27.04.19 - Auswärtssieg in Ravensburg - Alex Albert nickt kurz vor dem Abpfiff ein
 

240 Kilometer Reisestrecke können lang sein. Doch die Bus-Rückfahrt aus dem oberschwäbischen Ravensburg gestaltete sich für das Oberliga-Team der Neckarsulmer Sport-Union überaus kurzweilig und ausgelassen. Verantwortlich dafür war der 1:0-Auswärtssieg beim FV Ravensburg, den Alexander Albert zwei Minuten vor dem Abpfiff eintütete. Der Rest bis zum abendlichen Ankommen der Neckarsulmer Entourage auf dem heimischen Pichterich war Partylaune pur.

 
Alexander Albert
 

Trainer Marcel Busch allerdings wollte sich von der Siegeseuphorie zunächst nicht so recht anstecken lassen. „Das war heute ein komisches Spiel. Irgendwie wollte durch die zahlreichen Unterbrechungen kein richtiger Spielfluss aufkommen“, analysierte er gefasst. Nach einer kurzen Pause brach dann doch die Freude aus dem Neckarsulmer Chefcoach heraus: „Ich bin absolut froh über diese drei Punkte.“

Für Marcel Busch war der Dreier in Oberschwaben so etwas wie ein Etappensieg. Mit nun 40 Zählern ist die Sport-Union nämlich noch immer auf weitere Punkte angewiesen, um den Klassenerhalt auch theoretisch zu sichern. Dennoch waren die drei Zähler in Ravensburg überaus wertvoll, auch weil der Gegner zuvor acht Spiele in Folge nicht verloren hatte und sich zuletzt in beeindruckender Form präsentierte.

Die erste Halbzeit im Wiesentalstadion gehörte jedoch eher den Gastgebern. Trotz teilweise gefälligem Spiel war kein einziger Torschuss für die Gäste aus dem Unterland zu notieren. Gute Ansätze gab es zwar, doch mehr nicht, wie auch Marcel Busch monierte. „Klar wollten wir zunächst gut gegen den Ball arbeiten und den Ravensburger keine Räume bieten. Wir wollten aber auch mutig nach vorne spielen, das hat in der ersten Halbzeit jedoch nicht so gut geklappt“, monierte Marcel Busch.

Die Ravensburger kamen allerdings auch nur sporadisch zu Torchancen, die beste hatte Felix Hörger der das Spielgerät in der 11. Minute am Fünfmeterraum über den Querbalken drosch. Die Gastgeber beeindruckten mit knallharter Zweikampfführung und hoher Präsenz, allerdings hatte auch die NSU Phasen mit viel Ballbesitz, so dass der torlose Pausenstand trotz der Ravensburger Überlegenheit nicht komplett unverdient war.

Im zweiten Durchgang folgten zunächst verrückte 15 Minuten, mit besten Torchancen auf beiden Seiten fast im Minutentakt. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff legte Maxi Gebert an den Fünfmeterraum zu Ouadie Barini, der hart bedrängt um Zentimeter scheiterte.  In der 50. Minute war das Pichterich-Team dann bei einer Ravensburger Dreifach-Chance nach einem Eckball mit dem Glück im Bunde. Drei Zeigerumdrehungen später haderten die Hausherren erneut, wieder wollte das Runde trotz dreier hochkarätiger Einschussmöglichkeiten nacheinander nicht ins Eckige. Es hätte noch schlimmer für die Oberschwaben kommen können, im direkten Gegenzug lief Ouadie Barini nach feiner Islamaj-Vorbereitung auf Haris Mesic zu, schoss dem FVR-Keeper jedoch in die Arme.

In der 56. Minute war es erneut Barini, der nach glänzender Vorbereitung von David Gotovac frei vor Mesic auftauchte, der Neckarsulmer Torjäger scheiterte aus spitzem Winkel nur haarscharf. Nach exakt einer Stunde endete das 15-minütige Wettballern der beiden Kontrahenten mit einem Schuss des Ravensburger Samuel Boneberger aus 18 Metern, der knapp sein Ziel verfehlte.

Die NSU verteidigte in der Folge sehr konsequent, so dass den Oberschwaben kaum noch gelungene Offensivaktionen gelangen. Man hatte nun das Gefühl, dass die Ravensburger selbst so recht nicht mehr an den Sieg glaubten. „Defensiv sind wir insgesamt sehr gut gestanden, das war die Basis heute“, lobte Marcel Busch.

Der NSU-Trainer sah, wie seine Mannschaft in den Schlussminuten den Sieg wollte. Fünf Minuten vor dem Abpfiff passte Marc Schneckenberger zum durchgestarteten Alexander Albert, der jedoch am glänzend reagierenden Mesic scheiterte. Drei Minuten später machte es der nach einer Stunde eingewechselte Neckarsulmer Stürmer besser. Einen Freistoß aus dem Halbfeld von Ouadie Barini wuchtete Albert per Kopf zunächst an den Innenpfosten, von wo das Leder zum 0:1 über die Linie trudelte. Neckarsulmer Glückseligkeit im Ravensburger Wiesentalstadion. Es war ein Menschenknäuel in schwarzen Trikots, die den Siegtreffer kurz vor dem Abpfiff frenetisch bejubelte.

„Es zeichnet uns aus, dass wir in der Rückrunde immer weder durch Einwechslungen für späten, frischen Wind sorgen konnten“, lobte Marcel Busch. „Es zeigt sich, wie wichtig in diesem Zusammenhang ein fitter Kader ist.“ Matchwinner Alexander Albert ist ein leuchtendes Beispiel für die These von Busch. Zum zweiten Mal in den letzten Wochen erzielte er als Joker den entscheidenden Siegtreffer.