18.03.17 - Neckarsulmer Siegesserie reisst gegen abgezockte Ravensburger
 

Die Neckarsulmer Siegesserie in der Oberliga Baden Württemberg ist gerissen. Gegen den ambitionierten neuen Tabellenvierten FV Ravensburg gab es eine zwar insgesamt verdiente, wenngleich zu hohe 0:3 Niederlage. Die Gäste aus dem Oberschwäbischen präsentierten sich als abgezocktes und robustes Team, das noch dazu in den entscheidenden Momenten überaus effizient vor dem gegnerischen Tor agierte. „Das Ergebnis ist für uns schon ein wenig ernüchternd, denn das Spiel war erheblich enger, als es der Endstand aussagt“; so NSU-Coach Thorsten Damm direkt nach dem Abpfiff. „Wir müssen aber auch selbstkritisch zugeben, dass uns heute im Vergleich zu den letzten Spielen ein paar Prozentpunkte gefehlt haben.“

Aufgrund des massiven Regenfalls in der Nacht und dem Morgen vor der Begegnung entschied sich die Sport-Union die Begegnung abermals auf Kunstrasen auszutragen. „Die Verantwortlichen der Stadt Neckarsulm haben die Rasenplätze vor wenigen Tagen hervorragend präpariert, weshalb wir den Rasen nach der ausgiebigen Niederschlägen nicht ramponieren wollten“, erklärte Sportdirektor Marco Merz den erneuten Umzug auf das Pichterich-Kunstgrün

Die Begegnung begann zunächst ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Gäste aus Ravensburg, die aufgrund ihrer zahlreichen hoch aufgeschossenen Akteure eine größere Spielpräsenz zeigten. Zwar entwickelte sich sofort ein intensives Spiel, die Qualität war jedoch überschaubar, Torchancen blieben in der ersten Halbzeit Mangelware. Nur jeweils eine gute Einschussmöglichkeit konnten beide Teams für sich verzeichnen. Richtig knapp war es in der 36. Minute, als FV-Stürmer Rahman Soyudogru einen sehenswerten Volleyschuss von der Strafraumgrenze nur um Haaresbreite neben den rechten Pfosten platzierte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel hatte dann die Sport-Union ihre gute Chance in Führung zu gehen. Steffen Elseg profitierte von einem Ravensburger Fehlpass im Aufbauspiel und passte zum durchgestarteten David Gotovac, der jedoch aus aussichtsreicher Position über das Gehäuse schoss. So ging es torlos in die Kabine, Thorsten Damm war mit der ersten Hälfte seines Teams nicht so recht zufrieden: „Bei uns hat irgendwie der letzte Grip gefehlt“,

Im zweiten Durchgang schien die Sport-Union zunächst diesen Grip gefunden zu haben, war aggressiver und schneller im Zweikampf und gestaltete das Spiel zumindest ausgeglichen. Daher fiel die Ravensburger Führung in der 64. Minute quasi aus dem Nichts. Und es war eine ganze Fehlerkette, aus der das 0:1 der Gäste resultierte. Nach einem langen Ball ging zunächst das Kopfballduell an die Oberschwaben, die folgende Flanke konnte nicht unterbunden werden, so dass der in der Mitte sträflich freistehende FVR-Torjäger Steffen Wolfarth ungehindert zum 0:1 einschieben konnte.

Nach dem Rückstand zeigte sich dann endlich wieder das Neckarsulmer Gesicht der letzten Wochen. Das Pichterich-Team schnürte die Ravensburger fast in deren Hälfte ein und sorgte für mächtig Druck. So ließen Chancen der Hausherren nicht lange auf sich warten. Nach feiner Vorarbeit von Ouadie Barini lief Seba Öztürk in der 67. Minute vom rechten Strafraumeck alleine aufs Tor der Gäste zu, sein Diagonalschuss rauschte jedoch um Millimeter am rechten Pfosten vorbei. Nur vier Minuten später köpfte Bogdan Müller nach einer Flanke von Gotovac seinen Gegenspieler an, sonst wäre die Kugel wohl ins Netz gegangen. In der 77. Minute drang David Gotrovac in den Strafraum ein, sein abgefälschter Schuss landete am Außennetz und weitere vier Minuten war es abermals der agile Gotovac, der mit einem Schuss vom linken Strafraumeck alles richtig machte, doch Haris Mesic fischte die Kugel mit einer unglaublichen Parade aus dem linken Torwinkel.

Als das 1:1 mehr als in der Luft lag, schlugen die Gäste erneut eiskalt zu. Nach einem Zweikampf blieb Steven Neupert rund 30 Meter in der Hälfte der Ravensburger verletzt liegen. Die Gäste verzichteten allerdings darauf, die Kugel ins Seitenaus zu spielen, vielmehr vollendeten sie ihren Angriff durch Sebastian Reiner, der zum entscheidenden 2:0 traf. Thorsten Damm: „Ich persönlich finde das sehr schade. Wenn beide Mannschaften 90 Minuten lang gefühlte sieben-, achtmal die Kugel bei verletzt am Boden liegenden Akteuren ins Aus spielen, dann sollte man auch in dieser Szene konsequent sein. Immerhin ging der Spielzug ja über die gesamte Spielfeldlänge.“ Man kann den Ravensburgern ohne jeden Zweifel zu Gute halten, dass es regeltechnisch absolut legitim war, den Angriff auszuspielen - den Fairplay-Preis haben sie sich damit aber sicher nicht verdient. Das wird ihnen allerdings reichlich wurst sein, denn statt eines möglichen 1:1 war nach einer Ravensburger Lektion in Sachen Abgezocktheit nun also der Deckel auf der Begegnung drauf.

Gegen eine nun noch wütender anrennende Neckarsulmer Mannschaft gelang erneut Wohlfahrt kurz vor dem Ende sogar noch das 0:3, gleichzeitig der Endstand. Keine Frage, auch wenn er zu hoch ausgefallen ist, der Sieg der Gäste ging über 90 Minuten gesehen in Ordnung. NSU-Trainer Thorsten Damm suchte daher den Ansatz auch zunächst bei seiner Elf:„Klar war der Gegner stark, heute lag es aber eher daran, dass wir selbst nicht am Limit gespielt haben, die letzten, entscheidenden Dinge haben gefehlt.“ Sportdirektor Marco Merz ergänzte: „Ravensburg agierte eiskalt und profitierte insbesondere bei den Gegentoren von der eigenen physischen Überlegenheit. Wir hatten nach dem Rückstand eine druckvolle Phase, in welcher der Ausgleich mehrfach in der Luft lag.“

Trotz der Niederlage steht die NSU weiterhin auf Platz drei in der Oberliga und tritt am kommenden Samstag bei der Spvgg Neckarelz an.

NSU: Susser, Gotovac, Busch, R. Neupert, Klotz, S. Neupert, Schneckenberger (83. Kappes), Öztürk, Barini, Gerstle (69. Hogen), Elseg (63. Müller).

 
 
Vor dem Anpfiff
Ouadie Barini spitzelt seinem Gegenspieler den Ball vom Fuß
Hier bereits erkennbar: Die Ravensburger hatten Größenvorteile gegenüber unseren Jungs
Steffen Elseg gewinnt dieses Kopfballduell
Ouadie Barini akrobatisch
Hier setzt "Hadji" sich gegen Harun Toprak durch
Marius Klotz ist vor Ravenbsurgs Kapitän Steffen Wolfahrt am Ball
Seba und Steven im Zweikampf
Marcel Gerstle
Foul an Seba Öztürk
Redebedarf kurz vor dem Seitenwechsel
Thorsten Damm gibt letzte Instruktionen
Foul an Marc Schneckenberger
Steven mit Einsatz gegen Sebastian Reiner
David Gotovac auf dem Weg nach vorne
Blick auf unsere Trainerbank
"Goto" mit feiner Technik
Zweikampf
"Schnecke" setzt sich mit viel Willenskraft durch
Viele Ballkontakte in Halbzeit zwei: David Gotovac
Ouadie Barini
Großchance für Seba Öztürk...
 
 
... doch er scheitert denkbar knapp