23.03.19 - Last-Minute-Sieg gegen Pforzheim - Alex Albert wird zum Matchwinner
 

Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt durfte unsere Neckarsulmer Sport-Union dank zweiter später Treffer einen 2:1-Sieg gegen Angstgegner 1. CfR Pforzheim bejubeln. Nach zuvor fünf Niederlagen gegen das Team aus der Goldstadt war es der erste Neckarsulmer Dreier, und ein ganz wichtiger noch dazu. „Ich habe vor der Begegnung zu meinen Jungs gesagt, geht das Spiel heute wie ein Endspiel an, auch wenn es sportlich keines war. Das haben wir insgesamt gut umgesetzt. Somit haben wir quasi den ersten Titel – doch viele weitere müssen noch folgen“, so NSU-Coach Marcel Busch.

Marco Merz machte in der 93. Minute den „Kloppo“. Rund 70 Meter sprintete der Neckarsulmer Sportdirektor von der Trainerbank bis zum Jubelknäuel um Matchwinner Alexander Albert. Last-Minute-Siege sind mit die schönsten – und so wurde der Pichterich in der dritten Minute der Nachspielzeit zur Partymeile.

Die Begegnung selbst begann für die NSU auf dem Kunstrasenplatz vielversprechend. Das Team von Trainer Marcel Busch startete sehr fokussiert und hatte nach einem langen Ball durch Philipp Seybold bereits in der 2. Minute die erste gute Möglichkeit, sein Schuss wurde jedoch von Jourdan abgeblockt. Vier Zeigerumdrehungen später legte Ouadie Barini für Steven Neupert auf, der jedoch in aussichtsreicher Position verzog. In der 11. Minute fischte dann Pforzheims Keeper Manuel Salz einen Schuss von Marc Schneckenberger grandios aus dem rechten Toreck.

Es folgte die 18. Minute. Nach einem folgenschweren Ballverlust in der Neckarsulmer Defensive passte CfR-Stürmer Dominik Salz geistesgegenwärtig auf den durchgestarteten Kreshnik Lustaku, und der in Bad Friedrichshall beheimatete Stürmer verwandelte eiskalt zum 0:1 für die Gäste. Ein Treffer, der das Spielgeschehen bis dahin komplett auf den Kopf stellte.

Und auch der weitere Spielverlauf wurde dadurch beeinflusst. Zum einen erwies sich der Rückstand für die Pichterich-Elf als offensichtlicher Wirkungstreffer, denn der Elan der Anfangsviertelstunde schien zunächst wie weggeblasen. Auf der anderen Seite standen die Pforzheimer jetzt mit quasi zwei Viererketten defensiv sehr tief und kompakt. „Aus dieser Phase müssen wir lernen“, sagte NSU-Coach Marcel Busch. „Nach solchen Rückschlägen müssen wir mehr Vehemenz und Zweikampfwillen an den Tag legen.“

So hatte die NSU in der 39. Minute sogar Glück, dass Manuel Salz eine Großchance frei vor Marcel Susser nicht zum 0:2 nutzen konnte, der Neckarsulmer Goalie parierte exzellent. Normal lässt sich der Mann mit der Kopfhaube solch eine Möglichkeit nicht entgehen.

Im zweiten Durchgang zogen sich die Pforzheimer noch weiter zurück. Fairerweise muss man den Goldstädtern hierbei eine hervorragende Defensivarbeit attestieren. Mit enormer Physis und Laufbereitschaft verteidigten die Gäste den knappen Vorsprung und ließen lange Zeit keine gefährliche Neckarsulmer Angriffsaktion zu. Ds war stark. So war die NSU zwar hoch überlegen mit gefühlt 2/3 Ballbesitz und 50 Flanken, die in den Pforzheimer Strafraum flogen – doch richtig gefährlich wurde es nicht für Keeper Salz im Gehäuse der Gäste.

Vieles deutete also nach einer erneuten Niederlage gegen Pforzheim hin. Dass Marcel Busch dennoch an etwas Zählbares glaubte, demonstrierten auch seine Einwechslungen. Mit Claudio Bellanave, Serhat Ayvaz und Alexander Albert brachte der Neckarsulmer Trainer im Laufe von Durchgang zwei gleich drei Offensivkräfte. Und die sorgten in der Schlussphase für mächtig frischen Wind.

In der 83. Minute hatten die Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Ouadie Barini köpfte nach feiner Bellanave-Flanke statt ins Tor seinen Gegenspieler Serach von Nordheim an. Kollektiven Neckarsulmer Jubel gab es dann aber drei Minuten später. Nach einem Zauberpass von Ouadie Barini stand Alexander Albert frei vor Salz und versenkte das Leder im langen Eck. Ein tolles Tor - spät, aber inzwischen hoch verdient.

Doch damit nicht genug, in der 93. Minute ließ der Joker das Neckarsulmer Kunstrasen-Rund vollends erbeben. Eine Flanke von Marius Klotz nickte Alex Albert unhaltbar ins rechte Eck – und sorgte für Ekstase pur bei Team und Fans. Ein Torjubel, der nicht enden wollte war die Folge. Dem Abpfiff kurze Zeit später folgte der nächste Begeisterungssturm. „Für Alex freut mich das sehr, aber auch die anderen Einwechselspieler haben für mächtig Wirbel gesorgt“, lobte Marcel Busch.

Die Gäste wurden also im Endeffekt für eine zwar beeindruckende, aber allzu defensive Marschrichtung im zweiten Durchgang bitter bestraft. Dies sah auch Marcel Busch so: „Natürlich hat Pforzheim super verteidigt, Hut ab dafür. Aber im Fußball muss man sich dann schon fragen, will man, dass eine Spielart wie damals bei Chelsea gegen Bayern im Champions League-Finale belohnt wird, oder siegt am Ende das Team, das so viel mehr in die Offensive investiert hat.“ Die Beantwortung dieser Frage war an den strahlenden Gesichtszügen des Neckarsulmer Coaches abzulesen. Dass er der erste Neckarsulmer Trainer ist, dem ein Sieg gegen den 1. CfR Pforzheim gelang nahm Marcel Busch am Ende sicher gerne mit. Der späte Dreier hat sich nicht nur gut angefühlt, er ist im Abstiegskampf auch eminent wichtig.

Angstgegner.

NSU: Susser, Gotovac, R. Neupert, Schmelzle, Klotz, Müller (56. Ayvaz), S. Neupert, Gebert (67. Bellanave), Seybold (68. Seybold), Schneckenberger, Barini (90. Balles)

 
Die Bilder zum Spiel