Am kommenden Samstag (Anpfiff 14:00) wartet im ersten Auswärtsspiel der noch jungen Oberliga-Saison mit dem SGV Freiberg gleich ein richtig dicker Brocken auf unser Pichterich-Team.

Die Neckarsulmer Freude war groß nach dem gelungenen Auftakt vergangene Woche gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen. Die diffizile Aufgabe gegen den defensivstarken Aufsteiger hat unser Team mit viel Willen und Leidenschaft gelöst. Das Geduldsspiel gegen Dorfmerkingen hat bereits einen Vorgeschmack auf eine knallharte Oberliga-Saison 2019/20 gegeben, nicht umsonst lanciert in der Presse die Floskel der „stärksten Oberliga aller Zeiten“. Es warten also weitere 33 schwere Saisonspiele auf unsere Elf.

Das erste davon gleich am Samstag in Freiberg. Und spricht man vom SGV, dann ist es fast ein Automatismus, diesen als Meisterschaftskandidaten zu titulieren. Seit dem Oberliga-Wiederaufstieg vor zwei Jahren verfügt der Club vom „Wasen“ über einen stets exquisiten Kader. Nur mit dem ersehnten Aufstieg in die Regionalliga wollte es noch nicht klappen. Der siebte Platz der Vorsaison dürfte daher in Freiberg nicht gerade Jubelstürme ausgelöst haben. Das will der Club aus dem Landkreis Ludwigsburg in dieser Spielzeit sicher besser machen.

Das Potential um im Konzert der Fußball-Schwergewichte in dieser so starken Oberliga Baden Württemberg mitzumischen, hat der SGV zweifellos. Bewerkstelligen soll dies allerdings ein neuer Mann auf der Freiberger Trainerbank. Mario Estasi ersetzt seinen Vorgänger Ramon Gehrmann, der inzwischen bei den Stuttgarter Kickers angeheuert hat. Estasi ist im Unterland kein Unbekannter, spielte er doch Anfang des Millenniums beim früheren VfR Heilbronn.

Es ist kein Wunder, dass der als Spieler giftige Innenverteidiger auch als Trainer großen Wert auf die Abwehrarbeit legt. „Mir ist ein 1:0 lieber als ein 5:3. Ich ärgere mich über jedes Gegentor, selbst beim Stand von 5:0“, sagte Estasi kürzlich in einem Interview. Die Bedeutung der Defensive ist auch an den Transferaktivitäten der Freiberger abzulesen. Zwar verließ mit Maximilian Rohr ein wichtiger Abwehrakteur den Club, doch mit Filip Milisic (SSV Reutlingen) sowie Volkan Celiktas (FV Illertissen) konnten zwei ebenso erfahrene wie knallharte Defensivspezialisten verpflichtet werden.

Beim Saisonauftakt letzte Woche in Linx war es dann aber doch wieder der SGV Freiberg, wie man ihn aus den letzten Jahren kannte. Der 4:2-Sieg im Südbadischen zeigte das unfassbar große Freiberger Offensiv-Potential mit erzielten Toren am Fließband, beinhaltete aber eben auch zwei kassierte Gegentore.

Das Spiel des SGV Freiberg ist auch weiterhin auf hohen Ballbesitz und -zirkulation ausgerichtet. Mit Akteuren wie Denis Zagaria, Patrick Fossi, David Müller oder Hakan Kutlu verfügt der SGV über das vielleicht spielstärkste Mittelfeld der gesamten Oberliga.

Sehr dynamisch wird es dann im Sturm der Gastgeber. Niklas Pollex, Neuzugang Kreshnik Lushtaku (1. CfR Pforzheim) sowie der von unserer Neckarsulmer Sport-Union nach Freiberg gewechselte Ouadie Barini stehen für höchstes Tempo und Torgefahr. Sie sollen den schmerzhaften Abgang von Torjäger Marcel Sökler (32 Saisontore in der abgelaufenen Saison) zum VfB Stuttgart II kompensieren.

Obwohl beide Clubs ein freundschaftliches Miteinander pflegen, sind die Spiele zwischen der NSU und Freiberg seit jeher emotional und umkämpft. Zusätzliche Brisanz erhält die Begegnung am kommenden Samstag durch die personellen Wechsel innerhalb der beiden Clubs. Nachdem wie bereits erwähnt Ouadie Barini von der Sulm an den Freiberger Neckar wechselten, gingen Tobias Fausel und Mert Öztürk den gegenteiligen Weg und tragen nun das Trikot unserer Sport-Union.

Die anwesenden Zuschauer werden am Samstag also sicher ein interessantes und hochklassiges Spiel erleben. Natürlich wäre es umso schöner, wenn wir erstmals in unserer Oberliga-Historie etwas Zählbares vom „Wasen“ mitnehmen könnten.