20.11.17 - So sah es der Gegner: FC 08 Villingen - NSU 2:1
 
(c) Badische Zeitung vom 20.11.17
 

FC 08 Villingen behält im Spitzenspiel die Oberhand

Der elfte Dreier des FC Villingen war allerdings sehr schmeichelhaft in einem sehenswerten, hochklassigen Oberliga-Spitzenspiel.  Wille und Leidenschaft brachten die Entscheidung. Es lief die 92. Minute im Friedengrund. Die  1200 Zuschauer waren zufrieden, dass es immerhin zu einem 1:1 reichen würde. Denn groß war der Druck der Neckarsulmer in den letzten 25 Minuten geworden, sie drängten vehement auf den Siegtreffer. Die Heimelf kam kaum noch zu Entlastungsangriffen. Doch Trainer Maric hatte einen guten Riecher: In der 77. Minute brachte er die beiden „Läufer“ Mario Ketterer und Tobias Weißhaar. Die ackerten fortan, um den Punkt abzusichern. Und Ketterer hatte in der letzten Minute noch diese entscheidende Gelegenheit: Nach einem Foul auf der rechten Seite trabte er wie ein Oberkellner im Wiegeschritt von links nach rechts. Der Linksfuß zirkelte den Ball in den Gästefünfer. Dort sorgten die Villinger Stürmer für viel Verwirrung. Der Ball konnte nicht geklärt werden, landete wie eine Flipperkugel vor den Füßen von Benedikt Haibt. Der wollte den Ball über die Linie drücken, doch Gästekeeper Marcel Susser parierte sensationell mit dem Fuß. Den hochspringenden Ball köpfte Haibt im zweiten Versuch über ihn hinweg ins Tor. 2:1 für Villingen, ausgelassene Jubelarien auf und neben dem Spielfeld und begeisterte Fans auf der Tribüne. Der Aufsteiger mischt weiter die Liga  auf, hat den zweiten Platz mit fünf Punkten Vorsprung bereits vor Ende der Hinserie gefestigt. 

Die Nullachter mussten dieses Mal mächtig rackern: Die Sport-Union war ein sehr starker Gegner. Die Gästespieler liefen die Villinger gut an und  machten mit ihrem Pressing die Räume zu. So passierte vor den Toren nicht  viel, was aber an der taktischen Qualität beider Teams lag, die sich neutralisierten. Umso wichtiger war, dass der FC 08 eine seiner wenigen Möglichkeiten in der 23. Minute zum 1:0 nutzte. Cristian Giles Sanchez kam 30 Meter vor dem Tor in Ballbesitz, wurde nicht angegriffen und zog aus 20 Metern einfach mal ab – der stramme Schuss schlug unhaltbar neben dem Pfosten ein.  Die Gäste waren in Strafraumnähe und vor dem Tor deutlich gefährlicher. Was die Villinger mit Laufarbeit und Kampfgeist wettmachten. Christian Mendes verhinderte schon vor der Führung gegen den freistehenden Ouadie Barini (19.) ein Gegentor. Und einen Freistoß von Adrian Beck konnte er gerade noch über die Latte lenken (31.). Das knappe 1:0 zur Pause war schmeichelhaft. 

Nach dem Seitenwechsel deutete sich an, dass die Partie  bis zum Schluss umkämpft sein würde. Die Gastgeber wurden zusehends eingeengt und der Gast bekam Oberwasser. Die beste Chance zum  2:0, um damit den Neckarsulmern vielleicht frühzeitig den Zahn zu ziehen, hatte Nedzad Plavci mit einem gefährlichen 22-Meter-Aufsetzer (57.). Doch dann riss der Faden bei der Heimelf. Steven Neupert gab den ersten Warnschuss ab (68.), der zweite landete im Netz: Beck zirkelte von der rechten Seite einen Freistoß an den Fünfmeterraum, wo Sebastian Kappes hochstieg und den Ball per Kopf unhaltbar zum verdienten 1:1 ins Tor wuchtete. Was jetzt folgte, war Vollgastempo der Gäste und 100 Prozent Leidenschaft der Villinger.  Die beste Chance der Neckarsulmer zum Siegtreffer wurde in der 74. Minute vergeben: Nach toller Vorarbeit von Barini in den Rücken der Abwehr donnerte Beck den Ball freistehend aus sieben Metern an die Unterkante der Querlatte. Es roch nach einer Niederlage für die  Villinger. Doch plötzlich ergab sich die Freistoßchance und wie aus dem Nichts drehte sich das Spiel doch noch auf die Seite der Nullachter. „Der Sieg war wichtig und ich freue mich, dass ich der Mannschaft  entscheidend helfen konnte“, sagte Benedikt Haibt, dem der Last-Minute-Treffer gelang.