Am kommenden Samstag gehen wir wieder auf Oberliga-Reise, der Spielplan führt uns diesmal in den schönen Schwarzwald zum FC 08 Villingen. Doch Augen für die in der Tat beeindruckend schöne Landschaft wird unser Reisetross sicher nicht haben, im Gegenteil. Die sportliche Herausforderung beim FC 08 ist dermaßen groß, dass sie der vollen Fokussierung unserer Pichterich-Elf bedarf.

Bevor jedoch die Vorbereitung auf das kommende Spiel begann, musste zunächst das letzte aufgearbeitet werden. Die 0:3-Heimniederlage gegen Ilshofen sorgte im Neckarsulmer Lager für größeren Redebedarf. Daher versammelte NSU-Coach Marcel Busch seine Mannschaft Anfang der Woche vor dem ersten Training zu einer umfangreichen Analyse. „Insgesamt war ich mit den beiden letzten Spielen nicht einverstanden“, führt Marcel Busch aus. Mit dem Ergebnis der Unterredung zeigte er sich hingegen zufrieden: „Die Jungs waren sehr kritikfähig und selbstreflektiert. Ich denke daher nicht, dass wir noch einmal so blutleer auftreten werden, wie beispielsweise gegen Ilshofen in der zweiten Halbzeit.“ Doch allein durch Worte hat noch keine Mannschaft ihre sportlichen Ziele erreicht, und so sieht Marcel Busch sein Team vor allem auf dem grünen Rasen in der Pflicht: „Wir müssen nun auch auf dem Spielfeld demonstrieren, dass wir mehr können als wir gegen Oberachern und Ilshofen gezeigt haben.“  Anders formuliert: In Villingen geht es auch um die Wiedergutmachung für die Ilshofen-Leistung. Und in der Tat wird am Samstag eine Topleistung notwendig sein, um aus Villingen etwas Zählbares mit an den Pichterich zu nehmen.

Denn man kann fast dabei zusehen, so rasant schnell entwickelt sich der Schwarzwald-Club. Vor gerade einmal zwei Jahren ist das Team von Trainer Jago Maric in die Oberliga aufgestiegen – die sportliche Bilanz ist seitdem gespickt mit Highlights. In der Debütsaison belegten die Villinger gleich den 2. Tabellenplatz und qualifizierten sich somit für die Regionalliga-Aufstiegsrelegation. Dort scheiterte man knapp am FK Pirmasens.

In der abgelaufenen Runde verhinderte das massive Verletzungspech eine ähnlich gute Oberliga-Platzierung, dafür errangen die Schwarz-Weißen den Südbadischen Verbandspokal.  Den Lohn dafür ernteten die Villinger vor knapp drei Wochen, als man im DFB-Pokal den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf mächtig ärgerte. Erst in der Verlängerung setzte sich das Team aus der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt durch, die Villinger ernteten bundesweite Lobeshymnen.

Auch infrastrukturell geht es in Villingen steil nach oben. Inzwischen wurde ein komplett neu errichteter VIP-Bereich im Schwarzwaldstadion eingeweiht, ein wahres Schmuckstück mit dem der Club nicht nur imagetechnisch einen Schritt nach vorne macht, sondern auch zusätzliche Einnahmen generieren kann.

Der FC 08 Villingen macht sich also in allen Bereichen fit für die Regionalliga und man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass die Verantwortlichen perspektivisch bereits für eine Liga höher planen. Verlassen kann man sich dabei auf ein treues Publikum, dass in bemerkenswerter Anzahl alle zwei Wochen ins Friedengrund-Stadion pilgern.

In der aktuellen Spielzeit 19/20 meldete der FC Villingen daher auch offiziell den Anspruch auf einen Spitzenplatz an. Und das mit Recht. Denn man hat nicht nur in Steine, sprich die Infrastruktur investiert, sondern auch in die Mannschaft, die geradezu gespickt ist mit Einzelkönnern. Keven Feger, Dragan Ovuka, Stjepan Geng, Daniel Wehrle, Tobias Weißhaar, Benedikt Haibt, Damian Kaminski – diese Namen stehen in der Tat für Oberliga-Spitzenniveau.

Allein sportlich lief es in der noch jungen Spielzeit noch nicht nach Plan für die Südbadener. 5 Spiele –  fünf Punkte. Rang 14 entspricht sicher nicht dem selbst gesteckten Anspruch des FC 08 Villingen. Doch die aktuelle Platzierung ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche, es wird nicht lange dauern, dann wird sich der FC 08 Villingen im vorderen Tabellenbereich einnisten. Allerdings darf unser Gegner mit der Aufholjagd gerne noch eine weitere Woche warten.