15.09.17 - 0:0 in Reutlingen - kein Durchkommen gegen defensive Gastgeber
 

Nach einer hoch konzentrierten Leistung hat Oberligist Neckarsulmer Sport-Union beim 0:0 in Reutlingen hoch verdient einen Punkt aus dem Kreuzeichestadion entführt. „Ich denke, es hat schon früh Vieles darauf hingewiesen, dass hier nicht viele Tore fallen werden“, sagte NSU-Trainer Thorsten Damm. Ein typisches 0:0 eben. Insgesamt war die Sport-Union allerdings die aktivere Mannschaft in einem an Torchancen armen Spiel, bei dem keines der beiden Teams den einen entscheidenden Fehler beging.

Eine besondere Art des Fairplays fand bereits weit vor dem Anpfiff statt. Dirk Prediger, gebürtiger Unterländer in Diensten des SSV Reutlingen, rief Sport-Union-Coach Thorsten Damm an, um die Neckarsulmer Entourage über einen längeren Stau zu informieren, in dem Prediger übrigens selbst gerade stand. Dank der Alternativroute traf der NSU-Tross daher rechtzeitig am Kreuzeichestadion ein. Ein herzliches Dankeschön an Dirk Prediger für diese tolle Aktion. „Das war wirklich klasse und zeigt, warum Dirk zurecht einen absolut tadellosen Ruf als fairer Sportsmann genießt“, so NSU-Trainer Thorsten Damm. 

Die Begegnung selbst bot zunächst mehr Fan-Action auf den Rängen als Fußballzauber auf dem grünen Rasen. Die vor der Saison namhaft verstärkten Reutlinger agierten unerwartet zurückhaltend und defensiv, waren hauptsächlich darauf bedacht, die Räume in der eigenen Defensive eng zu machen. " Wir wollten gegen einen starken Gegner wie Neckarsulm keinen Schönheitspreis gewinnen", erklärte SSV-Trainer Jochen Class fast entschuldigend nach dem Spiel. So dauerte es bis zur 44. Minute, bis die Reutlinger überhaupt erstmals ernsthaft auf das Gehäuse der NSU schossen, doch Marcel Susser hatte keine Mühe gegen Eiberger zu klären.

Die Sport-Union, die mehr Ballbesitz für sich verbuchen konnte und die bessere Spielanlage zeigte, hatte im ersten Durchgang zwei gute Möglichkeiten. In der 22. Minute landete eine Hereingabe von Seba Öztürk am langen Pfosten bei David Gotovac, doch dessen Schlenzer ging über das Gehäuse. Acht Zeigerumdrehungen später kam Sebastian Kappes nach einem Eckball aus sieben Metern Entfernung zum Kopfball, doch Reutlingens Keeper Milan Jurkovic war geistesgegenwärtig zur Stelle. Insgesamt glich die erste Halbzeit eher Rasenschach denn Spektakel, wenngleich auf hohem Niveau und mit leichten Vorteilen für die Sport-Union.

Im zweiten Durchgang nahm die Begegnung dann etwas an Fahrt auf. Den besseren Start hatten erneut die Gäste, für die Sebastian Kappes kurz nach Wiederanpfiff mit einem Kopfball scheiterte. In der 53. Minute dann das erste echte Lebenszeichen der Reutlinger. Sydi Niang lief an der Grundlinie entlang in Richtung Neckarsulmer Tor, am Ende war der Winkel jedoch zu spitz und die Reutlinger Nummer 9 platzierte die Kugel an den Außenpfosten.

Danach war es ein Abnutzungskampf, mit einer Neckarsulmer Mannschaft, die zwar die Lücke in der massiven Reutlinger Defensive suchte, aber nicht fand. So lebte die Begegnung hauptsächlich von der Spannung. Eine Schrecksekunde erlebte die Pichterich-Elf dann in der 80. Minute, als aus dem Nichts der pfeilschnelle Sydi Niang alleine auf Marcel Susser zulief, doch der Neckarsulmer Goalie bewies einmal mehr seine Stärke im Eins-gegen-Eins und konnte abwehren. Drei Minuten später zirkelte Adrian Beck einen Freistoß aus halbrechter Position in Richtung kurzes Eck des Reutlinger Gehäuses, doch Milan Jurkovic hatte aufgepasst und faustete die Kugel aus der Gefahrenzone. In der Nachspielzeit dann ein letztes Mal Haareraufen bei der Sport-Union, als ein Flatterball von Marius Klotz aus 30 Metern von Jurkovic nur mit größter Mühe entschärft werden konnte.

So blieb es beim gemessen an den Torchancen gerechten Remis, wenngleich die Sport-Union sich über die gesamten 90 Minuten mehr am Spiel beteiligt hat als die Gastgeber. „Neckarsulm war der bisher stärkste Gegner, den wir in dieser Saison hatten, deswegen müssen wir mit einem Punkt auch einfach einmal zufrieden sein“, verteilte Reutlingens Coach Jochen Class Komplimente an die Gäste. Thorsten Damm war mit dem 0:0 ebenfalls einverstanden: „Ein Remis in Reutlingen, das ist absolut ok.“

 
Die Bilder zum Spiel
Blick auf die Haupttribüne des Kreuzeichestadions
Blick auf unsere Bank
Das Einlaufen der Teams
Was für ein Ambiente!
Auch die Fans des SSV waren gewohnt lautstark
Die beiden Teams
Kappo drischt die Kugel nach vorne
Claudio Bellanave gegen Denis Lübke
Adrian Beck führt de Kugel
Claudio Bellanave klärt mit Einsatz...
... und auf Kosten des Rasens im Kreizeichestadion
Vor Beginn der zweiten Halbzeit
Goto und Buschi analysieren
Adrian Beck
Steven Neupert im Zweikampf
Marc Schneckenberger spielte gewohnt stark
Pascal Hemmerich
Blick auf unsere Bank und die Tribüne
Folgerichtiger Endstand: 0:0