HISTORIE
 
Die wechselvolle Historie der Fußballabteilung der Neckarsulmer Sport Union reicht zurück bis ins Jahr 1908. In jener Zeit wurden mit "Phoenix 08" und dem "1. FC Neckarsulm" gleich zwei Fußballvereine gegründet. Keine zwei Jahre später beschlossen weitsichtige Vereinsmitglieder die Fusion beider Clubs zum "Sportverein Neckarsulm". Wurde zunächst zwar mit viel Eifer, aber auf wechselnden Plätzen gespielt, erhielt man schon recht früh ein festes Sportgelände auf dem Gelände der früheren Firma "Karl Schmidt".
 
 

Durch den 1. Weltkrieg wurde der aufstrebende Verein in seiner Entwicklung stark gebremst. Viele Akteure wurden eingezogen und kamen teilweise nicht wieder zurück. Dennoch wurde der Spielbetrieb unter großen Kraftanstrengungen stets aufrechterhalten.

In den Nachkriegsjahren gelang es, eine neue Spielergeneration unter der Führung ehemaliger Spieler heranzuziehen, die beachtliche Erfolge errangen und auch das Auf und Ab der Zwanziger Jahre mit Inflation und goldenen Zeiten unbeschadet überstand.

 
 

1931 erfüllte sich der Sportverein Neckarsulm mit dem zum größten Teil in Eigenregie erstellten Sportheim mit neuer Sportplatzanlage an der NSU-Einfahrbahn einen lang gehegten Traum. Dieses ehemalige Gelände gehört heute zum Audi-Werksgelände.

Mit den politischen Veränderungen ab 1933 in Deutschland gab es auch im Vereinsleben des Sportvereins gravierende Änderungen. Dem Club war das Schicksal in der Folge nicht mehr so wohl gesonnen, wie zuvor. So konnte selbst ein Mitgliederzuwachs nach dem Verbot des Arbeitersportvereins Neckarsulm den Abstieg des Sportvereins aus der Bezirksliga 1935 nicht verhindern. Erst 1937 erfolgte der Wiederaufstieg mit Spielern wie Thelen, Berreth, Pitsch, R. Faust, R. Kühnle, Ihle, Buck, J. Siegel, Unvericht, Ph. Faust , K. Müller, Fr. Schulz, E. Horsch… Trotz der hohen Arbeitslosigkeit und diverser anderer Sorgen der Bevölkerung, war die Kameradschaft im Sportverein hervorragend. Im Jahr 1937 wurden die Spieler Buck und Mayer in eine württembergische Auswahl berufen und die vereinsoberen holten den ruhmreichen Karlsruher FV zu einem Freundschaftsspiel nach Neckarsulm, welches nach grandiosen Leistungen mit 3:3 endete. Doch als die intensive Jugendarbeit gerade begann, Früchte zu tragen, zerschlug der 2. Weltkrieg brutal alle Hoffnungen. Die finanziellen Sorgen gingen so weit, dass der Verkauf des Sportheimes nicht mehr zu verhindern war. Dennoch gab es 1942 noch ein Highlight, als man gegen die "große" Union Böckingen in einem Pokalspiel nach hervorragendem Kampf knapp mit 0:1 verlor. Für Neckarsulm spielten damals Akteure wie Beck, Pfeiffer, Pitsch, Buck, Berreth, Kühnle, Roth, Christ, Unvericht, Auerbach und Häußler.
 
 

Nach Ende des Krieges stand der Verein vor einem kompletten Neuaufbau. Nach zögerlichem Beginn kam es 1946 zur Gründung der Sportvereinigung Neckarsulm unter dem 1. Vorsitzenden Christian Rieker. Der Spielbetrieb beschränkte sich aufgrund der Rahmenbedingungen auf die unmittelbare Nähe, die nötigen Utensilien konnten oftmals nur als Tauschgeschäft mit Naturalien beschafft werden. Nach und nach stabilisierte sich die Situation. Als 1950 mit dem Vertragsspielertum die II. Amateurliga eingeführt wurde, blieb die SVN aufgrund der aktuellen Platzierung zunächst außen vor, ehe ein Jahr später als Pokalsieger der Bezirksklasse doch der Aufstieg gelang. Nach Anfangsschwierigkeiten zahlte sich die Jugendarbeit mehr und mehr aus und es begann, neben dem Bau des Pichterich-Sportgeländes auch sportlich die erfolgreichste Zeit der Sportvereinigung. Im Jahr 1958 wurde das fünfzigjährige Bestehen der Fußballabteilung mit einem großen Festakt begangen.

Punktgenau zum Jubiläum errang die 1. Mannschaft die Meisterschaft in der II. Amateurliga und auch die II. Mannschaft wurde Meister. Der lang ersehnte Aufstieg in die I. Amateurliga wurde durch die erfolgreiche Absolvierung der Aufstiegsspiele geschafft.

Bis Anfang der 70er Jahre spielte die Sportvereinigung immer in der I. oder II. Amateurliga, zweimal (1964 und 1969) wurde man württembergischer Pokalsieger. Geprägt wurden diese Jahre auch durch Derbys gegen die großen Heilbronner Teams, dem VfR Heilbronn und Union Böckingen.

 
 
 

Mitte der 70er Jahre neigten sich die Erfolge dann langsam dem Ende zu, den absoluten Tiefpunkt erreichte man in der Saison 1977/78 mit dem Abstieg in die B-Klasse. Erst in der Spielzeit 1982/83 spielte die Erste Mannschaft wieder in der Bezirksliga.

In den 80er Jahren erreichte man zunächst in jener Liga gesicherte Mittelfeldplätze, eher am 01.06.86 ein kleines Fußballwunder geschah, als die SV dem quasi schon sicheren Abstieg durch einen Sieg in Cleebronn entgang. Kurz danach errang man zum wiederholten Male die damals noch ernst genommene Neckarsulmer Fußball-Stadtmeisterschaft.

Eine Saison später folgte dann sogar der Aufstieg in die Landesliga. Unter Trainer Walter Melber gelang zunächst in der neuen Liga ein gesicherter Mittelfeldplatz. Im August 1987 feierte man die Stadioneinweihung mit der Partie einer Stadtauswahl gegen ein Team von Altinternationalen wie Overath, Hölzenbein,… Eine Gasexplosion an jenem Tag in der Küche des neuen Sportheimes sorgte für Aufregung und ein jähes Ende des Beisammennseins.

Bis zur Saison 1989/90 schaffte man die Landesliga zu halten, ehe es unter Neu-Trainer und VfR Heilbronn-Legende Reiner Lippert nicht gelang den Abstieg in die Bezirksliga zu vermeiden. Als Trostpflaster gewann den hervorragend besetzten Hallentitel des "Teusser Cups".

 

Bis Mitte der 90er Jahre dümpelte die SVN nun im grauen Mittelfeld der Bezirksliga herum, ehe unter Trainer Suchy gar der Abstieg in die Kreisliga A hingenommen werden musste. Der direkte Wiederaufstieg gelang jedoch bereits eine Saison später, wenn auch erst am letzten Spieltag. In der Folge erreichte man vordere Plätze in der Liga, zum Aufstieg reichte es jedoch nicht.

Nächstes Highlight war der Gewinn des Bezirkspokals im Jahr 2001. Nach weiteren Plätzen im vorderen Mittelfeld feierte die SVN in der Saison 2005/06 trotz eines Punkteabzuges den Meistertitel in der Bezirksliga und schnupperte endlich wieder Landesliga-Luft. Das kurze Intermezzo endete nur eine Spielzeit später mit dem sofortigen Wiederabstieg. Ein Jahr später scheiterte man als Bezirksliga-Vizemeister in eine Relegationspartie gegen den Lokalrivalen Türkspor Neckarsulm denkbar knapp mit 0:1.

In der letzten Saison der Sportvereinigung Neckarsulm schließlich gab es hingegen wieder Grund zu Feiern. In seiner bereits fünften Saison hintereinander gelang Trainer Peter Idziak mit seinem Team die souveräne Bezirksliga-Meisterschaft und damit der abermalige Aufstieg in die Landesliga.

 
 
Magic Moments
 
Auf unserer Homepage veröffentlichen wir in losen Abständen immer wieder Fakten, Geschichten, Erfolge und Anekdoten aus der ruhmreichen Historie der Neckarsulmer Sport-Union. Im Folgenden können Sie alle bisherigen Teile unserer Nostalgie-Serie "Magic Moments" betrachten:
 
13.01.12 - Neue Rubrik: "Magic Moments"
Winterpause. Noch immer. Wir wollen allen Neckarsulmer Fußball-Fans diese schwere Zeit verkürzen, indem wir regelmäßig in der Sommer- und Winterpause über nostalgische Highlights der Sport-Union aus vergangenen Zeiten berichten. Dafür haben wir extra eine neue Rubrik auf unserer Homepage ins Leben gerufen, die Neckarsulmer "Magic Moments". Beginnen möchten wir heute mit einem der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte, den Gewinn des Württembergischen Pokals im Jahr 1969...