11.10.18 - Am Samstag WFV-Pokal: NSU empfängt "Gradmesser" FSV Hollenbach
 

Am kommenden Samstag steht die kürzeste aller Oberliga-Reisen für unsere Sport-Union auf dem Programm. Mit dem SGV Freiberg wartet dann eine, wenn nicht gar DIE schwerste Auswärtsaufgabe der gesamten Saison auf unsere Sport-Union (Anpfiff: 14:00). Die begnung findet auf dem Freiberger Kunstrasenplatz statt.

 
 

Für die Oberliga-Experten in ganz Baden-Württemberg war vor Beginn der Saison eines so sicher wie das Amen in der Kirche: Die Meisterschaft führt in dieser Spielzeit definitiv über den SGV Freiberg. Denn die ohnehin bärenstarke Truppe von Trainer Ramon Gehrmann, die in der vergangenen Rückrunde von Sieg zu Sieg eilte, wurde vor Saisonbeginn weiter und äußerst namhaft verstärkt. Man muss es wohl so deutlich formulieren: Der SGV Freiberg besitzt den individuell stärksten Kader der kompletten Oberliga.

Und auch am Freiberger „Wasen“ sprach man vor der Saison unverhohlen vom Titel als Ziel, etwas Anderes hätte man diesem Team der Hochtalentierten wahrscheinlich auch kaum abgenommen. Es ist schon nahezu unglaublich, wieviel Qualität sich im Freiberger Kader tummelt. Angefangen bei Keeper Pascal Nagel, der zuletzt beim NRW-Kultclub Alemannia Aachen in der Regionalliga zwischen den Pfosten stand, über Abwehrchef Marco Pischorn, der einst dem Bundesliga-Kader des VfB Stuttgart angehörte. Ebenfalls stark: Außenverteidiger Thomas Gentner, Bruder von VfR-Star Christian Gentner, sowie Neuzugang Maximilian Rohr. Der gebürtige Eppinger war von zahlreichen Regionalligisten umworben, entschied sich jedoch für den SGV und wurde damit so etwas wie der Königstransfer unseres kommenden Gastgebers. „Spielerisch gehört der SGV Freiberg zu den Top 5 Teams der Liga, sie besitzen individuell herausragende Qualität. Das wird ein richtiges Brett für uns“, befürchtet NSU-Coach Marcel Busch.

Das Prunkstück der Freiberger allerdings ist die Offensive. Da wäre beispielsweise Hakan Kutlu, dieser grandiose Dribbelkünstler, den die Marbacher Zeitung jüngst gar als „Arjen Robben-Double“ bezeichnete. Oder Super-Torjäger Marcel Sökler, der in den letzten beiden Spielzeiten für die Freiberger in 49 Spielen ebenso viele Tore erzielte. Dies entspricht also einem Schnitt von einem Tor pro Spiel - das ist natürlich überragend. Und dann sind da noch Namen wir Spetim Muzliukaj, Serkan Uygun, Sven Schimmel, Niklas Pollex, Savino Marotta, und, und, und. Das Freiberger Offensiv-Potential erscheint geradezu unerschöpflich.

Allerdings dauerte es ein wenig, bis der SGV-Motor die richtige Betriebstemperatur erreichte. So stehen nach zehn Spieltagen den vier Siegen immerhin bereits drei Niederlagen gegenüber. Davon waren das 0:4 in Reutlingen und das 0:2 im Heim-Derby gegen Bissingen besonders schmerzhaft. Doch der SGV zeigte in dieser Saison auch bereits sein zweites, brillantes Gesicht. So demonstriert beim genialen 6:2-Sieg gegen Oberachern, dem eindrucksvollen 3:0-Auswärtsdreier beim letztjährigen Vizemeister FC Villingen oder zuletzt beim 3:1-Heimsieg gegen Bahlingen.

Momentan rangieren die Freiberger auf dem 8. Tabellenplatz. Die aktuell acht Punkte Rückstand zur Tabellenspitze scheinen beim Potential der Freiberger allerdings durchaus aufholbar, so dass sie trotz des durchwachsenen Saisonstartes den Status eines Titelfavoriten definitiv behalten. Noch dazu, weil die Freiberger seit zwei Wochen alle ihre Heimspiele auf ihrem Kunstrasenplatz austragen - und dies zumindest bis Ende des Jahres auch weiterhin tun werden.

Kein Wunder, denn während es beim SGV wie bereits erwähnt auf Naturrasen bislang noch nicht so richtig rund lief, gilt er auf dem eigenen Naturrasen quasi als unbesiegbar. Dies musste auch Titelfavorit Bahlinger SC bereits feststellen, dessen Trainer Dennis Bührer nach der 1:3-Niederlage in Freiberg meinte: "Dieser Kunstrasenplatz ist sehr rutschig und im Grunde nicht oberligatauglich. Es kann nicht sein, dass man bei guter Witterung auf den Kunstrasenplatz ausweicht."

Die Frage am Samstag wird also sein: Sind die Freiberger auf ihrem Kunstgrün unbesiegbar? Und vor allem kann unser Team die so starke Freiberger Offensive stoppen? Brisanz, Emotionen und Rivalität werden definitiv Zutaten eines hochinteressanten Spieles in Freiberg sein. Wenn wir dabei am Ende ein Pünktchen beim Titelkandidaten entführen könnten, wäre das eine tolle Sache.