Cheftrainer Nikola Grgic ist zurückgetreten – Interview mit Marco Merz und Robin Neupert

Wie bereits vergangene Woche in der Presse zu lesen war, ist unser bisheriger Chefcoach Nikola Grgic zurückgetreten. Zunächst bis zur Winterpause werden der bisherige Co-Trainer Marco Sautter, der Sportliche Leiter Robin Neupert sowie unser Abteilungsleiter Marco Merz die Trainerposition als Trio durchführen.

Zu den Umständen, die zum Rücktritt von Nikola Grgic geführt haben, konnten wir uns mit Marco Merz und Robin Neupert unterhalten.

 

Ende der vergangenen Woche ist unser Cheftrainer Nikola Grgic zurückgetreten. Marco, Robin, könnt Ihr uns kurz den Prozess beschrieben, wie es dazu kam?

Robin Neupert: Zunächst möchten wir uns bei Niko für fünf Jahre tolle und motivierte Arbeit für unsere Sport-Union Neckarsulm bedanken. Es war eine tolle Zeit, der Umgang war immer sehr respektvoll. Niko ist mehr als ein Trainer für mich gewesen, er wurde zu einem guten Freund von mir und wird dies auch bleiben. Deswegen tut mir sein Rücktritt auch weh. Aber so ist nun mal leider das Tagesgeschäft Fußball.

 

Marco, wie war genau der Ablauf, der zum Rücktritt von Niko führte?

Marco Merz: Zunächst möchte auch ich klarstellen, dass es im ganzen Prozess zu keiner Zeit persönliche Animositäten jeglicher Art zwischen den handelnden Personen gab. Die menschliche Wertschätzung für Nikola Grgic war und ist im Verein extrem hoch. Es ist eine rein sachliche und fachliche Thematik, um die es hier geht.

Schon früh in der Saison gab es Unstimmigkeiten zwischen unseren langjährigen Führungsspielern und dem Trainer-Team bzgl. den Trainingsinhalten und der Trainingssteuerung sowie der Spielvorbereitung und dem Coaching während den Spielen.

Ich wollte mir nach meinem Wiedereinstieg in Neckarsulm jedoch zunächst einen Überblick verschaffen und habe deshalb auch gegenüber dem Trainerteam getreu meinem Motto „jeder bekommt hier eine faire Chance“ gehandelt. Ich habe mir also zunächst einen Eindruck verschafft. Und dieser war, dass ich davon überzeugt war, dass wir in der Konstellation mit dem aktuellen Trainer-Team und der aktuellen Mannschaft die Ziele, die der Verein anstrebt, erreichen können.

 

Wie ging es dann weiter?

Marco Merz: Uns war es nach den erwähnten Informationen unserer Führungsspieler wichtig, dass wir einen Dialog zwischen ihnen und dem Trainer-Team herstellen. Diese Zusammenkunft empfanden wir von der Vereinsführung als sehr konstruktiv, offen und transparent.

Für uns war dann der klare Kurs, dass wir bis zur Winterpause in der aktuellen Konstellation weitermachen, wir die Situation aber eng begleiten und beobachten.

Nun kam aber nochmals der Impuls aus dem Führungsspielerkreis, dass die Mannschaft jetzt schon neue Impulse bräuchten.

Der gut gemeinte Gedankengang war, dass Robin noch enger an die Mannschaft heranrückt, und auch ich mich in Form von Impulsen sportlich mehr einbringe. An einen sofortigen Trainerwechsel dachten wir auch zu diesem Zeitpunkt nicht. Das war ein ehrlich gemeintes Hilfsangebot, wohlwissend, dass die Altlasten aus der vergangenen Saison doch vielleicht zu groß waren, und wir eventuell nach dem letzten Spiel die Trainerkonstellation ändern müssten.

 

Letztendlich hat Niko dann selbst den Weg des Rücktritts gewählt. Wie sehr belastet Euch die Situation?

Robin Neupert: Wie bereits erwähnt haben wir Niko darüber informiert, dass wir neue Impulse setzen möchten und dass Marco als Abteilungsleiter und meine Person als Sportlicher Leiter enger an die Mannschaft heranrücken möchten, was Niko dann aber abgelehnt hat.

Marco Merz: Wer mich kennt, der weiß, wie loyal, fördernd und unterstützend ich hinter jedem der bisherigen Neckarsulmer Trainer in meiner Amtszeit stand. Deswegen ist das für mich persönlich ein tiefer Einschnitt einem Trainer signalisieren zu müssen, dass es schwierig für ihn wird. Das tut mir wirklich in der Seele weh und ich habe einige unruhige Nächte hinter mir, weil ich diese Situation natürlich gerne vermieden hätte.

 

Marco, wie beurteilst Du die Rolle der Führungsspieler in diesem Sachverhalt?

Marco Merz: Ich verurteile die Spieler keineswegs. Deshalb haben wir von der Abteilungsleitung und von Seiten der Vorstandschaft den Meinungsaustausch zwischen unseren Führungsspielern und dem Trainerteam in die Wege geleitet. Durch die jahrelange Zusammenarbeit in der Vergangenheit haben ich vollkommenes Vertrauen in unsere Mannschaft und ihre Worte und Sorgen, die sie mir anvertrauen, nehme ich sehr ernst. Aus meiner Sicht haben sie im Wohle des Vereins und des sportlichen Erfolgs gehandelt.

 

In der Presse war zu lesen, dass Du Marco, Du Robin sowie Marco Sautter das Team zunächst bis zur Winterpause betreuen werdet. Wie geht es nun weiter in punkto Trainersuche weiter?

Robin Neupert: Wir machen keinen Schnellschuss und lassen uns mit der Entscheidung Zeit. Wir haben bereits eine Liste potentieller Kandidaten, die wir nach und nach kontaktieren werden. Ob wir erst zur neuen Saison einen neunen Trainer erhalten oder bereits die Rückrunde mit unserem Team angehen wird, dass steht noch nicht fest. Wir sind aber optimistisch, dass wir einen guten und geeigneten Trainer präsentieren werden.