SGV Freiberg gegen Neckarsulmer Sport-Union: Erster gegen Vierter. Ein Spitzenspiel? Höchstens gefühlt, da ist man sich rund um den Neckarsulmer Pichterich einig. “Bei einem Spitzenspiel geht man davon aus, dass zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander treffen. Aber es ist eine Partie Favorit gegen Underdog, Freiberg steht da, wo sie auch am Saisonende stehen werden“, stellt Thorsten Damm, der sportliche Leiter der Sport-Union klar.

Denn personell spielen die Freiberger in dieser Saison in einer eigenen Liga. Im Sommer verpflichteten die Gastgeber in geradezu atemberaubend schneller Taktung  einen Topspieler nach dem nächsten. Herausgekommen ist am Ende ein Freiberger Kader, der ein Sammelsurium an Talent, individueller Klasse und taktisch perfekt ausgebildetem Geschick darstellt. Kurz gesagt, der SGV Freiberg ist der haushohe Oberliga-Topfavorit in dieser Saison – ohne Wenn und Aber.

Dennoch: Abseits der bevorstehenden schwersten Auswärtsaufgabe überhaupt in dieser langen Oberliga-Saison, genießt man bei der NSU das Momentum: Vier Spiele ohne Niederlage, drei Siege in Folge. Das hat es schon lange nicht mehr in Neckarsulm gegeben. „Wir sind glücklich, wie es zuletzt gelaufen ist. Aber nur glücklich über eine Momentaufnahme, die wir genießen“, so Thorsten Damm. Und auch das Spiel in Freiberg soll möglichst mit der nötigen Lockerheit, Mut und Selbstvertrauen angegangen werden.

Doch das gilt auch für unseren Gegner. Damit man in Freiberg endlich das Sehnsuchtsziel Regionalliga erreicht, wurden 20 überwiegend hochkarätige Neuzugänge verpflichtet. Man übertreibt daher nicht damit, dass wir am Mittwochabend einem quasi komplett runderneuerten SGV Freiberg gegenüberstehen. Der namhafteste Neue ist sicher Stürmer Marco Grüttner, der von Zweitligist Jahn Regensburg nach Freiberg wechselte. Sein Partner im Sturm ist ebenfalls neu, der vom 1. CFR Pforzheim bekannte und gefürchtete Torjäger Dominik Salz.

Allgemein hört sich der Kader der SGV Freiberg wie ein Allstar-Team mit Regionalliga-Spitzenniveau an: Hakan Kutlu, Jonathan Zimran, Michael Klauß, Christian Mauersberger, Kevin Ikpede, Julian Grupp… Es gibt zweifellos keinen weiteren Oberligisten, dessen Kader derart viel individuelle Qualität, so viel Dynamik, so viel Klasse beherbergt, wie der des SGV Freiberg.

Übrigens gab es auch auf der Trainerbank einen Wechsel, vor wenigen Wochen ersetzte Evangelios Sbonias seinen Vorgänger Milorad Pilipovic. Auch unser ehemaliger Akteur Ouadie Barini ist nicht mehr in Freiberg, ihn zog es zum Regionalligisten VfR Aalen.

Dafür steht mit Tobias Fausel ein Ex-Freiberger in Neckarsulmer Reihen, der übrigens nach seiner abgelaufenen Rot-Sperre nun gegen seinen früheren Club wieder spielberechtigt ist.

Besonders freuen wir uns auf das Spiel gegen die Freiberger, da es ein Abendspiel ist, auch wenn es bereits um 17:30 beginnt. Denn abends, das wissen alle NSU-Fans, sind unsere Jungs ganz besonders motiviert. Ob das dann am Ende gegen die zurecht hoch gelobte SGV zu etwas Zählbarem reicht, steht in den Sternen des dann abendlichen Freiberger Himmels.