Der Kapitän sagt Servus, Marc Schneckenberger verlässt die NSU zur kommenden Spielzeit. Nach vier Jahren, in denen er eine prägende Persönlichkeit auf und neben dem Platz in unserem Oberliga-Team war, endet nun die Zeit des 32-Jährigen auf dem Pichterich.

Wenn man einen langen Nachnamen hat, dann kursieren schnell Abkürzungen. So auch bei Marc Schneckenberger nach seiner Ankunft in Neckarsulm 2016. „Schnecke“ wurde schnell ein geschätztes Markenzeichen bei der Sport-Union. Ein Synonym für Qualität, Kontinuität und Loyalität.

Der damals 28-Jährige kam 2016 mit vielen Vorschusslorbeeren und im besten Fußball-Alter vom Oberligisten FC Nöttingen zur NSU. Davor hatte „Schnecke“, der bei der TSG Hoffenheim seine fußballerische Ausbildung genoss, für Astoria Walldorf, den VfR Mannheim und für die Spvgg Neckarelz die Kickstiefel geschnürt.

Die NSU war jüngst in die Oberliga aufgestiegen und als Novize in Liga 5 suchte man vor allem nach Spielern mit Erfahrung in dieser Spielklasse. Die Verpflichtung von Marc Schneckenberger erwies sich dabei als Glücksgriff.

Siegeshungrig mit Führungsqualitäten ausgestattet, ein Stratege, mal kampfstark, mal filigran, aber immer eklig zu bespielen für seine Gegenspieler. „Schnecke“ entsprach einem Spielertypus, der uns extrem gut tat und wurde neben Marcel Gerstle und Steven Neupert sofort zu einer prägenden Figur im Neckarsulmer Mittelfeld. So sagt auch der sportliche Leiter der NSU, Thorsten Damm: “Marc Schneckenberger ist dem Ruf, der ihm vorauseilte vollkommen gerecht geworden: Ein sehr guter Kicker, feiner Kerl und toller Sportsmann.“

„Schnecke“ war fortan die Konstante im Neckarsulmer Spiel der letzten vier Jahre, was seine kaum zu fassende Einsatzstatistik beweist: Von 123 möglichen Punktspielen bestritt er 121, eine grandiose Bilanz. Dabei erzielte Marc Schneckenberger 12 Tore, das schönste dabei wohl per Volley-Fernschuss beim FSV Hollenbach. „Ein Spielertyp wie „Schnecke“ ist sehr wichtig in der heutigen Zeit. Seine Einsatzbilanz zeigt, dass er den Fußball „denkt“ und genau weiß, was er unter der Woche körperlich tun muss, um am Samstag topfit zu sein“, lobt Thorsten Damm.

Zum Spiel des Marc Schneckenbergers gehörte allerdings auch das regelmäßige Zwiegespräch mit den Referees. So manche gelbe Karte brachte ihm das durchaus ein, meist aber  waren die Schneckenberger´sche Schiedsrichter-Unterhaltungen von beidseitigem Respekt geprägt. Respekt – dieser schlug „Schnecke“ allgemein in quasi jedem Oberliga-Stadion entgegen, oft gepaart mit einer gehörigen Portion Ehrfurcht. Auch bei den NSU-Fans war Marc überaus beliebt, sie wählten ihn 2018/19 zum NSU-Spieler der Saison.

Ab der kommenden Spielzeit müssen nun unsere Fans, aber auch die Oberliga auf eine seiner bekannten Protagonisten verzichten. Marc Schneckenberger möchte nun die Chance nutzen, und erstmals mit seinem Bruder Nico im selben Team spielen. Daher wechselt unser Kapitän zum Landesligisten FC Bammental. „Die Entscheidung ist kurz vor den letzten beiden Spielen Anfang März in mir gereift. Ich werde nicht jünger und wollte einfach noch auf gutem Niveau in einer Mannschaft mit meinem Bruder zusammen spielen“, so Marc Schneckenberger.

Man merkt „Schnecke“ durchaus Wehmut an, als er diese Sätze spricht. „Klar, vier Jahre sind eine lange Zeit, das schüttelt man sich nicht einfach aus den Klamotten. Ich habe mich in Neckarsulm extrem wohl gefühlt, sowohl was die Mannschaft als auch das Umfeld betrifft.“

Gefragt nach seiner persönlichen Bilanz muss unser Kapitän kurz überlegen. „Auch wenn wir in dieser Zeit keinen Titel geholt haben, so haben wir uns doch in der Oberliga etabliert, sind einmal in dieser starken Spielklasse sogar Dritter geworden. Ich finde schon, dass wir sportlich mit dem Erreichten absolut zufrieden sein können.“

Eins war dem scheidenden 32-Jährigen wichtig: „Ich bin sehr froh, wie wir nach der Winterpause agiert haben und dass die NSU aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen wird.“ Den weiteren Neckarsulmer Weg wird Marc Schneckenberger definitiv weiter verfolgen: „Wie bereits erwähnt, vier Jahre sind eine lange Zeit, in der viele Freundschaften entstanden sind. Deshalb werde ich der NSU natürlich verbunden bleiben und sicher bei nächster passender Gelegenheit auch einmal auf dem Pichterich vorbei schauen.“

In seiner nun zu Ende gehenden Neckarsulmer Ära hat Marc Schneckenberger eine Epoche mitgeprägt und war dabei stets loyal, wie Thorsten Damm betont: „Schnecke hatte als Kapitän ein tolles Gespür dafür, was die Trainer vom Team wissen sollten, und was er besser nicht weitergibt.“

Auch wenn er bald nicht mehr das blaue Trikot unseres Clubs tragen wird, unsere erfolgreiche Oberliga-Zeit wird immer eng mit dem Namen „Marc Schneckenberger“ verbunden bleiben.

Danke, „Schnecke“!