01.07.15 - Noch 06 Tage: „Hoffe“ kommt nach Neckarsulm!
 

Kurioses rund um die TSG Hoffenheim

Eigentlich steht die TSG 1899 Hoffenheim ja erst seit 2005 so richtig im Rampenlicht der Fußball-Öffentlichkeit. Doch in dieser kurzen Zeit hat sich schon erstaunlich viel rund um die TSG ereignet, … Sportlich „Normales“, aber eben auch nicht alltägliche Dinge. Um die Zeit bis zum Anpfiff am 15.07. etwas zu verkürzen, haben wir im Folgenden einige Kuriositäten rund um unseren Bundesliga-Testspielgegner zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen.

 

Bild (c) TSG Hoffenheim
 

•  Das Phantomtor:
Die Mutter aller „Hoffe“-Kuriositäten. Es war der 18.10.2013. Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim, die inzwischen bereits legendäre 77. Minute der Begegnung 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen: Eine Flanke segelt in den TSG-Strafraum, Stefan Kießling schraubt sich hoch, köpft, und wenige Momente später liegt die Kugel im Netz. Die Fernsehbilder zeigten hernach klar und deutlich, dass der Ball eigentlich am Tor vorbeiging, sich allerdings durch ein Loch im Außennetz den Weg hinter die Torlinie gebahnt hatte. Ein irregulärer Treffer also, auch „Phantomtor“ genannt, oder im englischen „Ghost Goal“. In den Tagen danach mehrten sich die Vorwürfe gegen Stefan Kießling, er hätte die Szene gesehen und Schiri Brych folglich darauf aufmerksam machen müssen. Der Leverkusener Stürmer schloß aufgrund wütender Fankommentare daraufhin sogar seine Facebook-Seite. Der anschließenden Protest der TSG Hoffenheim gegen die Spielwertung der 1:2-Niederlage wurde vom DFB abgeschmettert.


•  Die Beschallungs-Affäre:
Für großen Wirbel sorgte eine Aktion eines 1899-Hausmeisters u. a. beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund in der Saison 2010/11. Der TSG-Mitarbeiter hatte im Fanblock eigenmächtig eine mobile Beschallungsanlage mit zwei Sirenen-Lautsprechern auf einer rollbaren Konstruktion installiert, die mit ohrenbetäubendem Lärm die Dortmunder Schmähgesänge gegen 1899-Mäzen Dietmar Hopp verhindern sollte. In der Nähe postierte Ordner trugen übrigens praktischerweise Lärmschutz-Kopfhörer. Der Lärmangriff flog nach einer Anzeige eines Dortmunder Fans auf.


•  Lustiger Vereinsname
Auch beim FC Bayern war die TSG natürlich ein Thema. Vor allem in der Aufstiegssaison der Hoffenheimer, denn da standen die Kraichgauer nämlich zur Winterpause VOR dem großen FC Bayern. Sticheleien aus der bajuwarischen Landeshauptstadt waren selbstverständlich die Folge. So sagte Karl-Heinz Rummenigge auf der Hauptversammlung des FCB: „Vor uns steht eine Mannschaft mit dem lustigen Namen 1899 Hoffenheim. Wo haben die sich eigentlich vor 100 Jahren versteckt, weil die keiner registriert hat?“ Die Retourkutsche aus dem Kraichgau kam schnell: Ein Vorstand eines 1899-Fanclubs antwortete: „Wenn ich früher gefragt wurde, wo Hoffenheim liegt, habe ich gesagt bei Heidelberg. heute sage ich: Einen Platz vor Bayern München.“


•  Deutscher Meister TSG!
Wussten Sie eigentlich, dass die TSG Hoffenheim bereits Deutscher Meister war? Nein? War ja auch nicht im Fußball. Vielmehr wurde die TSG im Jahr 2009 Deutscher Meister in punkto Trikot-Design, gewählt von der Mode-Hochschule in Berlin. In deren Jury saßen übrigens ausnahmslos Damen… Mehr Klischees wollen wir an dieser Stelle aber nicht auspacken.


•  Ein ortsunkundiger Brasilianer:
Als der Brasilianer Carlos Eduardo 2007 nach Hoffenheim wechselte, landete er mit dem Flugzeug in Frankfurt und staunte über die dortige Skyline. „Ist das Hoffenheim“, fragte er erstaunt. Sein Berater Roger Wittmann antworte listig: „Naja, hier fängt Hoffenheim an…“. Nach einer Stunde Autofahrt kamen die beiden dann tatsächlich dort an. Was Carlos Eduardo, groß geworden in der Millionenstadt Porto Allegre, dann zu seiner tatsächlichen neuen Heimat meinte, ist allerdings nicht überliefert.


•  Fahrradkurs
Es war in der Vorbereitung zur ersten Bundesliga-Saison der TSG. Auf dem Programm stand eine Erholungs-Trainingseinheit mit dem Fahrrad. Das Problem: Der neuverpflichtete Stürmer Demba Ba stand staunend vor seinem Mountain Bike, machte aber keine Anstalten aufzusteigen. Der Grund: Demba Ba konnte schlichtweg nicht Fahrradfahren, hatte in seiner Heimat nie die Gelegenheit dazu. Nach einem Schnellkurs (unter dem Gelächter und Spott seiner Teamkameraden) konnte Demba Ba dann doch noch mitradeln.


•  Ein Spiel dauert 110 Minuten
Ralf Rangnick ist für außergewöhnliche Methoden bekannt. Dennoch war es alles andere als alltäglich, was sich der damalige Trainer der TSG Hoffenheim bei einem Testspiel gegen die Regionalauswahl Rosenberg am 17.07.2010 einfallen ließ. Da er seinem Kader mehr Spielpraxis als nur 90 Minuten vermitteln wollte, verlängerte er die Spielzeit (Endstand 6:0 für die TSG) kurzerhand eigenmächtig auf 110 Minuten. Drei Tore fielen übrigens erst nach der 90. Minute. Ob Markus Gisdol am 15.07. gegen die NSU zu einem ähnlichen Taktikmittel greifen wird? Bringen Sie vorsichtshalber mal ein bisschen mehr Zeit mit, liebe Zuschauer…


•  „Salihs“ Rekord
Am 24. August 2013 sorgte Sead Salihovic im Trikot der TSG für einen kuriosen Bundesligarekord: Nur 14 Sekunden nach seinem verwandelten Strafstoß gegen den SC Freiburg zum 1:0 wurde er mit der Roten Karte des Feldes verwiesen, da er beim Jubeln Freiburgs Mannschaftskapitän Julian Schuster geohrfeigt hatte. Es war die kürzeste Zeit zwischen Torerfolg und Platzverweis in der Bundesligageschichte.


•  Strafe für „Sträfling“ Wiese
Es war quasi der bislang letzte Kontakt unserer Sport-Union mit der TSG Hoffenheim. Am 12.02.13 hatte unser traditioneller Fasching prominenten Besuch: Die 1899-Spieler Tim Wiese und Tobias Weis gaben sich die Ehre. Der als Sträfling verkleidete Wiese wurde mit Gästen und der Security in eine Pöbelei verwickelt – das Ende vom Lied war der Veranstaltungsverweis der beiden Profis durch die Polizei. Kommentar vom damaligen Polizeisprecher Harald Schumacher: "Die Zwei wurden aus der Halle verwiesen. Das ganze Verhalten war unflätig. Wahrscheinlich war der Alkoholkonsum der beiden schuld. Aber es gab keine Anzeige.“ Dafür aber eine saftige Geldstrafe durch den Verein sowie die spätere Abstellung in die…


•  Trainingsgruppe 2
Es ist inzwischen fast so etwas wie ein Markenname, die jeder Fußball-Fan kennt: Die Hoffenheimer „Trainingsgruppe 2“, in die der Club ausgemusterte Profis abgeschoben hatte, die abseits der normalen Trainingsarbeit mit einem eigenen Coach arbeiteten. Die zweifelhafte Ehre Mitglied zu sein hatten u.a . Tobias Weis, Eren Derdiyok, Matthias Jaissle, Matthieu Delpierre, Edson Braafheid und Tim Wiese. TSG-Coach Markus Gisdol hatte zuvor mitgeteilt, dass er mit diesen Spielern nicht mehr plane. Mit der „Trainingsgruppe 2“ wollte sich der Club arbeitsrechtlich absichern, erntete dafür aber so massive Kritik , dass man die Gruppe Ende September 2013 wieder auflöste.


•  Abstiegskampf mal anders
Der Abstiegskampf, beinhaltet nunmal das Wort „Kampf“. Und das nahm die TSG Hoffenheim in der Saison 2013/14 wörtlich. Vor dem Spiel am 15.03.13 in Mainz schossen sich die akut abstiegsgefährdeten 1899er nämlich auf einem Paintball-Platz schon einmal warm (und sich gegenseitig mit Druckluftgewehren „farbig“). Die Teambuilding-Maßnahme sollte das Team enger zusammenschweißen. Und das hat prima funktioniert, am Ende stand der kaum mehr erwartete Klassenerhalt.