30.07.16 - Die NSU und der Pokal - einfach nur krass verrückt!
Tore in der 90. und 93. Minute sorgen für Sieg gegen Hollenbach
 

0:1 Hollenbach - 36. Minute Nico Nierichlo
1:1 - 90. Minute Henrik Hogen
2:1 - 93. Minute Martin Hess

Pokal-Wahnsinn auf dem Pichterich. Allein die Auflistung des Spielverlaufs verdeutlicht; Ja, es war wieder ein magischer Pokalabend in Neckarsulm, der stark an die dramatischen Auftritte der Pokal-Saison 2012/13 erinnerte, als die NSU bekanntlich im Endspiel stand. Der WFV-Pokal und das Pichterichstadion – diese Beziehung scheint weiterhin äußerst intakt zu sein.

Bei hochsommerlichen Temperaturen und einer für eine erste Pokalrunde tolle Zuschauerkulisse von rund 400 Besuchern startete das mit Spannung erwartete Oberliga-Duell wie allgemein erwartet taktisch geprägt. Den besseren Start erwischte die NSU, während die Hollenbacher zunächst zwar tief standen, dennoch nur bedingt Zugriff auf Spiel und Gegner bekamen. Den ersten Warnschuss gab die Damm-Elf in der 8. Minute ab, als ein Volleyschuss von Bogdan Müller von der Strafraumgrenze im letzten Moment von einem Hollenbacher entscheidend abgefälscht werden konnte. In der 28. Minute musste FSV-Keeper Joachim Fritsch sein ganzes Können aufbieten, um einen Freistoß von Sebastian Kappes aus dem kurzen Eck fischen. Eine Minute später war es abermals Sebastian Kappes, der nach einem Eckball freistehend an die Kugel kam, diese jedoch nicht in Richtung Hollenbacher Gehäuse platzieren konnte.

Die Hollenbacher fanden mit zunehmender Spieldauer zumindest in der Defensive besser in die Begegnung, der Führungstreffer der Gäste in der 36. Minute fiel dennoch aus dem Nichts – und war in der Entstehung extrem unglücklich für unsere Sport-Union. Zunächst wurde FSV-Stürmer Kevin Röcker abgeblockt, der Ball prallte anschließend zu Nico Nierichlo, der zunächst die Hacke von Robin Neupert und dann im zweiten Versuch aus der Drehung zum 0:1 vollendete. Es war der allererste Torschuss überhaupt des FSV Hollenbach. Das ist Oberliga. Effektiver geht nicht.

Das Gegentor zeigte sichtlich Wirkung bei unserem Team. Es dauerte eine Weile, bis die Sport-Union den Schock des Rückstandes aus den Trikots schüttelte. In der 42. Minute dann ein schöner Spielzug über David Gotovac und Marc Schneckenberger. Letzterer passte zurück auf Martin Hess, der jedoch zu sehr in Rücklage war und die Kugel aus zehn Meter über das Tor drosch. So ging es mit einem etwas schmeichelhaften 1:0 für Hollenbach in die Kabine.

Und die begann mit einer Riesenchance für die Gäste. Nach einer Flanke von rechts stand Manuel Hofmann plötzlich frei vor Marcel Susser, doch der Hollenbach verfehlte die Vorentscheidung um Millimeter.

Die restliche Spielzeit erinnerte dann ganz stark an die letzte Europameisterschaft. Ein Team, das anrannte (die NSU) und ein Team das sich komplett hinten reinstellte (Hollenbach). Die Gäste, und das machten sie richtig gut, standen wahnsinnig tief, bauten geradezu ein Abwehr-Bollwerk auf, für das die Sport-Union zunächst keinen Schlüssel fand. Lücken in diesem kompakten Defensivverbund zu erspähen war schwer bis unmöglich. Erst in der letzten Viertelstunde schaffte es die Damm-Elf dann, wieder Chancen zu kreieren.

Zunächst scheiterte Seba Öztürk nach feinem Pass in die Tiefe von Martin Hess jedoch am Außennetz (78.), kurz danach konnte Bogdan Müller eine scharfe und leicht abgefälschte Hess-Hereingabe freistehend nicht im Gehäuse unterbringen (82.). Der insgesamt etwas nüchterne, aber dennoch beeindruckende Hollenbacher Defensiv-Vortrag schien also tatsächlich mit Runde 2 belohnt zu werden.

Doch dann hielt die Pokal-Magie Einzug ins Pichterichstadion. Und beiden Neckarsulmern Treffer ging jeweils ein hoher Ball in die Hollenbacher Viererketten-Schnittstelle voraus. In der 90. Minute profitierte Martin Hess davon, der zunächst an Fritsch scheiterte, dann jedoch überlegt zu Henrik Hogen passte, der ebenso überlegt ins linke Eck einschob (90.). Der Neckarsulmer Neuzugang war erst drei Minuten zuvor eingewechselt worden.

Und als alle schon mit der Verlängerung rechneten, flog ein letzte Ball aus dem Halbfeld in den Hollenbacher Strafraum, Seba Öztürk war einen Schritt schneller als der aus dem Tor eilende Fritsch, ehe es zu einem deutlichen Kontakt kam. Der umsichtige Unparteiische Carl Höfer entschied sofort auf Strafstoß, eine korrekte Entscheidung. Martin Hess lief an und traf souverän zum umjubelten Siegtreffer des Pichterich-Teams. Ein Fußballspiel, das 89 Minuten lang eher zäh daher kam, erlebte in den Schlussminuten seine Explosion. Und die äußerte sich in einer Mischung aus Jubel und ungläubigem Kopfschütteln bei allen Neckarsulmer Beteiligten.

Einer, der etwas Zeit für den Jubelmodus brauchte war allerdings NSU-Trainer Thorsten Damm. „Wir haben heute einige Grundtugenden im Fußball vernachlässigt. Ballbesitz ist schön und gut, aber nach vorne war mir das heute zu wenig Tempo, Esprit und Laufbereitschaft. Vor allem mit dem ersten Durchgang war ich nicht einverstanden.“ Zumindest erkannte der Neckarsulmer Übungsleiter auch positive Aspekte: „Die zweite Halbzeit kann ich insgesamt so akzeptieren, das hätte ich auch gesagt, wenn wir in die Verlängerung gegangen wären oder verloren hätten.“ Und als Damm dann auch selbst von der Neckarsulmer Pokal-Magie ergriffen war, legte er schmunzelnd nach: „Immerhin scheinen wir die Fähigkeit, späte Tore schießen zu können, nicht verlernt zu haben.“

NSU: Susser, Leonhardt (86. Hogen), Kappes, Neupert, Seybold (68. Barini), Schneckenberger (77. Gerstle), Klotz (46. Marche), Gotovac, Öztürk, Müller, Hess

 
Begrüßung vor dem Anpfiff
Es sollte wieder ein magischer Pokalauftritt unserer Jungs werden
Kopfballduell zwischen Marius Klotz und Nico Nierichlo
Zwei, die schon viel im Fußball erlebt haben: Bogi Müller und Martin Schmidt
So sah es oft aus am Hollenbacher Strafraum: Viele Beine auf engem Raum
Zweikampf mit Philipp Seybold
Seba Öztürk hart bedrängt
Fast 400 Zuschauer säumten das Pichterichsatdion - wirklich nicht schlecht für eine 1. Pokalrunde
Marc Schneckenberger im Infight
Bogi gegen Hollenbachs Kapitän Johannes Volk
Seba Öztürk einen Schritt schneller als Nico Nierichlo
Den Ball im Visier: Martin Hess
Der 1. Torschus der Hollenbacher überhaupt - und dennoch drin! Das 0:1.
Konnten am ENde doch noch jubeln: Die Neckarsulmer Zuschauer
Die beiden Martins: Martin Hess und Martin Schmidt
NSU-Abwehrchef Robin Neupert
Seba Öztürk
MArtin Hess gegen Marc Zeller
Marius Klotz musste nach einem Schlag aufs Ohr und folgendem Schwindel ausgewechselt werden
Robin gegen Boris Nzuzi
Martin Hess und Manuel Hofmann im Zweikampf
Pech für Bogi bei dieser Großchance
Bogdan Müller gegen Johannes Volk
NSU-Coach Thorsten Damm
Seba akrobatisch
Sebastian Kappes
Kurz vor dem 1:1, Bogdan scheitert zunächst an Fritsch, legt dann quer zu Henrik Hogen, der aus 10 Metern vollendet
Tango-Jubel?
Kurz zuvor fand der für Hollenbach verhängnisvolle Kontakt statt: Elfmeter für die NSU
Martin verwandelt sicher - 2:1 in der 93. Minute
Hier aus anderer Position
Großer Jubel bei unseren Jungs
Es bleibt dabei: Auf dem Pichterich ist Pokal-Magie zu Hause
Der Torschütze musste einen Hollenbacher trösten
Robin und Goto sinken nieder - das Spiel hatte viel Kraft gekostet
Große Freude nach dem Abpfiff
Henrik Hogen - Freude pur
Henrik traf zum 1:1-Ausgleich
Das Unparteiischen-Trio um Carl Höfer leitete die Begegnung sehr umsichtig
NSu-Spartenleiter Klaus-Dieter zur Linden freut sich mit