Thorsten Damm hat im Fußball schon viel erlebt. Eigentlich kann unseren Sportlichen Leiter nicht mehr sonderlich viel überraschen. Doch was sich rund um einen angeblichen Fußball-Blogger ereignete, der sich in Wirklichkeit als Spielerberater entpuppte, das hinterließ selbst Thorsten Damm sprachlos. Die folgende Schilderung ist ein Beispiel an Sittenverrohung und Skrupellosigkeit. Wir veröffentlichen sie, um andere Vereine vor den Mannschaften des Herrn Stefan C. Herbert zu bewahren.

Alles begann am 30.11.2020. Thorsten Damm erhält eine E-Mail eines gewissen Daniel Geigers, der sich darin als Verantwortlicher des Fußball-Blogs „Geigers-Eleven“ vorstellt. Im Nachhinein stellten sich diese Angaben als glatte Lüge heraus.

„Und zwar bin ich gerade dabei, eine Serie über junge Spieler in Amateurclubs mit (meiner Meinung nach) grossartigen Perspektiven zu schreiben“ ist in der Mail des angeblichen Daniel Geigers zu lesen. Hier wäre ihm besonders unser Youngster Yannick Eitelwein ins Auge gestochen. Da eine Kontaktaufnahme via Social Media scheiterte, bat der Absender Thorsten Damm um die Handynummer von Yannick.

Dieser freut sich zunächst sehr, dass Yannick Eitelwein (Thorsten Damm: „ein toller Spieler“) das Interesse eines Bloggers geweckt hat. Thorsten Damm googelt sofort nach dem Fußballblog „Geigers Eleven“. „Ich habe dazu aber nullkommanull im Netz gefunden, weswegen ich aus Vorsicht lediglich die E-Mail-Adresse von Yannick weitergegeben habe, und nicht die Handy-Nummer“, schildert Thorsten Damm die damalige Ausgangssituation. Er bleibt am Ball.

„Irgendwann habe ich Yannick dann gefragt, ob sich der Blogger Daniel Geiger gemeldet hat“, so Thorsten Damm. Doch Yannick Eitelwein verneint dies, dafür habe ihm aber ein Spielberater gemailt, namens Stefan Herbert. Es stellt sich heraus, dass sich dabei um ein und dieselbe Person handelt. Daniel Geiger ist also gar nicht Daniel Geiger, sondern Stefan Herbert, ein Spielerberater aus der Nähe von Wiesbaden. Die Intention dessen E-Mail an Yannick war deutlich: Stefan Herbert wollte Yannick Eitelwein als Klienten gewinnen. Um sein Ziel zu erreichen hat er dabei eine wahrhaft dreiste Lüge benutzt.

„Aufgrund der unterschiedlichen Namen Geiger und Herbert habe ich zwischen den beiden Personen zunächst keinen Zusammenhang hergestellt“, sagt Thorsten Damm. Deswegen schreibt er den angeblichen Herrn Geiger nochmals an, und fragt ihn, ob er Yannick Eitelwein bereits kontaktiert habe.

Dies verneint Herr Geiger, aka Herr Herbert per Mail: „Da ich hauptberuflich in der Altenpflege tätig bin, können Sie sich ja bestimmt vorstellen was da in letzter Zeit so alles los war: Kranke Bewohner sowie zumindest jede Menge krankgeschriebener Kollegen; wir gehen da momentan alle ziemlich auf dem Zahnfleisch.“ Auf eine moralische Einordnung dieser Worte in der aktuellen Pandemie-Phase verzichten wir an dieser Stelle. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet sich Stefan Herbert selbst übrigens als Gastronom.

Nichtsdestotrotz glaubt Thorsten Damm zunächst den Ausführungen in der E-Mail des vermeintlichen Daniel Geigers. Doch dann fällt unserem Sportlichen Leiter ein Artikel auf der Homepage des TSV Ilshofen ins Auge. Fassungslos muss Thorsten Damm feststellen, ein Fußball-Blogger Daniel Geiger existiert schlichtweg nicht, ebenso wenig wie der Blog „Geigers Eleven“. Vielmehr hat ein Spielerberater namens Stefan Herbert auch in Ilshofen unter Vortäuschung einer falschen Identität versucht, persönliche Daten eines talentierten Nachwuchsspielers zu ergaunern. „Das ist eine absolute Frechheit“, sagt Thorsten Damm in der ersten Erregung. “Eigentlich müsste man sich überlegen, rechtliche Schritte gegen Herrn Herbert wegen Vortäuschung falscher Tatsachen zu unternehmen.“

Das Beispiel des TSV Ilshofen zeigt, dass die Kontaktaufnahme des Stefan Herbert mit der Neckarsulmer Sport-Union kein Einzelfall ist. Diese „Methoden“ dürfen  keinesfalls Schule machen und wir können jeden Verein nur eindringlich vor Stefan Herbert, bzw. Daniel Geiger warnen. Die Aussagen dieses Menschen im Artikel des TSV Ilshofen lassen zudem keinerlei Schuldempfinden erkennen – ganz im Gegenteil.

Ein Spielervermittler, der unter Vorspiegelung einer falschen Identität und erfundenen Kompetenzen versucht Klientel zu akquirieren, hat aus unserer Sicht jeden Anspruch an Seriosität, Redlichkeit und Vertrauenswürdigkeit verloren. Gerade auch im Kontext, dass er bevorzugt sehr junge Spieler anzusprechen scheint.

Darüber hinaus scheint auch die Spieler-Recherche nicht gerade das Steckenpferd von Herrn Herbert zu sein. „Yannick Eitelwein hat mit Thommy Gentner bereits einen hoch seriösen Berater, über den er auch zu uns gewechselt ist. Ich kann mir daher kaum vorstellen dass Herr Herbert, Herr Geiger oder wie auch immer er heißt, in diesem Business ernsthaft Fuß fassen wird“, so Thorsten Damm abschließend. Dies bleibt in der Tat zu hoffen.

Den Oscar für Dreistigkeit hingegen, den hat sich Stefan C. Herbert zweifellos verdient.