09.02.19 - NSU- Sportdirektor Marco Merz vor dem Rückrundenbeginn
 

Das Fußballfieber steigt. Nach rund fünfwöchiger Vorbereitungsphase beginnt in exakt einer Woche die Rückrunde in der Oberliga Baden Württemberg. Unsere NSU erwartet dabei am kommenden Samstag keinen geringeren als den aktuelle Tabellendritten Göppinger SV auf dem Pichterich. Wir konnten uns kurz vor diesem stets elektrisierenden Duell mit NSU-Sportdirektor Marco Merz über die aktuelle sportliche Ausgangslage unterhalten.

 
 

Marco, kommen wir gleich zur aktuellen sportlichen Situation bei unserer NSU. Wie ist die derzeitige Gemütslage am Pichterich?

M. M.: "Ich persönlich würde von "angespanntem Optimismus" sprechen. Keine Panik, aber höchste Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde. Man darf sich die Tabelle nicht schön denken nach dem Motto "es wird schon nicht so schlimm kommen in Sachen Absteiger". Der Trend zu fünf Absteigern verdichtet sich leider aufgrund der Entwicklung in der 3.Liga und der Regionalliga. Deshalb können wir bei derzeit lediglich zwei Punkten Vorsprung auf den fünftletzten Platz mitnichten entspannt sein. Aber trotzdem werden wir natürlich optimistisch in die Rückrunde starten.


Worauf kommt es denn in den restlichen 16 Spielen an?

M. M.: „Die absolute Identifikation mit der sportlichen Ausgangssituation ist dringend erforderlich. Das heißt, wir dürfen nicht meinen, wir sind ja eigentlich viel besser. Denn mit einer solchen geistigen Herangehensweise sind schon viele Mannschaften abgestiegen.“


Was stimmt Dich optimistisch, dass auch in der kommenden Saison Oberliga-Fußball auf dem Pichterich geboten wird?

M. M.: "Ich denke, wir können auf die Tugenden bauen, auf die es besonders ankommt: Ein vertrauensvoller Umgang innerhalb des Teams, eine absolut intakte Beziehung des Trainerteams zur Mannschaft und natürlich das im Vergleich zur Hinserie größere Reservoir an einsatzfähigen Spielern."


Du hast das Trainer-Team erwähnt. Wie beurteilst Du die bisherige Arbeit von Cheftrainer Marcel Busch?

M. M.: „Marcel hat unsere Hoffnungen und Erwartungen komplett erfüllt. Wenn ich die Vorrunde analytisch durchgehe, dann hätte selbst ein jahrelanger Trainer-Haudegen unter den gegebenen Bedingungen sicher nicht mehr Punkte geholt. Ich denke das größte Kompliment, das man Marcel machen kann ist, dass man in keinster Weise angemerkt hat, dass es seine erste Trainerstation ist. Marcel Busch ist ein realistischer, sehr gut strukturierter Trainer, dessen sehr guter Führungsstil bei der Mannschaft klare Anerkennung findet. Zur Vereinsführung pflegt Marcel zudem ein sehr vertrauensvolles und loyales Verhältnis. Daher ist es Ziel von beiden Seiten, die Zusammenarbeit fortzuführen.


Kommen wir zur Oberliga generell. Wie beurteilst Du die Hinrunde, was waren für Dich bisher die Überraschungen?

„An der Spitze sind im Prinzip die Mannschaft positioniert, die man dort auch erwarten konnte. Mein persönlicher Meistertipp war der SGV Freiberg. Auch wenn der SGV als aktueller Tabellenführer noch lange nicht durch ist, so scheint sich dieser Trend doch zu bestätigen und Freiberg hat in der Tat allerbeste Chancen den Titel zu holen.
Absolute Anerkennung und Wertschätzung aber für das Abschneiden vom 1. Göppinger SV, vom 1. CfR Pforzheim und des TSV Ilshofen. Diese Teams haben in der Vorrunde das maximal Machbare erreicht. Dafür gebührt ihnen allergrößter Respekt. Und auch Germania Friedrichstal möchte ich Anerkennung zollen.“

Obwohl das Team derzeit auf dem letzten Tabellenplatz steht?

„In der Tat. Denn ich weiß, mit welchem Etat der FC Germania Friedrichstal in der Oberliga auskommen muss und es verfügen wahrscheinlich 50% der Landesligisten über einen ähnlichen Etat. Deswegen ist es für mich eine große Leistung, dass diese Mannschaft in der vergangenen Saison solch finanziell gut aufgestellten Teams wie den VfR Mannheim oder Fortuna Heddesheim hinter sich gelassen hat und in die Oberliga aufgestiegen ist. Als wir in der Hinrunde in Friedrichstal gespielt haben, spürte man geradezu mit welcher Hingabe und Begeisterung der Verein das Abenteuer Oberliga angeht.