09.10.17 - So sah es der Gegner: NSU vs. Ravensburg 4:1
 
(c) Schwäbische Zeitung vom 09.10.17
 

FV verliert und kassiert zwei Platzverweise

Der FV Ravensburg mit schwarzem Tag beim 1:4 in der Fußball-Oberliga bei der Neckarsulmer Sport-Union

Neckarsulm tk Einen Nachmittag zum Vergessen haben die Fußballer des FV Ravensburg am Samstag erlebt. Bei der Neckarsulmer Sport-Union verloren die Ravensburger mit 1:4. Nach zwei Platzverweisen beendete der FV das Spiel zudem nur noch mit neun Mann.

Kurz vor der Halbzeit sah Innenverteidiger Philipp Altmann wegen Meckerns die Gelbe Karte, kurz nach der Pause gab es die zweite Gelbe Karte wegen Foulspiels. „Der Platzverweis war berechtigt, den hätten wir uns aber schenken können“, sagte FV-Trainer Wolfram Eitel und meinte damit vor allem die erste Gelbe Karte. Noch bitterer für Ravensburg: Sebastian Mähr stand bereits an der Seitenlinie, als die NSU nach dem Platzverweis einen Eckball bekam. Der große Innenverteidiger des FV fehlte, das nutzte Sebastian Kappel zum 1:0 für Neckarsulm aus.

Hörtkorn mit Notbremse

Sechs Minuten später war die Partie entschieden. Denn zunächst flog Daniel Hörtkorn nach einer Notbremse gegen Ouadie Barini mit Rot vom Platz (Eitel: „Er hat die Situation verpennt und dann seinen Gegenspieler über den Haufen gerannt“), ehe Adrian Beck per Strafstoß das 2:0 für Neckarsulm erzielte. „Mit zwei Mann weniger hast du auf diesem Niveau keine Chance mehr, ins Spiel zurückzukommen“, sagte Eitel. „Insgesamt war das eine zweite Halbzeit zum Vergessen.“

Die erste Hälfte dagegen war noch ausgeglichen – sowohl von der Anzahl der Spieler als auch vom Spielerischen. Rahman Soyudogru hatte zwei gute Gelegenheiten für Ravensburg, einen Kopfball von Steven Neupert fischte FV-Torwart Kevin Kraus ganz stark aus dem Winkel. In der 30. Minute gab es nach einem vermeintlichen Foul von Altmann an Alex Albert (Eitel: „Erstens war es kein Foul und zweitens außerhalb des Strafraums“) Elfmeter für Neckarsulm, doch Sebat Öztürk schoss übers Tor.

Wohlfarth verkürzt per Elfmeter

Nach dem 0:2 ging Ravensburg dann viel Risiko, den Platz zum Kontern nutzte in der 78. Minute Marc Schneckenberger zum 3:0 aus. Drei Minuten später verkürzte Steffen Wohlfarth per Strafstoß auf 1:3, quasi im Gegenzug stellte Steven Neupert aber den 4:1-Endstand her. „Diese zweite Halbzeit wird uns in Erinnerung bleiben“, meinte Eitel. „Alles in allem war es ein sehr frustrierender Tag für uns."

Neckarsulmer Sport-Union – FV Ravensburg 4:1 (0:0) – Tore: 1:0 Kappes (55.), 2:0 Beck (61.), 3:0 Schneckenberger (78.), 3:1 Wohlfarth (82., FE), 4:1 Neupert (83.) – SR: Fritsch – Z: 350 – Bes. Vork.: Neckarsulm verschießt FE (30.), Gelb-Rote Karte Altmann (FV, 53., Foul), Rote Karte Hörtkorn (FV, 59., Notbremse) – FV: Kraus – Zimmermann (81. Chrobok), Altmann, Hörger, Hörtkorn – Toprak (61. Henning), Boneberger, Reiner, B. Soyudogru (67. Coban) – R. Soyudogru (55. Mähr), Wohlfarth.

 
 
 
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Acht Minuten zum Vergessen in Neckarsulm

FV Ravensburg verliert Oberligaspiel in Neckarsulm mit 1:4. Zwei Platzverweise und zwei Gegentreffer innerhalb kürzester Zeit brechen Eitel-Elf das Genick.

 

Fußball-Oberliga: Neckarsulmer SU – FV Ravensburg 4:1 (0:0). – Lange Zeit sahen die 350 Zuschauer am Samstagmittag ein ausgeglichenes Spiel. Neckarsulm stand tief, Ravensburg hatte mehr Spielanteile. Das Chancenverhältnis war vor der Pause dennoch ausgeglichen. Die Hausherren hatten zwei gute Gelegenheiten, der FVR Schusschancen von Rahman Soyudogru und Jona Boneberger sowie einen Kopfball von Steffen Wohlfarth.

Die beste Gelegenheit hatte die NSU in der 34. Minute per Foulstrafstoß. Vorausgegangen war laut Ravensburger Trainer Wolfram Eitel "eine komplette Fehlentscheidung. Es war kein Foul und die Aktion war vor dem Strafraum." Philipp Altmann hatte das vermeintliche Foul begangen. Sebahattin Öztürk schoss den Ball aber ohnehin über das Tor, sodass es "zur Pause gerecht 0:0" (Eitel) stand.

Auch in der Anfangsphase der zweiten Hälfte war es ein Spiel auf Augenhöhe. Dann aber verlor der FV Ravensburg in acht Minuten die Partie und zwei Spieler der Viererkette wegen eines Platzverweises. Zunächst foulte Altmann seinen Gegenspieler und sah folgerichtig Gelb-Rot, nachdem er in der 42. Minute wegen Meckerns verwarnt worden war. Damit nahm das Schicksal seinen Lauf.

Eitel wollte einen neuen Innenverteidiger für einen Stürmer bringen, Sebastian Mähr stand schon zum Wechsel bereit, durfte bei einem Eckball aber noch nicht aufs Feld. Der Ball landete "genau dort, wo Philipp eingeteilt war", ärgerte sich Eitel. Sebastian Kappes köpfte zum 1:0 ein. Nur vier Minuten nach dem Rückstand entwischte ein Neckarsulmer Spieler Daniel Hörtkorn, die Wege der beiden kreuzten sich – Notbremse, Rot, Ravensburg zu neunt. Wieder ging es zwei Minuten, dann lag der Ball im Netz der Gäste. Einen Freistoß aus 25 Metern verwandelte Adrian Beck, der zudem alle anderen Treffer vorbereitete, direkt.

"Das zu verkraften und mit zwei Mann weniger das Spiel noch zu drehen, ist fast unmöglich", sagte Eitel hinterher. Erneut nach einem Eckball erhöhte Marc Schneckenberger auf 3:0. Als Thomas Zimmermann nach einem Solo von Öztürk gefoult wurde und Steffen Wohlfarth den Strafstoß verwandelte, keimte nochmals etwas Hoffnung auf. Der FV Ravensburg drängte auf das Anschlusstor, kassierte aber bei hohem Risiko und einem weiteren Eckball aus dem Rückraum auch noch einen vierten Gegentreffer durch Steven Neupert. Für Neckarsulm war dies der fünfte Sieg im fünften Heimspiel der Saison.

"Wir hatten eine Halbzeit, in der alles zusammenkam und alles schlecht lief. Aber wir sind immer noch bei der Musik dabei", sagte Eitel, angesprochen auf die Niederlage von Tabellenführer FC Nöttingen. Allerdings brauche man auf andere Resultate gar nicht schauen, wenn man selbst seine "Hausaufgaben" nicht macht. – Tore: 1:0 (55.) Kappes, 2:0 (61.) Beck, 3:0 (78.) Schneckenberger, 3:1 (82./Strafstoß) Wohlfarth, 4:1 (83.) Neupert. – Gelb-Rot (53./Foulspiel) Altmann (FVR), Rot (59./Notbremse) Hörtkorn (FVR). – Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Bruchsal). – Zuschauer: 350.

FV Ravensburg: Kraus, Zimmermann (81. Chrobok), Hörger, Altmann, Fiesel, Toprak (61. Henning), Reiner, Boneberger, B. Soyudogru (67. Coban), Wohlfarth, R. Soyudogru (55. Mähr).