Es war die pure Erleichterung. Als der gute Referee Felix Ehring nach 95 Minuten zum Abpfiff ansetzte, feierte unser Pichterich-Team ausgelassen auf dem Rasen. Der 2:1-Erfolg gegen den FC Freiburg war hart erkämpft. Er bedeute neben dem Ende einer Serie von zuvor drei Spielen ohne Sieg, nach mehr als sieben Stunde Flaute auch endlich wieder Neckarsulmer Torerfolge. „Ich bin total erleichtert. Das war heute sicher kein Fußball-Leckerbissen, aber Sieg war für unser Punktekonto und die Psyche wichtig“, sagte ein strahlender NSU-Coach Marcel Busch nach dem Abpfiff.

Der NSU eilt inzwischen der Ruf voraus, sich gegen Teams aus dem hinteren Tabellendrittel schwer zu tun. „Umso wichtig war, dass wir durch den Sieg heute merken, dass wir auch gegen solche Mannschaften gewinnen können“, so Marcel Busch.

Sein Team begann gegen den FC Freiburg schwungvoll. Die Sport-Union hatte mehr Ballbesitz und die zwingenderen Offensivaktionen. Wie zuletzt öfters in den zurückliegenden Wochen, wollte allerdings der letzte Pass nicht ankommen. Die Breisgauer hingegen zeigten sich effektiver. Aus dem Nichts und mit ihrer ersten Offensivaktion gingen sie auf dem Pichterich in Führung. Nach einem Eckball der NSU konterten die Freiburger mustergültig, und Konstantin Fries erziele aus 12 Metern das 0:1. „Das war für den Kopf sehr schwierig“, sagte Marcel Busch. Torjäger Pasqual Pander ergänzte: „Wir sind gut im Spiel drin, haben Chancen, dann haben wir derzeit einfach nicht das Glück und bekommen wieder so ein Ding und die Köpfe gehen teilweise wieder runter.“ In der Tat sorgte der Gegentreffer für einen Bruch im Neckarsulmer Spiel. Bis zum Seitenwechsel war es dann auf Seiten der Sport-Union von allem zu wenig. Zu wenig Überzeugung, zu wenig Glaube, zu wenig Mut.

Das änderte sich mit Beginn der zweiten Halbzeit. Auch „weil es in der Halbzeit in der Kabine etwas geknallt hat“, so NSU-Innenverteidiger Tobias Fausel. Nachdem man in der 49. Minute eine Doppel-Großchance der Freiburger von Adriano Spoth schadlos überstand, war es in der Folge die NSU, die das Spielgeschehen wieder diktierte.

Nach 378 torlosen Minuten konnte die NSU kurz darauf endlich jubeln. Pasqual Pander schickte den durchgestarteten Yannick Eitelwein mustergültig auf die Reise, der aus kurzer Distanz halbrechter Position, die Nerven behielt und zum 1:1 einnetzte (55.). „Das ist eine tolle Geschichte für Yannick“, lobte Marcel Busch seinen Youngster. „Dass er gute Abschlußqualitäten hat wissen wir, das hat er heute untermauert.“

Beinahe hätte Yannick Eitelwein acht Minuten später sogar die Führung erzielt. Nach toller Balleroberung von Marco Romano fiel dem 19-Jährigen die Murmel vor die Füße, sein Schuss aus 16 Metern war jedoch zu zentral, so dass Freiburgs Goalie Kevin Zeller parieren konnte.

In der 66. Minute durften die 250 Zuschauer im Pichterichstadion dann doch erneut jubeln. Erneut bereitete Pasqual Pander vor, diesmal für Mert Öztürk, der die Kugel vom Strafraumeck, wie an der Schnur gezogen ins linke untere Eck drosch – 2:1 für NSU, Spiel gedreht.

Die Freiburger gaben aber nicht auf und hatten durchaus auch ihre Chancen. In der 72. Minute war es der Torschütze Konstantin Fries, der nach feiner Kombination aus halbrechter Position über das Tor schoss.

Zwei Minuten später hatte die NSU die Riesenchance zur Entscheidung. Nach einem Ballverlust von Anthony Nyamsi kam das Spielgerät über Maxi Gebert zu Mario Cancar, der jedoch aus zehn Metern haarscharf scheiterte. Durchatmen bei der NSU dann in der 87. Minute, als der Freiburger Alexander Martinelli plötzlich auf links frei vor Marcel Susser auftauchte, jedoch knapp verzog.

Als der Referee die Begegnung abpfiff, rissen die Neckarsulmer Akteure mit letzter Kraft ihre Arme in die Luft. Nach einem nicht hochklassigen, aber intensiven Oberliga-Spiel waren die Oberliga-Punkte 12, 13 und 14 gegen einen starken Gegner eingefahren.

NSU: Susser, Gotovac, Romano, Fausel, Seybold, S. Neupert, Bauer (68. Charrier), Gebert (80. Müller), Öztürk (82. Klotz), Pander, Eitelwein (64. Cancar).