, der SVO verbuchte in der Folge auch ein Plus an Ballbesitz, gefährlich blieb allerdings vor allem die NSU. Die Räume, die Oberachern nun bot, nutzte die Sport-Union ein ums andere Mal. Einzig der erlösende dritte Treffer wollte einfach nicht fallen.

Die beste Chance hatte Yannick Eitelkamp, der in Minute 55 nach einer weiteren Pander-Hereingabe frei vor dem Oberacherner Gehäuse den Ball nicht traf. Zudem hielt Schmittheissler einen Kopfball-Torpedo von Maxi Gebert per sensationellem Reflex. „Den habe ich schon drin gesehen“, ärgerte sich die Neckarsulmer Nummer 13.

Oberachern versuchte in der Schlußphase zwar alles, um mit dem Anschlusstreffer wieder ins Spiel zurückzufinden, doch die NSU-Defensive stand weiterhin sicher und Marcel Susser hielt seinen Kasten sauber.

Der Rest war Jubel in Pichterich-blau. Es war ein wirklich beeindruckender Auswärts-Auftritt der Truppe von Marcel Busch, die durch den Dreier von Oberachern mit nun 17 Punkten auf den 6. Platz in der Oberliga-Tabelle vorgerückt ist. „Das einzige was ich heute kritisieren kann ist, dass wir das 3:0 nicht erzielt haben. Ansonsten haben es meine Jungs von der ersten bis zur letzten Minute richtig gut gemacht“, so ein zufriedener Marcel Busch abschließend. Mit Mallorca-Mucke und flugs an einer Tankstelle organisierten Getränken zeigte die Neckarsulmer Delegation auch auf der langen Bus-Rückfahrt eine Oberliga-reife Leistung.

NSU: Susser, Bellanave, Fausel, Klotz, Seybold (80. R. Neupert), Schorn (87. Bauer), Müller, Gebert, Pander (71. Cancar), S. Neupert, Eitelwein (66. Charrier)