24.03.18 - 0:1 - Zu wenig Esprit gegen kompromisslose Reutlinger
 

Die Neckarsulmer Sport-Union wartet weiter auf den ersten Oberliga-Heimsieg des Jahres. Gegen den SSV Reutlingen gab es am Samstag nachmittag eine letztendlich unglückliche 0:1-Niederlage. „Dieses Ergebnis war symptomatisch für uns derzeit“, analysierte NSU-Coach Thorsten Damm.

Was meinte damit? Die Begegnung war eine Blaupause der 0:1-Heimniederlagen gegen Nöttingen vor zwei Wochen und gegen Pforzheim zum Ende der Hinrunde. Dem Gegner reicht im Prinzip eine Offensivaktion um die drei Punkte aus dem Pichterich zu entführen, während unserer Sport-Union der Flow im Offensivspiel etwas abhanden gekommen zu sein scheint. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Thorsten Damm. „Wie so oft waren wir die aktivere Mannschaft, lassen hinten wenig zu. Daher ist diese Niederlage schwer zu erklären und auch schwer zu akzeptieren.“

Die Gäste aus Reutlingen, das wurde von Anpfiff an offensichtlich, war vor allem darauf bedacht mit extremer Kompromisslosigkeit dem Neckarsulmer Spiel die Wirkung zu nehmen. Und die Achalmstädter hatten alle Stilmittel an Bord, die dafür notwendig waren. Die Sport-Union erwischte dennoch einen guten Start in die Begegnung, bereits nach 30 Sekunden kam Adrian Beck nach einem verunglückten Abschlag vom Jurcevic an die Kugel, den folgenden Schuss unserer Nr. 11 parierte der Reutlinger Schlussmann dann jedoch problemlos. In der 22. Und 25. Minuten scheiterten zudem Claudio Bellanave und Alexander Albert knapp.

Die bis dahin in der Offensive weitestgehend wirkungslosen Reutlinger demonstrierten in der 27. Minute dann das, was man allgemeinhin „Effektivität“ nennt. Nach einem, zugegeben, toll geschlagenen Eckball kam Abwehrhüne Filip Milisic am Fünfmetereck zum Kopfball und traf zum 0:1. „Ich weiß nicht ob „Leo“ in der 1. Halbzeit darüber hinaus überhaupt einen einzigen Ball aufs Tor bekam“, ärgerte sich Thorsten Damm. Beim Treffer selbst hatte der Neckarsulmer Goalie keine gute Figur gemacht.

Gegen weiterhin defensive agierende Gäste wurde im Neckarsulmer Spiel vor allem der Offensiv-Elan vermisst, der in der Vorrunde zu acht Heimsiegen in Folgen geführt hatte. Es fehlte schlicht an Dynamik aus dem Mittelfeld und auch an Esprit und Kreativität, um die vielbeinige Reutlinger Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen. So waren im zweiten Durchgang gerade einmal drei Szenen erwähnenswert. Zunächst flog ein sehenswerter Volleyschuss von Marius Klotz in Richtung Reutlinger Gehäuse, zischte aber letztendlich haarscharf daran vorbei. In der 83. Minute erkämpfte sich Julian Retzbach im Mittelfeld das Leder, über Pascal Hemmerich kam Ouadie Barini in Ballbesitz, dessen toller Diagonalschuss verfehlte ebenfalls knapp das Ziel.

Die Reutlinger hingegen verzichteten im zweiten Durchgang quasi komplett auf Offensivbemühungen und konzentrierten sich auf das Verwalten des knappen Vorsprungs. Nur ein einziges Mal tauchte der SSV gefährlich noch gefährlich vor Leander Wallman auf, doch Marcel Avdic verzog haarscharf aus 10 Metern.

So blieb es im einem eigentlich typischen 0:0-Spiel beim knappen Reutlinger Sieg. Thorsten Damm forschte schon direkt nach dem Spiel nach Gründen: „Nach dieser anstrengenden englischen Woche fehlte meiner Mannschaft verständlicherweise schon etwas die Frische, hinzu kam der ungewohnte Naturrasen, nachdem wir zuletzt quasi komplett auf Kunstrasen gespielt und trainiert haben. Es gibt schon Ansätze, aber insgesamt liegt meiner Ansicht nach nicht viel im Argen bei uns“, hofft Thorsten Damm nun am kommenden Samstag auf ein Erfolgserlebnis im nächsten Spiel bei der TSG Weinheim.

Abschließend wünschen wir dem Reutlinger Fan, der sich gestern im Rahmen des Spieles verletzt hat gute Besserung und schnelle Genesung.

NSU: Wallmann, Gotovac, Busch, R. Neupert, Leonhardt (46. Retzbach), Seybold, Klotz, Schneckenberger (74. Hemmerich), Bellanave (60. Barini), Beck (84. Beck), Albert

 
Die Bilder zum Spiel
Adrian Beck und Marvin Leonhardt kurz vor dem Anpfiff
Die beiden Teams laufen ein
Dirk Prediger im Zweikampf mit Philipp Seybold
Hier klärt Philipp gegen Onesi Kuengienda
Adrian Beck mit akrobatischer Kopfballhaltung
Marius Klotz im Zweikampf
Adrian Beck liebevoll "umarmt" von Filip Milisic
Philip Seybold lässt hier Janick Schramm stehen
"Schädelbrummen" nach einem Kopfballduell
Erste Chance des Spieles für Claudio Bellanave
Kurz darauf versuchte Alexander Albert sein Glück
Auch die Medienpräsenz war diesmal höher als gewohnt
Adrian Beck gegen Pierre Eiberger
Jannick Schram mit einem Foul an Philipp Seybold
Ordnerpräsenz
Es ging oft rustikal zu
Robin Neupert setzt sich im Kopfballduell durch
Eine Stiefelspitze schneller: Claudio Bellanave
Alex Albert gegen Maximilian Rohr
Julian Retzbach und Adrian Beck sind hier vor Marco di Biccaro an der Kugel
Kein Durchkommen?
Nicht für Adri!
Alex Albert gegen Tom Schiffel
Vor einem Neckarsulmer Eckball
Julian Retzbach leitet eine gute Neckarsulmer Torchance ein
David Gotovac .
Alex Albert
Adrian Beck erfreut sich hier einer hautengern Reutlinger Bewachung
Goto gegen Raphael Schneider
Adri gegen Onesi Kuengienda
Zweikampf im Reutlinhger Strafraum
PAscal Hemmerich gegen Maximilian Rohr
Gute Chance für Ouadie Barini
 
Sebastian Kappes setzt sich gleich gegen zwei Reutlinger im Luftkampf durch
Sogar Reutlingens Abwehrkante Milisic kommt gegen Kappo nicht an die Kugel
Enttäuschung nach dem Abpfiff bei Klotzi...
... und Robin