28.08.17 - So sah es der Gegner: NSU vs. Göppingen 2:0
 
(c) Südwestpresse vom 28.08.17
 

SV Göppingen steht nach Topleistung mit leeren Händen da

Bei der 0:2-Niederlage in Neckarsulm war der SV Göppingen das bessere Team und zeigte hervorragenden Ballbesitz-Fußball, scheiterte jedoch am eigenen Unvermögen im Abschluss.

Daniel Budak fasste seine Eindrücke kurz und prägnant zusammen: „Heute waren sie schlagbar“. Der Co-Trainer des Göppinger Sportvereins, der seinen urlaubenden Chef Gianni Coveli vertrat, schickte dieselbe Elf ins Rennen wie zuletzt. Doch zunächst ergriffen die ambitionierten Gastgeber das Kommando, legten bei hochsommerlichen Temperaturen den Vorwärtsgang ein und verzeichneten in der Anfangsphase direkt Torraumszenen, die jedoch keinen Ertrag brachten. Nach einer Viertelstunde ließ das Tempo nach, dem Sportverein fehlte im Aufbauspiel noch die Präzision, weshalb die Göppinger oftmals mit langen Diagonalbällen auf die Flügel operierten, wo sich Ubabuike und Oubeyapwa allerdings nicht entscheidend durchsetzten.

„In der ersten Hälfte hatte Neckarsulm mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen. Wir waren zu weit von den Gegnern weg“, analysierte Budak. Nach einer Flanke verpasste Öztürk am langen Pfosten (24.), für Ouadie Barini war nach einer Kopfball-Verlängerung der Winkel vor SV-Keeper Rombach zu schlecht (35.). Die beste Möglichkeit indes hatten die Rot-Schwarzen, als Ubabuike mit einem guten Zuspiel Dicklhuber in Szene setzte, der allerdings Neckarsulms Torhüter Susser umspielen wollte statt abzuschließen (37.). Das 1:0 resultierte schließlich aus einem Göppinger Ballverlust bei eigenem Einwurf, in dessen Folge sich Adrian Beck im Zweikampf durchsetzte und mit einem Flachschuss aus halblinker Position traf (40.).

Waren die Offensivbemühungen bereits zuvor überschaubar, so stellten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel das Fußballspielen mehr oder minder komplett ein. Meist waren alle elf Akteure in der eigenen Hälfte, die Angriffe bestanden aus langen Bällen, die regelmäßig im Nichts landeten. Ganz anders die Göppinger, die in den zweiten 45 Minuten einen fantastischen Ballbesitz-Fußball und ihre vielleicht beste Saisonleistung zeigten. Sie ließen den Ball geduldig zirkulieren, schafften es aber dennoch immer wieder, Geschwindigkeit in die eigenen Aktionen zu bekommen. „Die zweite Hälfte war super von uns. Wir haben einzig die Chancen nicht verwertet, da müssen wir einfach geiler sein, das Tor zu machen. Der Elfmeter war bitter“, kommentierte Budak die exzellente Vorstellung seiner Schützlinge, die aber nichts Zählbares einbrachte.

Oubeyapwa verpasste nach schöner Brück-Vorarbeit mit dem Fuß genauso knapp wie per Kopf (75.), bei einem Vorstoß und Doppelpass mit Kadrija zielte Oli Stierle wenige Zentimeter neben das Gehäuse (80.), nach einer flachen Oubeyapwa-Hereingabe brachte Loser das Kunststück fertig, den Ball mit dem schwächeren linken Fuß aus drei Metern über das leere Tor zu bugsieren (81.). Zwischen diesen schon hochkarätigen Einschussmöglichkeiten vergab Kotiukov einen Foulelfmeter, den der starke Keeper Susser parierte (66.). In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Albert nach einem Alleingang das 2:0 und bestätigte damit einmal mehr die alte Weisheit, wonach sich vergebene Chancen rächen.

Neckarsulm: Susser – Robin Neupert, Bellavane (63. Gotovac), Barini (70. Albert), Beck, Seybold (79. Klotz), Öztürk, Romano (83. Kappes), Busch, Steven Neupert, Schneckenberger.

SV Göppingen: Rombach – Staiger, Stierle, Kotiukov, Osipidis, Schwarz, Loser, Brück (64. Ziesche), Ubabuike (75. Stöppler), Dicklhuber (60. Kadrija), Oubeyapwa.

Tore: 1:0 Beck (40.), 2:0 Albert (92.). SR: Jakob Paßlick (Gengenbach).

Zuschauer: 300.