10.09.16 - 2:4 in Ravensburg - Unglückliche Niederlage in der Schlußphase
 

Fußball-Oberligist Neckarsulmer Sport-Union durfte bis kurz vor dem Abpfiff auf einen Punkt beim Meisterschafts-Mitfavoriten FV Ravensburg hoffen, musste am Ende die weite Heimreise jedoch mit einer unglücklichen 2:4-Niederlage im Gepäck antreten.

Die beiden entscheidenden Gegentreffer in den letzten fünf Minuten ärgerten NSU-Coach Thorsten Damm mächtig. „Wir haben wieder einmal richtig gut gespielt. Und am Ende verlieren wir 4:2, weil wir uns selbst im Weg gestanden sind.“ Der Neckarsulmer Übungsleiter monierte zu inkonsequentes Abwehrverhalten vor allem beim wohl entscheidenden Treffer zum Ravensburger 3:2, als die Gastgeber sich quasi ohne echte Gegenwehr bis zur Grundlinie durchspielen konnten und Mashkour Gbadamassi die folgende Hereingabe per Kopf einnetzte. Auch mit dem 4:2 in der Nachspielzeit haderte Damm. „Da spielen wir vorher einen Pass, der alle überrascht hat. Uns leider negativ“, analysierte der Neckarsulmer Coach mit Galgenhumor. So wurde es also nichts mit dem erhofften und auch durchaus möglichen Punktgewinn bei den weiterhin ungeschlagenen Oberschwaben.

Wie erwartet musste die Sport-Union ohne ihren Kapitän Martin Hess antreten, dessen Knieverletzung aus dem Pokalspiel vor drei Tagen gegen Freiberg sich als zu schwerwiegend erwiesen hatte. Für ihn kam Neuzugang Henrik Hogen in die Startelf. Die Sport-Union versuchte, wie schon beim Erfolg in Bahlingen, tief zu stehen und überließ den Gastgebern Initiative und Ballbesitz. Bis auf einen gefährlichen Freistoß von Jascha Fiesel in der Anfangsphase, den NSU-Goalie Marcel Susser entschärfte, ging die Neckarsulmer Taktik zunächst auf. Die Gastgeber taten sich schwer gegen die engmaschige Gäste-Defensive Torchancen zu generieren. Bis zur 32. Minute. Die bei Standards bekanntlich brandgefährlichen Oberschwaben kamen nach einem Eckball durch Jona Bohneberger zur 1:0-Führung. „Da haben wir zu passiv verteidigt“, ärgerte Thorsten Damm vor allem die Verlängerung des Balles am ersten Pfosten.

Kurz vor dem Seitenwechsel Glück für die Sport-Union, dass die Gastgeber zunächst eine aussichtsreiche Überzahlsituation ungenutzt ließen, und Felix Schäch bei einer Großchance am stark reagierenden Marcel Susser scheiterte. Die beste Möglichkeit der Sport-Union hatte Seba Öztürk, der in der 44. Minute per Kopfball scheiterte. „Die erste Halbzeit war insgesamt OK von unserer Seite, ich hätte mir aber insgesamt etwas mehr Konsequenz im Spiel nach vorne gewünscht“, so Thorsten Damm.

Im zweiten Durchgang erfüllte ihm seine Mannschaft diesen Wunsch. Die Sport-Union agierte nun erheblich druckvoller, stellte die Ravensburger Defensive immer wieder vor Probleme. Fast folgerichtig erzielte die Pichterich-Elf in der 56. Minute den Ausgleich. Marc Schneckenberger hatte auf rechts auf zu David Gotovac gepasst, der umkurvte einen Gegenspieler und schloss trocken zum 1:1 ab.

Doch nur fünf Minuten später schlugen die Gastgeber zurück. Erneut nach einem Eckball schlug ein unglücklich abgefälschter Schuss von Jascha Fiesel unhaltbar im Neckarsulmer Gehäuse ein. Abermals zeigte die Sport-Union ihre Comeback-Qualitäten und in der 82. Minute war es der Sekunden zuvor eingewechselte Steffen Elseg, der nach Gotovac-Hereingabe das umjubelte 2:2 markierte. „Der Ausgleich war absolut verdient“, so Thorsten Damm.

„Eigentlich haben wir uns auf der Trainerbank da schon mit einem Unentschieden angefreundet“, gab Ravensburgs Coach Wolfram Eitel auf der folgenden Pressekonferenz unumwunden zu. Doch es kam anders. Der Doppelpack seines Teams kurz vor dem Abpfiff sorgte für Freude bei den heimischen Fans – und für Frust bei Thorsten Damm: „Das war die übliche Nummer. Wir kommen zweimal zurück, bekommen Lob für ein gutes und intensives Spiel, aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da.“ Dass seine Elf abermals bewiesen hat, auch ersatzgeschwächt in der Oberliga konkurrenzfähig zu sein, war für den Neckarsulmer Übungsleiter nur ein schwacher Trost.

NSU: Susser, Leonhardt (79. Barini), Kappes (71. Seybold), Busch, Klotz, S. Neupert (79. Elseg), Schneckenberger, Gotovac, Öztürk, Gerstle, Hogen (63. Müller)

 
Ein Dankeschön für die Hilfe bei der Berichterstattung aus Ravensburg an Dieter Schaaf