09.04.18 - NSU-Classics: Das Wunder vom Pichterich | Zum 5-jährigen Jubiläum
 

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“. Es waren Worte voller Euphorie, die an jenem geschichtsträchtigen 09.04.2013 gegen 21:30 im Neckarsulmer Pichterichstadion zu vernehmen waren. Die Zuschauer skandierten sie nach dem sensationellen Sieg der NSU im WFV-Pokal-Halbfinale gegen den SSV Ulm. Unsere Arena, sie bebte ob der Freudentrunkenheit der NSU-Fans; sie feierten eine der größten Fußball-Überraschungen im Unterländer Fußball überhaupt.    

 
 

Seit der Auslosung Mitte Februar 2013 hatte man rund um den Pichterich an das Wunder gegen Ulm geglaubt. Trainer Timo Böttjer und sein Team gingen absolut fokussiert in diese vom Papier her ungleiche Begegnung Landesligist gegen Regionalligist. „Ihren Namen haben wir schon, jetzt wollen wir auch den Sieg“, prangte selbstbewusst in großen Lettern auf dem offiziellen NeckarsULMer Spielplakat.

Doch zunächst war es schwierig, aufgrund zahlreich anstehender Ulmer Nachholspiele überhaupt einen geeigneten Spieltermin zu finden. Letztendlich sollte es dann Mittwoch, der 09.04.18 sein  - Anpfiff: 17:00, wegen fehlendem Flutlicht. Doch die frühe Uhrzeit stieß weder bei der NSU noch in Ulm auf große Zustimmung oder gar Freude. Auch die Stadt Neckarsulm wollte ein Fußballfest mit prickelnder Abend-Atmosphäre, so dass rechtzeitig vor dem Spieltermin eine nigelnagelneue hochwertige Flutlichtanlage das Pichterichstadion zierte. So begann die Begegnung gegen Ulm vor der grandiosen Kulisse von 1.300 Fans um 18:30.

Der eigens aus Mainz angereiste Stadionsprecher Jens Ademer sorgte für Riesenstimmung und auch der Pokal-Rap-Hit „Spiel des Jahres“ von Brockmaster B. sorgte für Gänsehaut-Feeling im Stadionrund. Die rund 300 permanent singenden Ulmer Schlachtenbummler rundeten das unbeschreibliche Ambiente dieses Abends ab.

Die ersten 90 Minuten waren geprägt von zwei Teams auf Augenhöhe, wenngleich Ulm erwartungsgemäß erheblich mehr Ballbesitz hatte. Mit einer kaum zu beschreibender Willensleistung und trotz zahlreicher Wadenkrämpfe kämpfte sich unsere Elf dann nach dreißig weiteren torlosen Minuten ins Elfmeterschießen. Schon jetzt konnte man mit Fug und Recht von einer Sensation sprechen. Herz, Leidenschaft, Hingabe und Emotion, aber auch große taktische Disziplin und eine unfassbare Laufarbeit – das waren die Stilmittel, die unsere Sport-Union vor fünf Jahren gegen den haushohen Favoriten aus der Donaustadt in die Waagschale warf.

Und mit dem Elfmeterschießen toppten unsere Jungs die Leistung der vorangegangenen 120 Minuten sogar noch. Fünf blitzsaubere Elfmeter, den entscheidenden verwandelt von Jörn Pribyl – und zudem der gehaltene Strafstoß des Ulmers Johannes Ludmann. Der Rest war ungläubiger, aber purster Jubel made in Neckarsulm. Das Pokalwunder war Realität geworden. Der Landesligist hatte den Regionalligisten eliminiert. Erstmals seit 33 Jahren stand damit wieder ein Unterländer Club im WFV-Pokalfinale.

Es war ein Abend, wie er unvergesslicher nicht sein hätte können. Die Dramatik, die Spannung, die Stimmung, die Freude – all das wird auch in 20 Jahren noch in Erinnerung bleiben. Unsere Jungs haben es an jenem 09.04 2013 geschafft, in 120 Minuten plus Elfmeterschießen zu Unterländer Sporthelden zu werden. Und das vollkommen zu Recht!

NSU: Marcel Susser, Burak Mucan (112. Florian Köbl), Dimitri Gerlach, Alexander Elser (62. Ouadie Barini/114. Lukas Köbl), Sinan Andic, Matthias Höck, Enzo Romano, Christian Schaaf, Marcel Oechsner, Jörn Pribyl, Oliver Köhler (82. Engin Olgun).