14.04.18 - So sieht es der Gegner: Vor dem heutigen Spiel in Ravensburg
 
(c) Schwäbische Zeitung vom 14.04.18
 

Ravensburg sucht den Stürmer

Wer nimmt beim FV Ravensburg in der Partie gegen die Neckarsulmer Sport-Union den Platz von Rahman Soyudogru ein? Der Toptorjäger sah in der Fußball-Oberliga am Dienstag gegen den SSV Reutlingen in der Nachspielzeit eine unnötige Rote Karte und fehlt dem FV auf jeden Fall am Samstag um 15.30 Uhr im Heimspiel gegen die NSU. Auch Torwart Kevin Kraus fehlt gesperrt.

Das genaue Strafmaß für die beiden Ravensburger stand am Freitag noch nicht fest. Beide sind auf jeden Fall gegen Neckarsulm gesperrt, Anfang der kommenden Woche wird dann das Urteil der Disziplinarkommission des Württembergischen Fußball-Verbandes folgen. „Ich hoffe, er wird nicht länger gesperrt“, sagt Trainer Steffen Wohlfarth über die Sperre von Rahman Soyudogru. „Ich hoffe, der Verband wertet auch, dass sich der Gegenspieler nicht fair verhalten hat.“

Wohlfarth hat nun das Problem, dass er keinen echten Mittelstürmer mehr im Kader hat. „Unser Spielsystem am Samstag wird sich etwas ändern“, sagt der FV-Trainer, der einige Kandidaten für die zentrale Position in der Offensive im Auge hat. „ Bartosz Broniszewski kann alles spielen, auch Burhan Soyudogru, Felix Schäch, Max Chrobok oder Harun Toprak können vorne spielen.“ Klar ist aber auch, dass den Ravensburgern ohne Rahman Soyudogru Qualitäten fehlen. „Es wird viel schwieriger, Bälle mit dem Rücken zum gegnerischen Tor festzumachen“, weiß Wohlfarth. „Wir haben aber dennoch eine schlagkräftige Truppe.“

Die Neckarsulmer liegen derzeit in der Tabelle zwar nur auf Platz zehn, in der Hinrunde spielte die NSU aber lange oben mit. In den vergangenen Wochen schwächelte Neckarsulm allerdings ein bisschen und hat seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen. „Irgendwie haben wir die notwendigen letzten paar Prozent nicht auf die Platte bekommen“, sagt Trainer Thorsten Damm auf der NSU-Homepage. FV-Trainer Wohlfarh will sich vom Tabellenstand des Gegners aber nicht blenden lassen. „Außer Balingen hat jede Mannschaft in dieser Saison kleine Schwächephasen dabei.“ Die Ravensburger wollen nach der 0:1-Niederlage gegen den SSV Reutlingen wieder zurück auf die Erfolgsspur und als Tabellenfünfter an Freiberg, Villingen und Bissingen dranbleiben.

Mesic ohne Spielpraxis

Im Ravensburger Tor wird – erstmals in dieser Saison von Beginn an – Haris Mesic stehen. Dem FV-Torwart fehlt also die Spielpraxis. „Aber ich weiß um seine Qualitäten, da mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, meint Wohlfarth. „Wir haben zwei gleichwertige Torhüter.“ In der Abwehr ist Sebastian Mähr nach seiner Verletzung wieder eine Option für die Startelf. „Eigentlich bin ich kein Freund davon, in der Innenverteidigung viel zu wechseln“, sagt Wohlfarth. Sollte Broniszewski aber weiter nach vorne rücken, wäre hinten der Platz für den Kapitän Mähr wieder frei. „Auch die Kette mit Mähr ist eingespielt“, sagt Wohlfarth.

Eine Option für die Startelf ist Felix Schäch, der nach seiner Einwechslung gegen Reutlingen belebende Akzente setzte. „Gegen Reutlingen hat er mir sehr gut gefallen“, lobt Wohlfarth. Seine Mannschaft warnt der Trainer vor den gefährlichen Standards der NSU. Bei der 1:4-Niederlage in der Hinrunde kassierte Ravensburg alle vier Gegentreffer nach Standards. „Das war eines unserer schlimmsten Spiele der Saison“, erinnert sich Wohlfarth.

 
 
 
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In der Tat sitzt der Stachel noch etwas tief nach der unglücklichen 0:1-Niederlage vergangenen Dienstag gegen den SSV Reutlingen. Aber wir wären nicht der FV Ravensburg, wenn wir diesen Stachel von Tag zu Tag nicht ein Stückchen mehr zu lockern wüssten. Wir haben die Niederlage akzeptiert, gründlich analysiert und blicken jetzt auf unseren kommenden Gegner, die Neckarsulmer Sport-Union Fußball . Die 4:1-Hinspielniederlage ist ebenfalls abgehakt, damit beschäftigen wir uns längst nicht mehr. Warum auch? Wir spielen eine sensationelle Rückrunde, haben jetzt ein Spiel verloren und noch weitere neun zu absolvieren. Die Neckarsulmer Presse nennt unsere Mannschaft „mit das Beste, was die Oberliga zu bieten hat“. Zugegeben, ein schönes Kompliment.

Unbeirrt verfolgen wir nach wie vor unser Saisonziel und versuchen jedes Spiel zu gewinnen, egal wie der Gegner heißt. Und der kommende Gegner gehört zweifelsohne aus unserer Sicht ebenfalls zu den Top-Teams der Liga. Zwar sprechen die jüngsten Ergebnisse der NSU eine andere Sprache. Doch wer sich etwas intensiver mit der Mannschaft um Cheftrainer Thorsten Damm beschäftigt, findet schnell die Gründe für das Abrutschen des Teams ins Mittelfeld der Liga. Ein durch Verletzungspech dezimierter Kader und Leistungsträger die von Spiel zu Spiel an ihre Grenzen gehen müssen, weil sie nicht geschont werden können. Derartige Umstände in der Oberliga zu kompensieren fällt keiner Mannschaft leicht. Und dennoch, betrachtet man die Ergebnisse der NSU, so sticht ein besonderer Umstand sofort ins Auge. Wenn die Nackarsulmer verlieren, dann mit höchstens einem Tor Unterschied. Wenn sie aber gewinnen, dann fegen sie ihre Gegner regelrecht vom Platz.

Mit ähnlichen Personalsorgen, die nach den zwei roten Karten aus dem Spiel gegen Reutlingen nochmals verschärft werden, haben auch unser Cheftrainer Steffen Wohlfarth und Co-Trainer Andi Raaf zu kämpfen. Ausgerechnet unser erfolgreichster Torschütze und Top-Torjäger der Oberliga Baden-Württemberg, Rahman Soyudogru, ist am kommenden Samstag gesperrt. Das selbe gilt natürlich auch für unseren Stammkeeper und sicheren Rückhalt Kevin Kraus. Kein schöner Umstand. Jetzt sind nicht nur unsere Coaches gefragt mit dieser Situation zurechtzukommen, sondern auch diejenigen, die in dieser Saison bislang weniger zum Zuge gekommen sind. Welche Startformation Coach Wohlfarth am Samstag auf den Platz schickt, wird wohl erst nach dem morgigen Abschlusstraining oder am Spieltag selbst entschieden. Wir tippen auf Letzteres.

Ja, wir sind am Dienstag hingefallen. Doch wir sind der FV 1893 Ravensburg! Wir stehen wieder auf und machen weiter. Entschlossen und kompromisslos geben wir alles für den Verein und unsere treuen Anhänger.

Liebe Fans, wie immer würden wir uns sehr freuen Euch zahlreich am Samstag im Wiesentalstation begrüßen zu dürfen. „Jetzt erst Recht“. (sm)