02.10.17 - So sah es der Gegner: Bahlinger SC vs. NSU 2:2
 
(c) Badische Zeitung vom 02.10.17
 

Spätes Remis für den Bahlinger SC

Ohne vier Offensivkräfte bringt der Bahlinger SC gerade noch ein Remis gegen Neckarsulm heim Der Platz an der Sonne war nur ein flüchtiges Vergnügen. Eilig   räumten die Zuschauer die roten Schalen der dachlosen  Sitzplatztribüne, als nach rund 30 Minuten der Regen das Kaiserstuhlstadion heimsuchte. Ungefähr genauso schnell ist der Bahlinger SC (zumindest vorübergehend) die Tabellenführung der Oberliga  los. Der FC Nöttingen überholte nach einer Woche im Ranking wieder den BSC, der gegen Neckarsulm gerade noch seine zweite Saisonniederlage verhindern konnte.

„Wenn du fünf Minuten vor Schluss zurückliegst, musst du auch mal     mit einem Punkt zufrieden sein“, folgerte der Bahlinger Trainer Alfons Higl nach dem zweiten Unentschieden dieser Spielzeit. Eine Co-Produktion dreier Einwechselspieler ermöglichte den Rot-Weißen das 2:2:  Santiago Fischer verlängerte eine Flanke per Kopf auf Marco Barella, der seinen Gegenspieler so geschickt vom Ball abschirmte, dass Michael Respondek den Ball um den Neckarsulmer Keeper Marcel Susser zirkeln  konnte (87.). Das Zweikampfverhalten seiner Abwehr bewertete der Neckarsulmer Trainer Thorsten Damm in dieser Situation zwar als „Geschenk an Bahlingen“, das Endresultat sei aber fair. „Wenn mir vor dem Spiel jemand ein 2:2 angeboten hätte, hätte ich das unterschrieben“, so Damm.

Wahrscheinlich hätte der Gästecoach auch bis zur 50. Minute noch in diesen Handel angeschlagen. Dann kullerte der Ball zum 1:1 für die Sport-Union über die Bahlinger Torlinie. Schlussmann Dennis Müller war das regennasse Spielgerät nach einen angedeuteten Torschuss  von Ouadie Barini unten durchgerutscht. Trainer Higl ordnete den „entscheidenden Fehler“ aber sogleich in den Gesamtzusammenhang ein: „Dennis Müller hat eine überragende Form und uns in den vergangenen Wochen  Punkte gebracht.“

Es war schon so, dass sich die Bahlinger den Gegentreffer durch Passivität nach Wiederbeginn selbst eingebrockt hatten. Damit nicht genug: Nach 75 Minuten zirkelte Adrian Beck den Ball vom linken Strafraumeck punktgenau in den Winkel zur 2:1-Gästeführung. Vincent Keller, ansonsten als Außenverteidiger stets agil in der Vorwärtsbewegung , gewährte ihm etwas zu viel Platz – „ein Sonntagsschuss“, konstatierte Higl.

Nicht wegzudiskutieren war der  Qualitätsverlust in der Offensive der Bahlinger, die ohne Erich Sautner (Rotsperre), Felix Higl (Grippe) sowie die verletzten Serhat Ilhan und Fabian Spiegler auskommen mussten. Okenna Onwuzurumba, der junge Franko-Nigerianer aus Straßburg, der wiedergenesene Timo Wehrle und Ergi Alihoxha auf ungewohnter Rechtsaußen-Position mühten sich zwar redlich, „die Abstimmung war aber nicht so vorhanden wie in den vergangenen Wochen“, stellte Alfons Higl fest. Die neu gebrachten Akteure müssten erst ihren Rhythmus finden. 

Wenig verwunderlich also, dass die Bahlinger Führung ein Abwehrspieler erzielte: Fabian Nopper nickte eine Flanke von Tobias Klein ein (27.) – bereits das dritte Saisontor des Innenverteidigers, dessen Kopfballstärke auch am Dienstag, 15 Uhr, im Achtelfinale des südbadischen Pokals ein latentes Gefahrenmoment für den Gegner und Gastgeber Offenburger FV darstellt. „Das wird keine leichte Sache“, warnte Higl. „Offenburg  hat gut in den  Rhythmus gefunden.“

Bahlinger SC – Neckarsulmer Sport-Union 2:2 (1:0)
Bahlingen: Müller; Keller, Nopper, Adam, Bührer; Häringer, Alihoxha (84. Barella), Klein, Petean (66. Fischer), Wehrle (46. Göppert); Onwuzurumba (74. Respondek). Neckarsulm: Susser; Gotovac, Busch, Kappes, Seybold; Schneckenberger,  Neupert; Öztürk, Beck (92. Elseg), Klotz; Barini (80. Albert). Tore: 1:0 Nopper (27.), 1:1 Barini (50.), 1:2 Beck (75.), 2:2 Respondek (87). Schiedsrichter: Hildenbrand (Wertheim). Zuschauer: 755.