04.09.17 - So sah es der Gegner: FC Nöttingen vs. NSU 3:2
 
(c) Pforzheimer Zeitung vom 04.09.17
 

Neuer FCN-Torjäger trifft gegen Neckarsulm gleich dreimal

Remchingen-Nöttingen. Wohl der Fußballmannschaft, die Ernesto de Santis in ihren Reihen hat. Dem 1. CfR Pforzheim, von dem er zu Beginn der neuen Oberliga-Spielzeit gewechselt ist, fehlt er an allen Ecken und Enden, dem FC Nöttingen beschert er dagegen Glücksmomente. Beim hart umkämpften, aber dennoch verdienten 3:2-Sieg der Nöttinger gegen den bisherigen Tabellenzweiten Neckarsulmer Sport-Union erzielte er alle drei Treffer.

„Ich glaube, dass ich nie drei Tore in einem Spiel geschossen habe. Vielleicht früher mal bei den Bambini in Lienzingen. Mir sind fast die Tränen gekommen“, zeigte der Dreifach-Torschütze im Gespräch mit der PZ nach den packenden 94 Minuten viel Gefühl. „Als plötzlich aber die Treffer zum 1:3 und 2:3 fielen, habe ich Herzklopfen bekommen.“ Diese Momente erlebte der 22-Jährige bereits auf der Auswechselbank. Er führt genauso mit sechs Einschüssen in vier Partien die Torjägerliste an, wie seine Lilahemden weiterhin an der Spitze thronen.

Starker Beginn, starkes Ende

Mit jeweils einer starken Anfangs- und Schlussviertelstunde demonstrierten die Gäste aus dem Landkreis Heilbronn, was in ihnen steckt. Mit einer klasse Kombination über Steven Neupert und dem stets torgefährlichen Sebahattin Öztürk zu Ouadie Barini (12. Minute), der eine Riesenchance liegen ließ, sowie einem Pass des Ex-Nöttingers Claudio Bellanave zu Öztürk (14.), dessen Kopfball knapp das Ziel verfehlte, demonstrierten die Neckarsulmer kurz hintereinander, dass ihr NSU-Motor auf voller Drehzahl läuft. Bei einer Bilger-Flanke und einem nur mühsam über die Latte gelenkten Gür-Schuss (16.) setzten sich aber auch die Nöttinger kurz danach erstmals stark in Szene. Die mittleren 60 Minuten gehörten eindeutig den Remchingern. Einen mustergültigen Pass Michael Schürgs verwertete De Santis (21.) zum 1:0. Nach einem Freistoß Leon Brauns lenkte Niklas Kolbe den Ball per Kopf zu de Santis, der gekonnt das Leder zum 2:0 in die Maschen ballerte (35.).

Dass nicht nur eine Supertechnik, wie bei seinen beiden ersten Toren, sondern auch eine blitzschnelle Auffassungsgabe gefragt ist, machte er beim Treffer Nummer drei deutlich: Er flitzte in einen zu kurzen Rückpass des NSU-Torwarts Marcel Susser und vollendete zur sicher scheinenden 3:0-Führung (46.)

Beide Gegentreffer resultierten aus Fahrlässigkeiten im Abwehrverhalten des FCN. Der von der TSG Hoffenheim II zum Rundenbeginn gekommene Adrian Beck nutzte die erste Unaufmerksamkeit zum 1:3-Anschlusstreffer (74.) und der eingewechselte Ex-Hollenbacher Alexander Albert erwischte in einem allgemeinen Durcheinander und Gewühle im Nöttinger Strafraum als Erster das Leder und traf zum 2:3 (90. + 1). Mit einem Freistoß Becks Sekunden vor dem Abschluss hätte der letztjährige Meisterschaftsdritte sogar fast noch einen Punkt ergattert. Kein Wunder, dass der Sieger Negatives und der Verlierer Positives erkannte. „In solchen Situationen müssen alle mitarbeiten und weiter nach hinten rücken“, steht für den Nöttinger Trainer Dubravko Kolinger fest.

Kleinigkeiten entscheidend

Dagegen tröstet sich NSU-Coach Thorsten Damm mit der Erkenntnis: „Das Spiel gibt vieles her, von dem wir profitieren können.“ Vielleicht ist das Geheimnis des Erfolgs, was der Nöttinger Verteidiger Sascha Walter so sagt: „Kleinigkeiten machen den Unterschied aus.“ Trotz mancher Abwehrschnitzer scheint wegen dieser „Kleinigkeiten“ der FCN für das Derby am kommenden Freitag um 18.00 Uhr beim 1. CfR Pforzheim gut gerüstet zu sein.

Autor: Bruno Knöller