Es bleibt dabei, der SGV Freiberg kann ihn Neckarsulm nicht gewinnen. Die Heimbilanz unseres Oberliga-Teams gegen den SGV hielt auch beim 0:0 am gestrigen Freitagabend, wenngleich sich NSU-Coach Marcel Busch  gerne drei anstatt des errungenen einen Punkts gewünscht hätte.

Die ersten Minuten in einem von Beginn an emotionalen und teilweise giftigen Regionsderby gehörten den Gästen aus dem Landkreis Ludwigsburg. Der SGV Freiberg hatte bei empfindlich kalten Temperaturen mehr Ballbesitz, verlagerte teilweise das Spielgeschehen tief in die Neckarsulmer Hälfte. Allerdings kam das Team von Trainer Milorad Pilipovic  in Durchgang eins zu keiner einzigen gefährlichen Torsituation. Das lag auch an der hoch konzentrierten Neckarsulmer Defensivarbeit um den starken Innenverteidigern Tobias Fausel und Marius Klotz.

Die NSU versuchte über schnelle Angriffe für Gefahr zu sorgen, was zunächst nur bedingt gelang. Dennoch hatte unser Pichterich-Elf die beste Chance der gesamten ersten Halbzeit. Nach einer Hereingabe von Shpeijtim Islamaj kam David Gotovac in der Mitte am Elfmeterpunkt zum Abschluss, sein Flachschuss verfehlte das Freiberger Gehäuse um Zentimeter.

Pech zudem für die Sport-Union in der 25. Minute, Mittelfeldmotor Steven Neupert machte Bekanntschaft mit dem Stollen seines Gegenspielers und zog sich eine tiefe Risswunde zu. Für ihn kam der Ex-Freiberger Mert Öztürk in die Begegnung.

Richtig Fahrt nahm die Begegnung dann im zweiten Durchgang auf. Chancen en masse hüben wie drüben, drei Aluminium-Treffer und eine gelb-rote Karte für Freiberg standen für eine aufregende zweite Hälfte.

Wie bereits zu Beginn des Spieles übernahmen die Freiberger zunächst wieder das Kommando. Mehrere hochkarätige Chancen erspielte sich der SGV bis zur 60. Minute. Der ehemalige Neckarsulmer Ouadie Barini scheiterte in der 57. Minute nach einer Lushtaku-Hereingabe aus fünf Metern freistehend per Kopf, eine Minute später traf SGV-Regisseur Hakan Kutlu aus kurzer Distanz nur den Pfosten.

Mit einer guten Möglichkeit von Maxi Gebert in der 60. Minute, der Neckarsulmer Außenbahnspieler zirkelte das Spielgerät aus halbrechter Position knapp über das Tor, änderte sich der Spielverlauf. Die NSU war wieder mittendrin im Spiel und stellte die Freiberger Defensive mit schnellem Umschaltspiel vor Probleme.

So auch in der 65. Minute, als sich eine Spielszene ereignete, die auch lange nach dem Spiel noch für Gesprächsstoff sorgte. Nach einer Flanke von links bekam der Freiberger Marotta das Leder gut sichtbar an den Arm, doch Referee Marc List ließ weiterspielen. Direkt im Anschluss kam das Spielgerät zunächst zu Shpejtim Islamaj, dessen Schuss SGV-Keeper Michalik parierte, den Abpraller setzte Mert Öztürk dann aus zehn Metern an die Unterkante der Latte. Dass der Ball von dort wieder heraussprang und nicht ins Netz ging stand so etwas wie sinnbildlich für die aktuelle Neckarsulmer Situation.

In der Folge wollten beide Mannschaften den Sieg und zeigten auf schwierigen Platzverhältnissen eine spannende und rassige Oberliga-Begegnung. In der 75. Minute hatte der Freiberger Kaiser die Chance zur Gästeführung, schoss aus fünf Metern jedoch in den Neckarsulmer Nachthimmel. Im direkten Gegenzug zog Mert Öztürk aus 16 Metern ab, seinen Flachschuss fischte Michalik aus dem linken Toreck. Drei Minuten vor dem Ende dann Glück für die NSU, Keeper Luca Böhringer lenkte einen Schuss von Simon Klostermann aus kürzester Distanz reaktionsschnell an den rechten Pfosten.

In der Nachspielzeit sah dann noch Freibergs Denis Zagaria für ein rüdes Einsteigen die gelb-rote Karte.  Es war der Schlusspunkt einer Begegnung in der beide Teams den rund 350 Zuschauern eindrucksvoll demonstriert haben, dass in ihnen, trotz der jeweils aktuellen Sieglos-Serien, erheblich mehr Potential steckt, als der aktuelle Tabellenplatz aussagt.

NSU: Böhringer, Gotovac, Fausel, Klotz, Seybold, Müller, Schneckenberger (80. Ayvaz), S. Neupert (25. Öztürk), Gebert, Islamaj (74. Stadler), Pander