18.09.17 - So sah es der Gegner: Reutlingen vs. NSU 0:0
 
(c) Reutlinger General-Anzeiger vom 16.09.17
 

REUTLINGEN - NECKARSULM 0:0 - Der Neu-SSVler Sidy Niang verliert in der 80. Minute den Überblick. In der Nachspielzeit rettet Keeper Milan Jurkovic in bravouröser Manier

Nullnummer des SSV Reutlingen gegen Neckarsulm

VON MANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN. Die gute Nachricht für die Anhänger des Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen: Die Mannschaft von Trainer Jochen Class hat ihr Heimspiel nicht verloren. Die schlechte Nachricht: Die Nullfünfer haben auch im vierten Anlauf vor heimischer Kulisse im Kreuzeiche-Stadion keinen Sieg eingefahren. Vor 911 Zuschauern endete der Vergleich mit der Neckarsulmer SU 0:0-Unentschieden.



»Wir wollten gegen einen starken Gegner wie Neckarsulm keinen Schönheitspreis gewinnen«, erklärte Reutlingens Trainer Jochen Class. »Unser Motto lautete: Sicherheit geht vor.« Für seinen Neckarsulmer Kollegen Thorsten Damm war »relativ früh klar, dass es ein 0:0-Spiel geben wird«.

In einer mit wenigen prickelnden Strafraumszenen besetzten Begegnung sorgte die Schlussphase für die Höhepunkte. In der 80. Minute setzte der eingewechselte Andreas Maier mit einem Außenrist-Pass Sidy Niang in Szene. Der 23-Jährige stürmte auf der linken Seite auf und davon, steuerte in die Mitte, hätte die mitgelaufenen Pierre Eiberger oder Dirk Prediger mit einem Querpass bedienen müssen, entschied sich aber für ein Solo und blieb schließlich am Neckarsulmer Keeper Marcel Susser hängen. »Wenn Sidy diesen Ball querlegt, wäre unser Plan zu 100 Prozent aufgegangen«, trauerte Class dieser Gelegenheit hinterher. »Den Ball muss er quer spielen. Da gibt es keine Entschuldigung«, ärgerte sich Spielleiter Martin Göggelmann. »In dieser Szene hätte ich abspielen müssen«, sagte denn auch der 23 Jahre alte Senegalese, der in dieser Szene den Überblick verlor, ansonsten aber auch in seinem dritten Einsatz zeigte, dass er eine wertvolle Verstärkung für die Reutlinger ist.

Ricciardi lobt Defensivleistung

Im Anschluss an diese Reutlinger Großchance brachten die Neckarsulmer den SSV noch zwei Mal in Bedrängnis. In der 83. Minute wehrte Torhüter Milan Jurkovic einen Freistoß von Sebahattin Öztürk ab und in der Nachspielzeit lenkte Jurkovic in bravouröser Manier einen 22-Meter-Flatterball von Marius Klotz über den Querbalken. Keine Frage: Der SSV darf sich glücklich schätzen, diesen erfahrenen Keeper an Land gezogen zu haben. Der 34 Jahre alte Jurkovic, der in der Jugend beim VfB Stuttgart seine Grundausbildung erhielt, strahlt eine enorme Ruhe aus, pflückt die hohen Bälle wie selbstverständlich herunter, ist mit dem Ball am Fuß stark und dirigiert seine Mitspieler umsichtig. »Milan ist ein überragender Torhüter«, urteilte Mittelfeldrackerer Maximilian Rohr.

Nachdem sich die Reutlinger in den zurückliegenden Heimspielen gegen den FCA Walldorf II (0:3) und die TSG Backnang (1:2) in der Defensive löchrig wie ein Schweizer Käse präsentierten, schwor Class seine Elf ein, in der Abwehr konzentriert und konsequent zu Werke zu gehen. Gesagt, getan. »Defensiv war das eine richtig starke Leistung«, stellte der Sportliche Leiter Giuseppe Ricciardi fest. »In der Offensive fehlt noch die Cleverness und die Ruhe am Ball.« In Durchgang eins hatte Neckarsulm leichte Vorteile, aber nur eine Halbchance. Der SSV verbuchte kurz vor dem Seitenwechsel zwei Mini-Gelegenheiten - einmal wurde Marcel Avdic im letzten Moment gestoppt, einmal parierte Susser einen Schuss von Eiberger. »Das war ein Abnutzungskampf«, urteilte Class. Ein Abnutzungskampf, den am Ende beide Mannschaften noch hätten gewinnen können. (GEA)
 
 
 
(c) Schwäbisches Tagblatt vom 16.09.17
 

Nullnummer in Reutlingen

Der SSV holt auch gegen Neckarsulm nicht den ersten Heimsieg.

911 Zuschauer waren gestern Abend ins Kreuzeiche-Stadion gekommen – darunter auch Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. Tore gab's aber keine zwischen dem SSV Reutlingen und der Neckarsulmer Sport-Union. Und das war dem Spielverlauf auch angemessen. Die Partie plätscherte vor sich hin, Neckarsulm hatte mehr Ballbesitz, der SSV spielte mit Bedacht und wenig Zug nach vorne. Insgesamt war's kein schönes Spiel. „Aber wir sind in der Defensive fantastisch gestanden“, lobte Giuseppe Ricciardi, Reutlingens sportlicher Leiter.

Minute 81 hätte den Reutlingern dennoch den Sieg bringen müssen: Sidy Niang lief in den Strafraum, schloss aber selbst ab, anstatt auf zwei freistehende Mitspieler abzulegen – es wäre das sichere 1:0 gewesen. „Aber ich bin auch so zufrieden, weil wir gegen ein Top-Team einen Punkt geholt haben“, sagte SSV-Trainer Jochen Class. In der Nachspielzeit hatte der SSV nochmal Glück, als Marius Klotz' Schuss von Keeper Milan Jurkovic noch entschärft werden konnte. Neckarsulms Trainer Thorsten Damm war „happy mit dem Punkt vor dieser Kulisse in Reutlingen“.

SSV Reutlingen: Jurkovic; Vogler, Lübke (74. Maier), Schramm, Rohr, Eiberger, Milisic, Di Biccari, Niang, Schneider (60. Kuengienda), Avdic (74. Prediger).

 
 
 
(c) Südwestpresse vom 16.09.17
 

Kein Spektakel, aber starke Defensivarbeit bei 0:0 des SSV

Fußball-Oberliga: SSV Reutlingen bleibt nach 0:0 gegen Neckarsulmer SU weiterhin ohne Heimsieg. 911 Zuschauer werden nicht verwöhnt.

Der SSV Reutlingen Fußball wartet in der Oberliga Baden-Württemberg weiterhin auf den ersten Heimsieg. Gestern Abend erreichten die Kreuzeichekicker, die kurzfristig auf Luca Plattenhardt (Zerrung im Training erlitten) verzichten mussten, nur ein 0:0 nach einer für Fußballfeinschmecker eher trostlosen Partie gegen die favorisierte Neckarsulmer SU.

Die 911 enttäuschten Zuschauer sahen auf beiden Seiten kaum Torchancen, dafür Mängel und Ideenlosigkeit im Spiel nach vorne. Der SSV schien vor allem kein Gegentor einfangen zu wollen. Und an diesem Ansatz griff eine gänzlich andere Spielanalyse - nämlich diejenige von der starken Defensivleistung. „Wir sind in der Defensive glänzend gestanden. Ich bin daher sehr zufrieden mit diesem Punkt gegen ein spielerisch starkes Team, das für mich zu den Top 3 der Oberliga gehört. Hätte Niang in der 81. Minute abgespielt, wäre sogar ein 1:0-Sieg möglich gewesen. Die beiden Mannschaften haben sich neutralisiert. Neckarsulm wird vermutlich nur wenige Spiele verlieren“, meinte SSV-Trainer Jochen Class.

Kritische Geister sahen es anders, nämlich so: Die Unterländer waren von zwei offensivschwachen Teams noch das spielerisch bessere, hatten allerdings in der  81. Minute Glück, dass SSV-Neuzugang Sidy Niang bei einer Überzahlsituation im Gästestrafraum seine mitgelaufenen Teamkollegen Eiberger und Prediger übersah, Neckarsulms Torwart Marcel Susser umspielen wollte und dabei hängenblieb.

In der Nachspielzeit rettete SSV-Keeper Milan Jurkovic, auch gestern Abend mit einer fehlerlosen Vorstellung, mit starker Parade bei einem 22-Meter-Schuss von Gästeakteur Marius Klotz das torlose Remis.

„Ich bin glücklich mit einem Remis in Reutlingen. Es war eine Partie, in der die Abwehrreihen dominierten“, meinte Neckarsulms Trainer Thorsten Damm.

Jurkovic - Vogler, Lübke (74. Maier), ­Schramm - Rohr, Eiberger, Milisic, Di Biccari - Niang, Schneider (60. Kuengienda), Avdic (74. Prediger).

Neckarsulmer SU: Susser - Kappes, Schneckenberger, Bellanave (77. Hemmerich), Barini - Öztürk, Klotz, Beck, Neupert, Busch - Gotovac.

Gelbe Karten: Milisic, Prediger - Neupert.

Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio (Konstanz)

Zuschauer: 911.