Unsere Pichterich-Elf musste am gestrigen Feiertag die dritte Oberliga-Niederlage in Folge einstecken. Bei 90-minütigem Dauerregen unterlag die Sport-Union letztendlich gegen clevere Gäste aus Bissingen nicht unverdient mit 1:2. Matchwinner bei den Nullachtern war ausgerechnet der Ex-Neckarsulmer Pascal Hemmerich, der beide Treffer erzielte. Den Gastgebern wurde vor allem die schwache Phase zwischen der 25. Minute bis zum Pausenpfiff zum Verhängnis.

Bisher war das Spitzenteam aus Bissinger ein gern gesehener Gast im Pichterichstadion, der meist mindestens einen Punkt in Neckarsulm zurückließ, und auch am Freitag begann es verheißungsvoll für die NSU. Der Minutenzeiger hatte die Uhr noch nicht einmal umrundet, als Pasqual Pander die rund 450 Zuschauer beinahe bereits jubeln ließ. Nach einem langen Ball von David Gotovac lief unserer Nummer 30 aus halbrechter Position auf das Bissinger Gehäuse zu, verfehlte jedoch knapp.

Doch schon in der Folge kamen die Bissinger gegen die teilweise leichtfertige Neckarsulmer Defensive zu zwei guten Chancen. In der 6. Minute flankte Pasqual Hemmerich in die Mitte zu Michael Deutsche, der jedoch aus fünf Metern das Spielgerät nicht richtig traf, kurz darauf tankte sich Moritz Haile durch die Neckarsulmer Abwehr, verfehlte jedoch aus zehn Metern mit der Pike das Neckarsulmer Tor.

In der 13. Minute dann wieder Haareraufen bei den Gastgebern. Nachdem Steven Neupert glänzend auf Pasqual Pander durchgesteckt hatte, setzte der Neckarsulmer-Stürmer das Leder freistehend vor 08-Keeper Dominik Ferdek hauchdünn am rechten Pfosten vorbei.

Es folgte die Phase, die das Spiel vorentschied. Die Sport-Union schaffte es gegen spielstarke Gäste nun nicht mehr, das vorgegebene taktische Konzept umzusetzen. Den ersten Warnschuss setzte Pierre Williams, der nach vorangegangenem Neckarsulmer Fehlpass aus 15 Metern die Latte traf. In der 35. Minute war es dann soweit. Nach einem Eckball, der schon in seiner Entstehung ärgerlich war, köpfte Pascal Hemmerich relativ unbedrängt zum 0:1 für die Gäste ein.

Das Beste aus Neckarsulmer Sicht bis zum Seitenwechsel: Es fiel kein weiterer Bissinger Treffer.

Nach einer lautstarken Pausenansprache von Marcel Busch wurde das Spiel seiner Mannschaft im zweiten Durchgang engagierter. Die Mannschaft wollte, keine Frage, doch die nun tiefer verteidigenden Gäste wurden nur selten defensiv gefordert. Bei der NSU fehlte der Mut, zielstrebig nach vorne zu spielen, bei schwierigen Platzverhältnissen auf den zweiten Ball zu setzen. Zu oft wurde der Pass zurück gewählt, der es den Gästen gestattete sich taktisch immer wieder zu ordnen.

Für die Vorentscheidung sorgte dann abermals Pascal Hemmerich. Nach einer Neckarsulmer Vorlage dribbelte sich Simon Lindner bis auf die Grundlinie durch, legte dann mit viel Übersicht in die Mitte, wo der Ex-Neckarsulmer die Kugel mit Schmackes über die Linie drückte – 0:2.

Die letzten zehn Minuten wurden dann dramatisch, weil die NSU nun tatsächlich mit Macht auf den Anschlußtreffer drückte und sich Chancen im Minutentakt erspielte. In der 80. Minute scheiterte Pander am stark reagierenden Ferdek, drei Minuten später war ebenfalls der Bissinger Schlussmann bei einem Pander-Gewaltschuss zur Stelle, den Abpraller chippte Serhat Ayvaz über das Gehäuse.

In der 84. Minute brachte Pierre Williams dann Shpejtim Islamaj im Strafraum zu Fall, Referee Marc Heiker entschied auf Strafstoß für die NSU. Steven Neupert übernahm die Verantwortung und drosch das Leder geradezu zum 1:2 ins Netz. „Es ist oft so bei uns, ich verstehe nicht, warum wir nicht den Deckel draufmachen und dadurch in der zweiten Halbzeit Probleme bekommen“, ärgerte sich Daniel Schmelzle, ein weiterer Ex-Neckarsulmer in Diensten der Bissinger.

Und am Ende wäre tatsächlich noch beinahe der Ausgleich gefallen. Nach einer unfreiwilligen Vorlage von 08-Keeper Ferdek schloss Pasqual Pander aber etwas zu überhastet ab und vergab somit die große Chance zum 2:2.

So jubelten am Ende nicht unverdient die Gäste über den ersten Auswärtssieg in Neckarsulm in der Oberliga. „Es fühlt sich gut an“, sagte Daniel Schmelzle, angesprochen über seinen Gemütszustand nach dem Sieg bei seinem ehemaligen Club. „Der Druck ist jetzt da“, sagte hingegen sein früherer Mitspieler Maximilian Gebert mit gesenktem Kopf in Anbetracht der aktuellen sportlichen Situation unserer Pichterich-Elf.

NSU: Susser, Gotovac, Romano, Klotz, Gebert, Müller (81. Ayvaz), Schneckenberger, Öztürk, S. Neupert, Pander, Stadler (65. Islamaj)