Ciao, Ragazzo! Mit Enzo Romano hat eine absolute NSU-Legende seinen Abschied aus Neckarsulm angekündigt. Nach neun Jahren bei der Sport-Union verlässt somit ein weiteres Gesicht unseres rasanten Aufstieges bis in die Oberliga den Pichterich. „Ich bin schon extrem traurig, denn die neun Jahre in Neckarsulm haben mich als Spieler und Mensch entscheidend geprägt. Für mich wurde die NSU schnell zu einer Familie, ich habe hier wahre Freunde gefunden“, sagt Enzo Romano nicht ohne Wehmut zum Abschied.

Auch aus den Worten unseres Noch-Sportdirektors Marco Merz spricht Traurigkeit, aber auch höchste Wertschätzung: „Unseren Verein und Enzo verbindet fast eine komplette Dekade der gegenseitigen Wertschätzung und der Liebe zueinander. Für mich hat es noch eine persönliche Note, da ich Enzo in Kirchardt als Trainer erlebt habe und es auch schulische Schnittstellen gab. Keine Frage, er ist eine Neckarsulmer Legende.“

Es war nur eine Kurzmeldung, die am 10.08.2010 auf unserer Homepage zu lesen war: „Die NSU ist auf der Suche nach einem Defensivspieler fündig geworden und verpflichtete den 21-jährigen Enzo Romano vom FV Lauda.“ Doch diese wenige Worte waren der Beginn von etwas wirklich Großem. „Marco Merz sagte damals bei den Verhandlungsgesprächen zu mir: „Enzo, in fünf Jahren spielen wir in der Oberliga. Geschafft haben wir das tatsächlich, wenngleich nicht in der vorgegebenen Zeit“, sagt Enzo mit einem Grinsen. Die Beziehung zwischen der NSU und Enzo Romano, sie war fortan derart fest und eng, dass sie nichts auseinanderbringen konnte.

Enzo Romano hat in seinen neun Jahren NSU unseren Verein entscheidend mitgeprägt. Die Nummer 14, seine Nummer 14, stand stets für pure Leidenschaft, 100%igem Willen und Einsatz für unsere Pichterich-Elf. Aufgaben war keine Option für ihn. Enzo interpretierte seine Position zudem nie als reiner Zerstörer, er war ein Stratege, mit einem für einen Innenverteidiger bemerkenswerten taktischen Blick für die Spiel-Situation versehen. Zudem spielte er nicht nur für die NSU, er lebte sie.

„Es ist für einen Fußballer das höchste Maß an Auszeichnung, wenn man seitens des Vereins sagen kann, dass er eine Ära mitgeprägt hat. Das war bei Enzo definitiv der Fall“, würdigt Marco Merz unsere Nummer 14 für seine lange und erfolgreiche Wirkungszeit in Neckarsulm.

Enzo Romano bildete viele Jahre zusammen mit Christian Schaaf das wohl stärkste Innenverteidiger-Duo in Landes- und Verbandsliga. Unvergessen sind noch immer die beiden Aufstiege, aber auch die grandiose Pokal-Saison 2012/13, in der Enzo als Protagonist auf dem grünen Rasen eine Hauptrolle spielte. Doch auch neben dem Rasen war er unverzichtbar. „Mir war immer auch wichtig, dass wir auch abseits des Spielfeldes eine echte Einheit bildeten. Ich denke, das waren wir dann auch recht schnell“, sagt Enzo zurückblickend.

Die 171 Punktspiele, die er für die NSU absolviert hat, sind fraglos eine enorm hohe Zahl, Enzo Romano steht damit auf Platz fünf der ewigen NSU-Rekordspieler-Liste seit der Fusion 2009. „Schade, dass ich die 200 nicht vollmachen konnte. Ehrlich gesagt ist mir diese Zahl aber gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist für mich das große Ganze, den Weg den wir seit 2010 zurückgelegt haben – und dass ich ein Teil davon sein durfte“, sagt Enzo Romano bescheiden.

An seine beiden erzielten Treffer für die NSU kann er sich übrigens noch sehr genau erinnern: Einer davon fiel gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall, der andere gegen den Göppinger SV. Es waren sicher nicht die schlechtesten Referenzen um ein Tor zu erzielen.

Mit Enzo Romano verlässt uns einer der letzten Akteure, der für die NSU in allen drei Ligen der letzten zehn Jahre auflief: In der Landes-, Verbands- und in der Oberliga. Das zeigt die große sportliche Entwicklung, die Enzo bei der NSU genommen hat.  Nicht nur deswegen wählt Marco Merz große Worte: „Enzo hat für uns denselben Stellenwert, wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus oder Philipp Lahm für den FC Bayern. Er ist eine Institution bei der NSU, dessen Name für immer eng mit unserem Verein verbunden sein wird.“

Wie eng, das zeigte gerade auch seine letzte Saison. Obwohl Enzo aufgrund großen Verletzungspechs leider nur selten spielen konnte, war er stets ein wichtiger und anerkannter Teil des Mannschaftsgefüges. Enzo trug die NSU-DNA derart in sich, dass es nun schwerfällt, seinen Weggang zu realisieren.

Seine neue sportliche Herausforderung hat Enzo Romano bereits verkündet. Er wird spielender Co-Trainer von Marcel Oechsner bei der SG Stetten-Kleingartach. Wir wünschen Enzo bei seiner neuen Aufgabe viel Erfolg. Wir sind uns absolut sicher, dass er diese mit voller Motivation und Hingabe angehen wird.

Ciao Ragazzo. Danke für Alles, Legende.