Aus dem erhofften Heimsieg zum Auftakt wurde nichts. Unser Oberliga-Team unterlag im Geister-Heimspiel gegen den 1. FC Bruchsal mit 1:2. Die Enttäuschung darüber war im Neckarsulmer Lager groß: „Wenn man es positiv formuliert hatten wir viel Ballkontrolle und die bessere Spielanalage. Allerdings haben wir keine Gefahr in Richtung gegnerisches Tor ausstrahlen können“, analysierte Marcel Busch.

Der Chefcoach hatte nach dem Abpfiff ungewohnt lange mit seiner Mannschaft gesprochen, gleich eine erste Aufarbeitung der unerwarteten Niederlage gegen den Aufsteiger durchgeführt. „Man hatte den Eindruck, dass wir müde waren, sowohl körperlich als auch geistig. Das müssen wir schnellstmöglich abstellen“, war das Fazit.

In der Tat erwies sich die Neckarsulmer Saison-Premiere als zähe Angelegenheit. „Unser Plan war, schnell in das letzte Drittel der Bruchsaler spielen“, so Marcel Busch. Doch dies gelang lediglich in der ersten Viertelstunde, als die NSU eine gute Balance zwischen Ballzirkulation und Spiel in die Tiefe fand.

So auch in der 13. Minute, als es nach einem Bruchsaler Ballverlust im Mittelfeld schnell über die rechte Seite ging, die Hereingabe von Pasqual Pander verpasste in der Mitte Mario  Cancar allerdings knapp. Die beste Chance der ersten Hälfte hatte ebenfalls die NSU. In Minute 25 kam das Leder nach einem Eckball an das linke Fünfmeterraum-Eck zum freistehenden Marco Romano, der jedoch zu überrascht war und das Spielgerät über das Gehäuse platzierte.

Danach fehlte die Dynamik im Spiel nach vorne, so dass es gegen die sehr tief stehenden Gäste nur wenig Überraschendes gab. “Uns fehlte die Sauberkeit in unseren Aktionen, sowie Schnelligkeit und Kreativität“, monierte Marcel Busch.

Zudem kam das Pech hinzu, dass sich die Bruchsaler in der Offensive als äußerst effektiv erwiesen und mit ihrer ersten Chance des Spiels gleich in Führung gingen. In der 38. Minute klärte NSU-Keeper Marcel Susser gegen Roman Hajeck zunächst glänzend im Eins-gegen-Eins, den Abpraller schob dann Mohamed Amelhaf zum 0:1 ins linke Eck.

Im zweiten Durchgang änderte sich am Spielverlauf wenig. Die NSU agierte mit zu wenig Risiko, spielte den Ball viel zu lange in der eigenen Viererkette quer. So konnte sich Bruchsal immer wieder formieren und schaffte es, die zu ungenauen Angriffsbemühungen der Sport-Union zu unterbinden. In der 50. Minute musste dann NSU-Innenverteidiger Robin Neupert verletzt das Feld verlassen, wir wünschen gute Besserung.

In der 69. Minute dann endlich ein schnell vorgetragener Angriff der Pichterich-Elf. Über Pasqual Pander kam das Leder auf der rechten Seite an die Strafraumgrenze zu Marco Romano, dessen Flanke am ausgestreckten Arm von Cissé landete. Referee John Bender zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Pasqual Pander übernahm die Verantwortung und traf zum insgesamt verdienten 1:1.

Nun standen die Zeichen eigentlich auf eine Neckarsulmer Schlußoffensive, doch erneut aus dem Nichts waren es die Bruchsaler, die trafen. Abermals Amelhaf zog von links in Richtung Mitte und traf aus 18 Metern ins kurze Eck – 1:2. Bis zum Schlußpfiff konnte sich die NSU dann nicht mehr entscheidend durchsetzen und musste damit zum Saisonauftakt eine Niederlage hinnehmen.

Dementsprechend war die Gemütslage im Neckarsulmer Lager.  „Fakt ist, dass es unsere Anspruch war, gegen Bruchsal zu gewinnen, das haben wir nicht geschafft“, so Marcel Busch, der jedoch hinzufügte: „Wir müssen jetzt aber auch nicht schwarz malen oder alles über den Haufen werfen. In der kommenden Trainingswoche werden wir versuchen, wieder mehr Dynamik, Energie und Mut in unser Spiel zu bringen.“ Am kommenden Samstag steht für seine Mannschaft ein Auswärtsspiel beim FC Nöttingen an.

NSU: Susser, Bellanave (61. Albert), R. Neupert (50. Mägerle), Klotz, Seybold (79. Eitelwein), Schorn, Neupert, Pander, Gebert, Cancar (83. Charrier)