Es gibt Spiele, nach denen man auch einmal mit einem Zähler leben muss. Das Heimspiel unserer Sport-Union gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen war solch eine Begegnung. „Das ist aus meiner Sicht ein leistungsgerechtes Ergebnis. Mit der Reaktion meiner Mannschaft nach dem 0:1-Rückstand war ich sehr zufrieden“, sagte NSU-Coach Marcel Busch nach dem Abpfiff. Das Bemerkenswerte an der Torfolge: Bereits zum vierten Mal in dieser Saison konnte seine Mannschaft nach einem Rückstand noch punkten. Diese positive Mentalität ist eine Kerneigenschaft der Neckarsulmer Sport-Union in der Saison 2020/21.

Zugegeben, das Spiel gegen Rielasingen-Arlen war eher von zäher Natur. Das lag zum einen an einem in der Defensive hoch konzentrierten und im positiven Sinne eklig agierenden Gegner,  zum anderen aber auch daran, dass die NSU nicht ganz das hohe Tempo der letzten Spiele erreichte.

So entwickelte sich, wie man so schön sagt, eine Begegnung, die von den Abwehrreihen dominiert wurde. Torchancen waren Mangelware. Die erste Möglichkeit hatte in Minute 17 das Pichterich-Team, das die erste halbe Stunde besser im Spiel war als die Gäste. Nach einer schönen Kombination legte Domenico Botta auf Claudio Bellanave ab, der sehenswert volley abzog, jedoch seinen Meister im glänzend reagierenden Rielasinger Keeper Dennis Klose fand.

Einen Schreckmoment erlebten die NSU-Fans nach 23 Minuten, als ein Distanzschuss von Stephan Ohnmacht an die Latte des Neckarsulmer Gehäuses klatschte. Viel mehr an Torchancen gab es im ersten Durchgang nicht zu notieren. “In den ersten 20 Minuten waren wir gut drin im Spiel, hatten aber danach auch eine Phase von 10 Minuten wo wir den Faden verloren und keinen Zugriff mehr hatten“, analysierte Marcel Busch die erste Hälfte.

Die zweite Halbzeit sah zunächst einen dominanten 1. FC Rielasingen-Arlen. Die Sport-Union fand nun nur schwer Zugriff auf die gut kombinierenden Gäste. Fast folgerichtig erzielte das Talwiesen-Team in der 54. Minute die 0:1-Führung. Nach zwei gewonnenen Zweikämpfen und einem perfekt durchgesteckten Ball netzte Nico Kunze aus kurzer Distanz ein.

Die NSU bemühte sich fortan zwar um den schnellen Ausgleich, doch es waren weiterhin zu viele Ungenauigkeiten im Neckarsulmer Spiel um den ganz großen Druck aufzubauen. Im Gegenteil: Nach 73 Minuten hätte Stephan Ohnmacht für die Entscheidung sorgen können, doch nach einem Konter platzierte er das Spielgerät freistehend aus 15 Metern weit über das Gehäuse.

In der 76. Minute wurden dann die Offensivbemühungen der NSU doch noch belohnt. Der Treffer war kurios, nach einer Flanke von links, gingen gleich drei Spieler zum Ball, Keeper Dennis Klose griff daneben und von der Schulter von Pasqual Pander trudelte das Leder zum 1:1 ins Netz.

Bis zum Abpfiff blieb das Spiel ausgeglichen, aber weiterhin ohne die ganz großen Tormöglichkeiten. So blieb es am Ende beim leistungsgerechten Remis, mit dem beide Teams wohl insgesamt leben können. „Nach der guten Anfangsphase hat mir so ein bisschen die Energie in unserem Spiel gefehlt“, monierte Marcel Busch. Nach dem Rückstand war das wieder da. Rielasingen-Arlen war der erwartet schwere Gegner, der uns physisch immer wieder super zugelaufen hat. Deswegen war das 1:1 aus meiner Sicht das gerechte Ergebnis.“

NSU: Susser, Romano, R. Neupert, Fausel, Seybold, Schorn (83. Charrier), Müller (62. Pander), Öztürk (68 Eitelwein), Bellanave (80. Cancar), S. Neupert, Botta