09.11.17 - Am Samstag knifflige Auswärtsaufgabe in Sandhausen
 

Am kommenden Samstag, den 11.11. geht es für unser Oberliga-Team nicht etwa auf eine Karnevalsveranstaltung, ganz im Gegenteil, wir treten zum 15. Oberliga-Spieltag beim aktuellen Tabellensechzehnten, dem U23-Team von Zweitligist SV Sandhausen an (Achtung: Anpfiff bereits um 14:00).

 
 

Die Aufgabe im Walter-Reinhard-Stadion könnte knifflig für die Sport-Union werden, denn die Sandhäuser Reserve hat in dieser Spielzeit gegen Spitzenteams meist sehr gut ausgesehen. So konnten die beiden bisherigen Saisonsiege, gleich zum Start, gegen die Topclubs Balingen und Freiberg eingefahren werden. Danach allerdings gab es einen Bruch und es folgte der Absturz in die Abstiegszone. „Die Sandhäuser haben sich vor der Saison ganz gut verstärkt, so dass ich mir sicher bin, dass sie mehr Substanz haben als in der vergangenen Saison. Der Einbruch des SVS, trotz Profi-Unterstützung, ist für mich daher sehr verwunderlich“, so NSU-Coach Thorsten Damm.

Apropos Profi-Unterstützung: In der Tat weiß man vorher nie so genau, wie viele und vor allem welche Profis in der Sandhäuser Amateur-Startelf stehen werden. Besonders bei Heimspielen ist es (legitimer) Usus, dass die Schwarz-Weißen ihre U23 gerne von oben aufstocken. Eventuell gegen die Sport-Union umso mehr, weil am kommenden Samstag kein Zweitliga-Spieltag stattfindet? „Eigentlich mache ich mir darüber wenig Gedanken, da wir das sowieso nicht beeinflussen können“, sagt Thorsten Damm. „Allerdings macht das die Spielvorbereitung nicht unbedingt einfacher.“

Dabei hat die Sandhäuser U23 sportlich auch ohne Profi-Unterstützung einiges zu bieten. Öffentlich bekräftigt wurde in Sandhausen nämlich, dass ein Strategiewechsel stattfinden soll, der die Ausbildung der eigenen Jugend in den Fokus stellt. Ein sehr wichtiger Baustein hierbei ist die eigene U23, daher hat man auch ein großes Interesse daran, diese zumindest in der Oberliga zu halten.

Deshalb fiel diesmal auch die bei einer 2. Mannschaft eigentlich obligatorische hohe personelle Fluktuation vor Saisonbeginn diesmal in Sandhausen eher moderat aus. Acht Neuzugänge wurden zu Saisonbeginn präsentiert, davon drei aus der eigenen Jugend. Mit Cheik Cisse, Demarveay Sheron (beide KSC II) sowie Leander Vochatzer (Stuttgarter Kickers II) waren auch drei junge, aber bereits seit Jahren Oberliga-erfahrene Akteure unter den Neuen.  Mit Letzterem, sowie den beiden Stoßstürmern Jan Dahlke und Jose Vunguidica ist vor allem die Offensive des SVS qualitativ hochwertig besetzt. Aber auch das Mittelfeld um den Walldorf-Neuzugang Paul Weber, Luca Sterzing, Maximilian Schilling und Kapitän Nikolai Bauer besitzt viel Dynamik und Vehemenz.

Dass es nach dem glänzenden Start mit Siegen gegen die ambitionierten TSG Balingen und SGV Freiberg danach neun Spiele ohne Sieg gab, verwundert daher schon etwas, auch wenn die Sandhäuser selbst als Saisonziel lediglich den Klassenerhalt ausgegeben haben. Erst am 12. Spieltag gab es beim 2:1-Sieg gegen den SV Spielberg den nächsten Dreier, dennoch befindet sich das Team von Trainer Kristijan Glibo auf Platz 16 aktuell in der akuten Abstiegszone. Ein Zustand, den man bei den Badener sicher nur allzu gerne zeitnah ändern möchte. Daher braucht man kein Prophet sein um vorherzusagen, dass uns am Samstag in Sandhausen 90 extrem harte Minuten bevorstehen. 

Dass die Sport-Union dabei als Tabellenführer ins Spiel geht, ist für Thorsten Damm kein wichtiger Aspekt. „Wir ziehen unseren Strom nicht aus der Tabellenkonstellation, sondern aus den Herausforderungen der jeweils nächsten Aufgabe“, erklärt der Neckarsulmer Coach. „Da ist jetzt Sandhausen, das sicher alles raushauen wird, um seine sportliche Situation zu verbessern, dann reisen wir nach Villingen zu einem Top-Team und erwarten danach Pforzheim, das sich nach dem Trainerwechsel absolut stabilisiert hat.“

Der Neckarsulmer Fokus liegt also ganz klar auf den einzelnen Spielen, nicht auf der Tabelle. Oder wie Thorsten Damm es ausdrückt. „Wir alle wissen, dass eine Tabellenführung im November nichts bedeutet, erst recht, wo die vier Spitzenteams derzeit so eng beieinander sind. Unser Ziel ist es daher in erster Linie zu gewinnen und als Nebeneffekt dadurch Tabellenführer zu bleiben, und nicht umgekehrt.", so Thorsten Damm abschließend.