07.02.18 - Zwischen Optimismus und Bedenken: Interview mit Thorsten Damm
 

Noch zehn Tage, dann geht es für unser Oberliga-Team nach einer relativ kurzen Winterpause wieder um Punkte. Die bisherige Vorbereitungsphase verlief, ganz im Gagensatz zu den vorherigen Jahren, zumindest von Testspielergebnissen her, sehr positiv. Aus berechtigten Gründen ist Thorsten Damm aber weit davon entfernt, sich deswegen gelassen zurückzulehnen. Der NSU-Coach feilt vielmehr mit Nachdruck an der Wettkampfhärte und dem Feinschliff seiner Mannschaft, steht für seine Elf doch am 17. Februar mit dem SGV Freiberg gleich ein richtiger Kracher auf dem Oberliga-Spielplan. Wir haben uns mit unserem Coach über den aktuellen Leistungsstand seiner Mannschaft unterhalten.

 
 

Thorsten, noch anderthalb Wochen bis zum ersten Punktspiel im neuen Jahr. Wie verlief die Vorbereitung bislang aus Deiner Sicht?

T. D.: Das ist recht schwierig zu beurteilen, weil jeder öffentliche Auftritt, sprich die Testspiele, ganz gut und mit positivem Ergebnis waren. Betrachtet man es aber näher, so hat eben jedes Spiel auch seine Geschichte. Höpfingen und Neckarelz hatten zuvor erst eine Trainingseinheit absolviert, so dass man die hohen Siege nicht überbewerten darf und vom VfR Mannheim hätte ich mir gewünscht, dass sie uns erheblich mehr Probleme bereiten. Mir fehlt einfach ein Spiel, das auf Messers Schneide stand, in dem wir 90 Minuten Vollgas geben mussten und einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Dieser notwendige emotionale Stress fehlte uns in den letzten Wochen.

 

Gab es denn längere Verletzungen oder Ausfälle zu beklagen?

T. D.: Länger fällt wohl Marco Romano aus und auch Marvin Leonhardt fehlt seit dem Neckarelz-Spiel verletzungsbedingt. Wir haben leider öfter mit nur 12 bis 14 Mann trainieren müssen, es fehlen hier mal zwei Spieler, weil sie angeschlagen sind, da mal zwei wegen Krankheit oder Arbeit. Ich hoffe nur, dass geht gut.

 

Gibt es denn auch Akteure, die Dich in den letzten Wochen besonders überrascht, bzw. auf sich aufmerksam gemacht haben?

T. D.: Ja, es gab schon den ein oder anderen, der sich seit Beginn der Wintervorbereitung auf konstant gutem Niveau präsentiert. Grundsätzlich muss man sagen, der Kern, der immer anwesend ist, trainiert schon auf wirklich gutem Niveau, keine Frage. Es ist aber auch immer eine Frage des Gesamtbildes und wir müssen schauen, dass die verletzten Spieler, Urlauber usw. nicht den Anschluss verlieren.

 

Auf was setzt Du in den letzten anderthalb Wochen in der Arbeit mit der Mannschaft einen besonderen Fokus?

T. D.: Da sind so die Klassiker. Wir werden jetzt vermehrt Standards in die Trainingsarbeit integrieren und arbeiten an den letzten Prozenten Spritzigkeit und am Gefühl für die Zweikämpfe. Zudem ist es auch wichtig, den Jungs verbal zu verdeutlichen, was in der Rückrunde an Herausforderungen auf uns zukommen werden. Wir sind jetzt in einer Phase, wo wir dosiert trainieren, aber gerade dann ist es wichtig, sich zusammenzureißen und mit höchstmöglicher Konzentration zu Werke zu gehen. Denn klar war es ok, wie wir bisher gespielt haben, aber wenn wir uns nach dem Spiel in zehn Tagen in Freiberg fragen müssten, warum der Gegner mehr gelaufen ist als wir, warum er spritziger war, das wäre natürlich fatal.

 

Mit der SGV Freiberg wartet gleich ein hochkarätiger Gegner auf unser Team. Beschäftigt Dich das Spiel schon, oder ist es gedanklich für Dich noch weit im Hintergrund?

T. D.: Im Hinterkopf hat man das schon, aber gefühlt ist es schon noch eine Weile bis dahin. Daher ist Freiberg schon noch relativ weit weg, gerade weil ich sehe, dass wir bis dahin noch Einiges zu tun haben.

 

Gibt es eigentlich eine Begegnung, auf die Du Dich persönlich in der Rückrunde besonders freust?

T. D.: Generell bin ich da ja bekanntermaßen eher emotionslos, generell finde ich, dass jedes einzelne Spiel seinen eigenen Reiz hat. Natürlich hofft man besonders, dass man die Niederlagen der Vorrunde ausmerzen kann. Aber ich finde es spricht grundsätzlich auch für eine gewisse Konstanz, wenn man in jedem Spiel für sich einen besonderen Reiz entdecken kann.

 

Am Samstag steht das letzte Testspiel gegen den Verbandsliga-Zweiten FSV Hollenbach auf dem Programm, was erhoffst Du Dir von diesem Spiel?

T.D.: Sicherlich ist eine kleine Orientierung, dass unser erster Gegner Freiberg die Hollenbacher in einem Testspiel mit 7:2 bezwungen hat. Wobei jedes Spiel seine eigene Geschichte hat, so dass wir uns nicht zu sehr mit diesem Ergebnis beschäftigen sollten. Viel wichtiger ist es, dass wir auf uns schauen und den nächsten Schritt in Richtung Wettkampfhärte machen.

 

Vielen Dank für dieses Interview, Thorsten.