01.03.18 - Am Samstag "württembergischer Classico" in Göppingen
 

In der Trainingseinheit am vergangenen Montag war sie nochmals Thema auf dem Pichterich: Die 1:2-Niederlage gegen Tabellenführer TSG Balingen wurde intensiv aufgearbeitet. „Für mich war das ein sehr aussagekräftiges Spiel, ähnlich wie das 1:2 kurz vor der Winterpause in Villingen“, so NSU-Trainer Thorsten Damm. „Beide Spiele waren von der Torfolge her gleich, ähnlich hitzig, es wurde mit dem Schiedsrichter gehadert und eigentlich waren wir in beiden Spielen die bessere Mannschaft.“ Allerdings wurde sowohl gegen Balingen als auch beim Tabellenzweiten in Villingen verloren. „Da frage ich mich schon, warum gewinnen wir solche Spiele nicht?“, so Thorsten Damm. „Klar kann man sagen, wir sind in der vergangenen Saison Dritter geworden und auch in der Vorrunde waren wir vorne in der Tabelle mit dabei. Doch meiner Meinung nach fehlt uns noch ein Hauch für das Attribut „Spitzenmannschaft“. Dem Neckarsulmer Übungsleiter wäre es daher auch zu simpel, lediglich eine kurzzeitige Lehre aus dem Balinger Spiel zu ziehen, vielmehr ist eine tiefgründigere Analyse notwendig, um gegebenenfalls den nächsten Qualitätsschritt zu gehen.

 
 

Die nächste sportliche Aufgabe allerdings wird kaum leichter als vergangene Woche gegen Balingen. Denn er steht wieder an, der "württembergische Classico“. Gegen kein anderes Team hat die Sport-Union seit 2013 öfter um Punkte gespielt als gegen unseren kommenden Gegner 1. Göppinger SV – nämlich exakt neunmal. Die Bilanz der beiden Kontrahenten gegeneinander ist dabei, gelinde ausgedrückt, schon etwas kurios. Gelang uns nämlich in den ersten fünf Vergleichen kein einziger Sieg gegen den GSV, konnten wir die vier danach folgenden Kräftemessen allesamt gewinnen. Die Göppinger mutierten quasi vom Angst- zum Lieblingsgegner der Pichterich-Elf.

Doch schon beim letzten Spiel der beiden württembergischen Kontrahenten in der Hinrunde war der GSV ganz dicht dran, die Negativ-Serie zu durchbrechen und musste nur mit viel Pech eine 0:2-Niederlage erdulden. Und schon dort zeigte sich, dass der GSV im Gegensatz zur Vorsaison nochmals erheblich an Qualität gewonnen hat. Mit Shaibou Oubeyapwa konnte man ein echtes Sturm-Juwel von den Stuttgarter Kickers loseisen, zudem gelang die Verpflichtung von Francis Ubabuike, einem pfeilschnellen offensiven Außenbahnspieler, der zuletzt für den SSV Reutlingen kickte.

So besteht der Göppinger Kader aus einer gesunden Mischung frischer, hoffungsvoller Talente sowie altgedienter Führungsspieler.  Zu letzteren zählen beispielsweise Keeper Kevin Rombach, Abwehrchef und Kapitän Oliver Stierle, die Mittelfeld-Strategen Nebih Kadrija, Chris Loser und Kevin Dicklhuber sowie Torjäger Domenico Botta.

Auch NSU-Coach Thorsten Damm spricht mit hoher Wertschätzung vom kommenden Gegner: „Wir haben großen Respekt vor dem GSV, das ist eine sehr harmonisch zusammengestellte Mannschaft, die einzelnen Charaktere passen sehr gut zusammen.“ Daher verwundert es auch nicht, dass die Göppinger mit starken 27 Punkten recht weit weg von den Abstiegsplatzplätzen auf dem zehnten Platz rangieren. Nach einer insgesamt recht starken Vorbereitung streben die Göppinger nun in Richtung vorderes Mittelfeld – ein Vorhaben, das der beeindruckende 3:0-Auswärtssieg letzte Woche in Sandhausen durchaus untermauert.

Und in der Tat ist der GSV vom Potential her ein realistischer Kandidat auf einen vorderen einstelligen Platz in der Abschlusstabelle. Das sieht auch Thorsten Damm so: „Göppingen verfügt über die Mischung, die man von ihnen kennt: Eine gute Spielanlage, manchmal eklig, aber auch mit viel Qualität nach vorne.“

Daher ist am Samstag (Anpfiff: 14 Uhr), wie eigentlich immer gegen den GSV, ein umkämpftes Spiel zweier Teams auf Augenhöhe zu erwarten. „Für uns ist die Begegnung die erste Möglichkeit zu zeigen, dass wir uns gegenüber dem Balingen-Spiel weiterentwickeln möchten“, so Thorsten Damm abschließend.