Es war zu erwarten. Die Amateursport-Anlagen bleiben auch weiterhin geschlossen – zunächst bis zum 07. März. Der Lockdown hat also weiter Bestand und damit gehen dem Amateurfußball langsam aber sicher die Optionen aus. Die Reaktionen darauf schwanken zwischen Pessimismus und Optimismus. Fakt ist, spätestens am 09. Mai muss der Spielbetrieb wieder starten, soll die Saison zu einem wertbaren Ende kommen. Dies hat der Württembergische Fußballverband (WFV) in einer Pressemeldung verkündet.

Der Jugend- und Amateurfußball ruht inzwischen seit dem 24.10. letzten Jahres – das sind insgesamt 112 Tage. Die Erwartungen, dass die Bund-Länder-Konferenz am vergangenen Mittwoch ein Öffnungsszenario beschließt, waren verschwindend gering. Und so kam das Erwartbare: Der Amateursport, und damit auch der Fußball, bleibt dicht.

Während der Handball die aktuelle Saison inzwischen für beendet erklärt hat, scheut sich der Württembergische Fußballverband noch vor diesem drastischen und folgenreichen Schritt. Und das ist gut so. Denn die gesunkenen Infektionszahlen machen zumindest etwas Hoffnung, dass in dieser Saison doch noch einmal der Ball rollt. Natürlich gibt es fraglos andere Bereiche des öffentlichen Lebens, die vor den Sportplätzen geöffnet werden. Ein wenig Zeit hat der Fußball aber ja auch noch.  Wenn spätestens am 09.05. der Spielbetrieb fortgesetzt werden sollte, dann könnte zumindest eine einfache Vorrunde ausgetragen werden. In diesem Falle wäre die Spielzeit wertbar, mit Auf- und Abstieg.

Der Verband macht aber auch deutlich: Sollte am 09.05. keine Öffnung des Sports erfolgt sein, erfolgt die komplette Annullierung der Saison. Die Konsequenz: Die neue Saison 2021/22 müsste in derselben Team-Zusammensetzung wie die aktuelle durchgeführt werden. Dies hieße für die Oberliga abermals 21 Teams. Ein Szenario, dass sich die wenigsten Clubs wünschen.

Aktuell gleicht die Situation einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Auf der einen Seite läuft dem Amateurfußball die Zeit davon. Auf der anderen Seite machen die aktuell sinkenden Infektionszahlen aber durchaus Mut. Wenngleich das vom Verband anvisierte Playoff-/Playdown-Spielkonstrukt in der Oberliga quasi inzwischen unmöglich geworden ist, erscheint der Abschluss einer einfachen Vorrunde zumindest nicht illusorisch.

Der WFV zeigt sich kämpferisch, gibt weiterhin einen wertbaren Saisonabschluss als Ziel aus. Den Vereinen gibt der Verband nun die Möglichkeit, sich zum geplanten weiteren Vorgehen zu äußern.

Thorsten Damm, unser Sportlicher Leiter hat eine klare Meinung dazu: “Lieber nur eine Hinrunde spielen, als die Saison komplett zu annullieren. Es gibt keine andere Alternative. Wir haben dann zwar eine kurze Sommerpause, haben aber jetzt schon lange genug pausiert. Es ist eine besondere Situation, da muss man auch solche Kompromisse eingehen. Wir können damit leben. Für die Oberligisten, die danach noch in der Relegation spielen, wird es aber hart.”