04.05.13 - Vor dem Heidenheim-Kracher: Interview mit FCH-Stürmer Marco Sailer
 
Ein großes Spiel wirft seinen Schatten voraus. Am kommenden Dienstag treten wir im "Finale unseres Lebens", dem WFV-Pokalendspiel, gegen den Drittligisten 1. FC Heidenheim 1846 an. Die Begegung findet um 19:00 in der Comtech-Arena in Großaspach statt. Bei unserem Gegner steht mit Stürmer Marco Sailer auch ein Akteur im Kader, der das Fußballspielen beim damaligen VfR Heilbronn gelernt hat. Schon im jungen Alter zog er in die große Fußballwelt hinaus, die ihn jetzt, im Alter von 27 Jahren zum FCH brachte. Im Vorfeld der Begegnung konnten wir uns mit Marco unterhalten.
 
 

Marco, erste Frage, werden bei Dir Heimatgefühle aufkommen, wenn ihr am Dienstag im WFV-Pokalfinale gegen die Neckarsulmer Sport-Union spielt? Immerhin bist Du in der Jugend des VfR Heilbronn groß geworden?

M. S.: Ja, natürlich habe ich mich riesig gefreut, dass die Neckarsulmer Sport-Union das Finale erreicht hat. Ich habe den Weg der NSU schon in den Runden zuvor aufmerksam verfolgt und Euch in jeder Runde des Weiterkommen gegönnt. Ich finde es eine Super-Sache, jetzt mit Heidenheim auf ein Unterländer Team zu treffen, noch dazu im Pokalfinale.


Nach den Stationen VfR Aalen, Greuther Fürth und Wehen Wiesbaden spielst Du nun beim 1. FC Heidenheim 1846. Wie würdest Du diesen Club für einen Außenstehenden charakterisieren.

M. S.: Der FCH ist ein außerordentlich familiär geführter Club, bei dem ich mich sehr wohl fühle. Der Verein hat es in den letzten Jahren, bei allem familiären Ambiente, geschafft, sich in eine ungemein professionelle Richtung weiterzuentwickeln, was Umfeld und Infastruktur angeht. Und man merkt in Heidenheim zu jeder Zeit, dass der aktuelle Status nicht das Ende der Fahnenstange sein soll, sondern dass der FCH noch viel vorhat.


Kommen wir zum WFV-Pokalfinale. Ihr habt die Möglichkeit als erstes Team überhaupt den Pokal zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Wie heiß seid ihr, abseits des Ligastresses auf diesen Titel?

M. S.: Wir sind alle sehr heiß auf diesen Pott. Immerhin haben wir die Möglichkeit Geschichte zu schreiben - diese historische Gelegenheit wollen wir unbedingt nutzen. Allerdings hat man im Halbfinale gegen Großaspach gesehen, dass der Spagat zwischen Liga und Pokal nicht so einfach ist. Wir waren beim Sonnenhof eigentlich die schlechtere Mannschaft und sind mit Glück ins Endspiel eingezogen. Aber wenn wir jetzt schon dort stehen, möchten wir es natürlich gewinnen. Wir sind alles Fußballer und ein Finale ist eben ein Finale.

Das heißt, Dein Hobby ist ja immerhin das Fischen, auch Du willst Dir diesen Titel angeln?

M. S.: (lacht) Ja, da hast Du recht, diesen Titel möchte ich mir wirklich angeln. Nachdem ich vor zwei Jahren mit dem SV Wehen Wiesbaden den hessischen Pokal gewinnen konnte und im letzten Jahr den WFV-Pokal mit Heidenheim, möchte auch ich das Triple feiern.


Auf was müssen wir uns denn am Dienstag einstellen, oder anders gefragt, welchen Spielstil pflegt der 1. FC Heidenheim?

M. S.: Uns zeichnet aus, dass wir immer druckvoll nach vorne spielen möchten. Ich denke unser Spielsystem 4-4-2 spricht Bände, es gibt kaum noch Teams in der dritten Liga, die so offensiv aufgestellt sind. Sehr wichtig für unser Spiel sind unsere Balleroberungen, an deren Anschluß wir versuchen, mit schnellem Kurzpass-Spiel zum Erfolg zu kommen. Wir können eigentlich gar nicht anders, als nach vorne zu spielen.


Wißt ihr denn schon etwas über die Neckarsulmer Sport-Union, oder rückt diese Partie erst nach dem Spiel am Wochenende in Euren Fokus?

M. S.: In der Tat ist Stand heute unser Liga-Heimspiel gegen Dortmund im kompletten Fokus. Das Pokalfinale gegen Neckarsulm wird 1-2 Tage vor der Partie dann ausführlich vom Trainer-Team thematisiert. Ich bin mir sicher, dass wir noch ausreichend Informationen über die NSU einholen werden, damit wir gut vorbereitet ins Finale gehen können. Wir nehmen die Sport-Union jedenfalls sehr ernst.


OK, vielleicht dennoch ein paar Sätze von Dir über die Neckarsulmer Sport-Union?

M. S.: Wie gesagt, ich habe den Erfolg der NSU in der diesjährigen Pokalrunde intensiv verfolgt und ihr immer die Daumen gedrückt. Da mein Bruder in Michelbach/Wald spielt, habe ich auch die TSG Öhringen und somit die Landesliga Staffel 1ausführlich beobachtet. Ich finde es klasse, dass es im Unterland einen Verein gibt, der die Landesliga so klar anführt und zu einem echten Aushängeschild der Region geworden ist. Und das nicht nur im sportlichen Bereich. Ich drücke der Sport-Union daher die Daumen, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich fortgesetzt werden kann.

Zum Abschluss eine ganz wichtige Frage für alle Fans der Neckarsulmer. Bekanntlich würden wir selbst als Verlierer des Pokalfinales nächste Saison am DFB-Pokal teilnehmen, wenn ihr mindestens Liga-Vierter werdet. Sage uns doch bitte, warum der 1. FC Heidenheim dieses Ziel auf jeden Fall erreichen wird.

M. S.: Weil wir derzeit einfach einen Super-Lauf haben. Wir spielen eine tolle Rückrunde, hinzu kommt auch das entscheidende Quäntchen Glück, das uns derzeit hold zu sein scheint. Ich bin mir sicher, dass wir mindestens Vierter werden, weil wir in den restlichen Spielen keine Punkt mehr abgeben werden, unsere Konkurrenten Bielefeld und Osnabrück jedoch noch gegeneinander antreten werden. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn wir einen besseren Platz als den Vierten belegen würden…


Herzlichen Dank, Marco für dieses Interview und weiterhin Deinem Club und Dir viel sportlichen Erfolg.

 
Bilder (c) 1. FC Heidenheim