06.04.19 - Wichtiger 3:1-Sieg gegen Linx - Marco Merz: "Sparsame Leistung - grandioser Ertrag"
 

Fußball-Oberligist Neckarsulmer Sport-Union ist ein weiterer wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gelungen. Nach dem Sieg letzte Woche in Ilshofen gelang der Pichterich-Elf ein 3:1-Erfolg gegen den SV Linx. Allerdings ließ die Pichterich-Elf die 300 Zuschauer im Pichterich lange zittern, die beiden entscheidenden Treffer fielen erst in der Schlussphase.

Die Begegnung gegen defensivstarke Linxer gestaltete sich insgesamt zäh, die Sport-Union konnte nicht über die komplette Spielzeit an die guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. So brachte NSU-Sportdirektor Marco Merz die 90 Minuten mit nur wenigen Worten prägnant auf den Punkt. „Sparsame Leistung, grandioser Ertrag.“ Der Neckarsulmer Trainer Marcel Busch  ergänzte: „Die letzten Spiele haben schon Kraft gekostet, außerdem haben wir in dieser Saison schon richtig gute Leistungen gezeigt und standen am Ende mit leeren Händen da.“

Die Anfangsphase allerdings gehörte den Gastgebern. Bereits nach zwei Zeigerumdrehungen musste der Linxer Keeper Joshua Huelsmann sein ganzes Können aufwenden, um einen Barini-Schuss aus dem rechten Winkel zu fischen. Die NSU hielt das Tempo zunächst weiter hoch, hatte viel  Ballbesitz und eine gute Passgenauigkeit. So fiel die 1:0-Führung in der 25. Minute folgerichtig. Nach einem Ballgewinn von Steven Neupert flankte Ouadie Barini auf Maxi Gebert, der sehenswert per Kopf vollendete. Die Neckarsulmer Nummer 13 ist der Mann für die wichtigen Neckarsulmer Treffer, jeder seiner vier Saisontore markierte er zum 1:0.

Die Sport-Union hatte auf dem grünen Rasen alles im Griff, eher fast aus dem Nichts der Ausgleich fiel. Nach einem Neckarsulmer Ballverlust passte Jean-Gabriel Dussot gedankenschnell in den Strafraum, wo Wacim Tine das Leder unter die Latte drosch – 1:1. NSU-Keeper Marcel Susser war chancenlos. „Wir haben gut ins Spiel gefunden, sind verdient in Führung gegangen. Der Ausgleich fiel aus meiner Sicht dann überraschend“, ärgerte sich Marcel Busch.

Das 1:1 hinterließ bei beiden Teams Wirkung. Während die Sport-Union sich fortan schwer tat, wieder ins Spiel zu finden, agierten die südbadischen Gäste nun selbstbewusster und setzten den ein oder anderen gefährlichen Konter.

Das Spiel selbst war in der Folge kein Fußball-Leckerbissen. Die Sport-Union hatte gegen die tiefstehenden Gäste große Probleme, einen geregelten Spielaufbau zu initiieren. Das Mittelfeld, zuletzt die große Stärke der NSU, konnte sich diesmal nicht wie gewohnt in Szene setzen. „Zwischen der 35. und 80. Minute hatte man das Gefühl, es ist der letzte Spieltag und es spielt der Neunte gegen den Elften um die berühmte goldene Ananas“, sagte Marco Merz nach der Begegnung. In der Tat waren Höhepunkte in dieser Phase Mangelware. Die NSU konnte sich gegen stark verteidigende und äußerst diszipliniert auftretende Linxer offensiv kaum in Szene setzen, auf der Gegenseite agierten aber auch die Gäste bei ihren Kontern nicht exakt genug.

„Das ist zu wenig Jungs“, schrie NSU-Innenverteidiger Robin Neupert in der 81. Minute über den Platz. Es schien eine Art Weckruf für seine Mitspieler zu sein. Denn nur drei Minuten später führte der schönste Angriff des Spieles zur erneuten Neckarsulmer Führung. David Gotovac, Steven Neupert Claudio Bellanave und wieder Steven Neupert waren auf engstem Raum die Stationen, ehe in der Mitte Serhat Ayvaz das Leder aus kurzer Distanz zum 2:1 ins Netz stocherte.

Der Jubel darüber war kaum verhallt, da zirkelte Daniel Schmelzle einen Freistoß aus 20 Metern, halbrechte Position, ins kurze Eck. 3:1, die so wichtigen drei Punkte waren eingetütet, trotz eines zähen Spielverlaus. „Ich habe viel Verständnis für meine Jungs, die letzten Wochen haben viel Kraft gekostet, außerdem hat es Linx heute richtig gute gemacht. Entschuldigen müssen wir uns daher für diesen Sieg nicht“, sagte ein sichtlich erleichterter Marcel Busch nach dem Abpfiff. Gäste-Trainer Sascha Reiß trauerte einem Remis nach, das auch nicht unverdient gewesen wäre: „Für uns hat hier eigentlich alles gestimmt, bis auf das Ergebnis.“ Während sein Team auf Rang 14 verharrt, baute die NSU den Vorsprung auf die Gäste auf acht Punkte aus und steht nach nun vier Siegen in den letzten fünf Spielen vorübergehend auf dem 10. Tabellenrang.

NSU: Susser, Gotovac (89. Hatzis), Schmelzle, R. Neupert, Klotz (64. Bellanave), M. Romano (69. Albert), Schneckenberger, S. Neupert, Gebert (79. Ayvaz), Seybold, Barini

Schiedsrichter: Marcel Lalka (Göppingen)
Zuschauer: 300

 
Die Bilder zum Spiel