03.04.18 - So sah es der Gegner: TSG Weinheim - NSU 1:1
 
(c) Weinheimer Nachrichten vom 03.04.18
 

EIN PUNKT IN EINEM REINEN KAMPFSPIEL


TSG rückt durch das 1:1(1:0) gegen Neckarulmer etwas näher an den vorletzten Tabellenplatz heran -
Morgen gegen Walldorf II 19:00 Uhr im Waldstadion an der Gorxheimer Talstraße

Weinheim. Der Umzug hat sich ausgezahlt: Vom großen Sepp-Herberger-Stadion verlegte die TSG 62/09 Weinheim ihr Heimspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union ins kleine Waldstadion an der Gorxheimer Talstraße. Zum einen fand sich dort erstmals in diesem Jahr wieder eine dreistellige Zuschauerzahl in Weinheim ein – 110 Besucher verfolgten an einem weitgehend sonnigen Karsamstag die Partie in der Fußball-Oberliga. Zum anderen zahlte sich die Örtlichkeit auch deshalb aus, weil die Gastgeber ihr Punktekonto aufstocken konnten. Am Ende einer äußerst zähen Partie erkämpfte sich die TSG ein 1:1 (1:0).

Damit sind die Weinheimer bis auf zwei Punkte an den Tabellenvorletzten FC Astoria Walldorf II herangerückt. Mit einem Sieg am morgigen Mittwoch im Nachholspiel gegen Walldorf (erneut im TSG-Waldstadion, offizieller Spielbeginn unverändert 19 Uhr, TSG bemüht sich noch um eine Verlegung auf 19.30 Uhr) könnte das Schlusslicht also die „rote Laterne“ abgeben.

Das Spiel gegen Neckarsulm hatte indes nicht allzu viel mit Fußball zu tun. Auf dem kleinen Rasenplatz im Waldstadion ist es extrem schwer, spielerische Akzente zu setzen, womit vor allem die Gäste ihre Schwierigkeiten hatten. Ständig steht hier einem ein Gegenspieler quasi direkt auf den Füßen, Ballkontrolle oder gar flüssige Kombinationen über mehrere Stationen sind fast nicht möglich. So entwickelte sich über weite Phasen ein Gestochere, wobei es hauptsächlich darauf ankam, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten.

Es war ein reines Kampfspiel. Und in dieser Beziehung muss man den Weinheimern zugute halten, dass sie wirklich alles in die Waagschale warfen. Was die TSG-Mannschaft an Einsatzwillen zu bieten hatte, brachte sie auch auf den Platz. Daher war der Punktgewinn am Ende auch nicht unverdient.

Torgefährliche Szenen ereigneten sich meist nur nach ruhenden Bällen, oder wenn eine Abwehrreihe nicht ganz auf der Höhe des Geschehens war. Das passierte Neckarsulm bereits einmal in der 5. Minute. Nach einer Flanke von TSG-Rechtsverteidiger Nico Königsmann tauchte Gäste-Torwart Marcel Susser unter dem Ball durch und Abdullah Köse kam plötzlich völlig frei zum Kopfball. Der Weinheimer verfehlte das Ziel aber knapp. In der Folge war in einer sehr zerfahren wirkenden Partie erst einmal Schonkost angesagt. Erst zwei Eckbälle für Neckarsulm durch Standardspezialist Adrian Beck waren wieder erwähnenswert. Zunächst wurde ein Schussversuch von Sebastian Kappes geblockt und der Nachschuss von Enzo Romano ging über den TSG-Kasten (27.). Vier Minuten später verzog Robin Neupert einen Seitfallzieher.

Eine starke Einzelaktion von Köse über die linke Angriffsseite leitete den Weinheimer Führungstreffer ein. Zwar fand seine Flanke zuerst keinen Abnehmer, als der Ball von der anderen Seite aber nochmal nach innen kam, fand David Keller den Abschluss. Gäste-Torhüter Susser parierte zwar, aber genau vor die Füße von Yannick Schneider, der aus kurzer Distanz zum 1:0 vollstreckte (37.).

In der zweiten Halbzeit erarbeitete sich Neckarsulm ein Übergewicht, wurde aber nur selten zwingend. Einmal hatte die TSG allerdings Glück, als Beck nach einer schwachen Kopfballabwehr von Georgios Roumeliotis freie Schussbahn hatte, aber nur einen „Kullerball“ zustande brachte, den zudem Pascal Hemmerich unmittelbar vor TSG-Torwart Levent Cetin nicht verwerten konnte (60.).

Ein langer Ball von Neckarsulm führte in der 72. Minute schließlich zum gerechten Ausgleich. Als sich im TSG-Abwehrzentrum keiner zuständig fühlte, sagte Ouadie Barini danke und schob freistehend zum 1:1 ein. Erst danach kam die TSG durch einen gefährlichen 16-Meter-Flachschuss des eingewechselten Ramzy Yahaya zur ersten Offensivaktion in der zweiten Halbzeit (74.). Während bei den Weinheimern der bislang erfolgreichste Saison-Torschütze Yigzaw Tesfagaber 90 Minuten lang auf der Bank saß, kam in der 85. Minute noch der im März für eine Woche suspendierte Tolga Karlidag zu seinem kurzen Comeback im TSG-Oberligateam.

In der Nachspielzeit warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne, der Siegtreffer blieb ihnen aber verwehrt. Erst verpasste Hemmerich nach einem Freistoß knapp den Ball (90.+3) und kurz vor dem Abpfiff hielt TSG-Schlussmann Cetin einen Kopfball von Barini aufs kurze Eck fest (90.+5). bk

TSG 62/09 Weinheim: Cetin; Königsmann, Roumeliotis, Glässer, Engel, Bunjaku, Goudar (71. Yahaya), Keller, Schneider (90.+1 M. Gärtner), Köse (88. O. Gärtner), Calhanoglu (85. Karlidag).

Tore: 1:0 Schneider (37.), 1:1 Barini (72.).

Bilder zum Spiel:
http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/