06.05.19 - Nach dem Auswärtssieg in Spielberg: NSU-Coach Marcel Busch im Interview
 

Drei Spieltage vor Saisonende hat unser Oberliga-Team den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die Erleichterung darüber war am Samstag nach dem 2:1-Auswärtssieg beim SV Spielberg groß. Einen maßgeblichen Anteil daran gebührt auch unserem Trainer-Team um Chefcoach Marcel Busch. Wir konnten uns direkt nach der Partie in Spielberg mit unserem Trainer unterhalten:

 
 

Marcel, der Oberliga-Klassenerhalt ist in trockenen Tüchern, selbst theoretisch kann nun nichts mehr anbrennen.

M. B.: Das war ein harter Weg für uns über die gesamte Saison. Ich bin wirklich froh, dass wir bereits drei Spieltage vor Saisonende einen Haken dahinter machen können. Es war schon ein großer Kraftakt, der Druck war gerade vor dem Paket mit Spielen gegen Friedrichstal, Ilshofen oder Backnang immens. Doch die Jungs haben das insgesamt grandios gemacht. Letzte Woche haben wir mit unseren Siegen in Ravensburg und Villingen zudem gezeigt, dass wir auch gegen Topclubs der Liga gewinnen können. Das hat mich besonders gefreut.

 

Du hast die Leistung der Mannschaft bereits erwähnt. Siehst Du in dieser Saison auch eine sportliche Weiterentwicklung?

M. B.: Ja, meiner Meinung ist das Team schon gereift. Uns als Verantwortliche war als Lehre der letzten Saison klar, dass wir dem Team auch viel Raum geben wollten, um sich weiter zu entwickeln. Wir hatten 110%iges Vertrauen in unsere Jungs und haben zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, unsere Ziele zu erreichen. Sowohl wir als Trainer auch das Team selbst hatten jederzeit den vollen Fokus auf das Thema „Klassenerhalt“. Das hat sich letztendlich ausgezahlt.

 

Wie würdest Du den Charakter Deiner Mannschaft beschreiben?

M. B.: Eigentlich sollte ich das öffentlich gar nicht erwähnen, aber wir haben eine sehr pflegeleichte Mannschaft, mit der es einen Riesenspaß macht zu arbeiten. Es zeichnet das Team aus, durchaus Spaß miteinander zu haben, aber in den entscheidenden Momenten auch hart zu arbeiten, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Das war ein Lernprozess über die gesamte Saison. Inzwischen hat jeder verinnerlicht, den eigenen, individuellen Erfolg hinten anzustellen und den Fokus auf den Teamerfolg zu setzen. Es gibt einige Beispiele von Spielern, die sicher enttäuscht waren, etwas weniger gespielt zu haben, und sich dennoch vollkommen dem Erfolg des Gesamtkonstrukts untergeordnet haben. Davor ziehe ich den Hut.

 

Es gab aber auch schwierige Zeiten in dieser Saison…

M. B.: In der Tat. Vor allem in der Vorrunde hatten wir eine Periode, in der wir richtig guten Fußball gezeigt haben, aber am Ende zwar gegnerische Komplimente, aber keine Punkte dafür heraussprangen. Da fragt man sich als Trainer schon, was kannst Du jetzt anders machen, denn die Mannschaft hat ja gut gespielt. Aber wenn es am Schluss dann so endet wie in dieser Saison, ist alles gut.

 

Wie verlief denn für Dich aus persönlicher Sicht Dein erstes Jahr als Trainer?

M. B.: Der Übergang vom Spieler zum Trainer ist mir insgesamt relativ leicht gefallen, ich vermisse da nicht viel. Auch aus sportlicher Sicht sehe ich die Saison insgesamt positiv und der Erfolg stärkt einen natürlich. Man bekommt im Laufe der Zeit auch eine gewisse positive Routine, zum Beispiel bei der Ansprache an die Mannschaft. Ich bin aber auch in der tollen Lage, ein hervorragendes Umfeld hier in Neckarsulm zu haben. Thorsten Damm ist nicht nur mein Co-Trainer, sondern auch mein Mentor und guter Freund, dessen tolle Impulse ich sehr schätze. Auch Aydin Cengiz bringt sich als Co-Trainer stark ein, ja, und ohne Sportdirektor Marco Merz wäre ich wohl nie zur NSU gewechselt. Er lebt komplett für unseren Verein und ist mir eine große Unterstützung. Insgesamt hätte ich nicht gedacht, wie intensiv solch eine Saison sein kann, das kann man sich wohl nur vorstellen, wenn man es selbst erlebt hat.