16.03.19 - 0:3 in Stuttgart - Kickers legen im zweiten Durchgang einen Zahn zu
 

Am Ende war der Tabellenführer zu stark. Trotz einer engagierten Leistung unterlag unsere Neckarsulmer Sport-Union bei den Stuttgarter Kickers mit 0:3. Eine Niederlage der Kategorie „verdient“, wenngleich am Ende zu hoch ausgefallen.

Trotzdem, so seltsam es nach einem 0:3 auch klingt, wäre mit mehr Spielglück sogar ein Remis für die NSU möglich gewesen, hatte die Pichterich-Elf doch beim Stand von 1:0 für die Degerlocher eine große Chance zum Ausgleich. „Ein Knackpunkt war, dass wir unsere 2-3 Chancen nicht genutzt haben, die Kickers hingegen schon“, analysierte NSU-Coach Marcel Busch.

Vor dem Spiel hatte der Neckarsulmer Trainer seine Mannen darauf eingeschworen, nicht nur anzutreten, um das wunderschöne Stadion auf der Waldau zu genießen, sondern vor allem den Kickers weh zu tun. Und das setzten seine Spieler im ersten Durchgang auch hervorragend um. Eine einzige Tormöglichkeit gestattete die NSU dem hohen Favoriten in der 25. Minute, als Torjäger Mijo Tunjic das Spielgerät aus 12 Metern knapp über das Quergestänge platzierte.

Die Sport-Union schaffte es im ersten Durchgang, den Spielfluss des Tabellenführers nachhaltig zu stören, zwang ihn immer wieder zu Quer- und Rückpässen. Es war taktisch sehr geschickt, wie die Pichterich-Elf die Räume eng machte und mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft verteidigte. „Wir haben nach einer Viertelstunde für mich unverständlich aufgehört Druck zu machen“, monierte Kickers-Trainer Tobias Flitsch.

Darüber hinaus hatte die NSU auch in der Offensive zwei, drei gute Möglichkeiten. Zunächst setzte sich Ouadie Barini in der 30. Minute gegen seinen Gegenspieler durch, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel am gut reagierenden Ramon Castellucci. In der 42. Minute musste der Kickers-Keeper dann sein ganzes Können bei einem Flachschuss von Philipp Seybold aus 18 Metern Entfernung aufbringen. „Es war in dieser Phase viel zu leicht gegen uns zu kontern“, kritisierte Tobias Flitsch seine Elf.

Es war ein gutes Zeichen für die NSU, dass die Kickers-Fans unter den rund 2.200 Zuschauern ihre Mannschaft mit Unmutsbekundungen beim Gang in die Kabine bedachten.

Im zweiten Durchgang allerdings legten die „Blauen“ einen Gang zu. Mit erheblich mehr Laufbereitschaft agierend, setzten die Kickers unsere Elf nun zusehends unter Druck. So häuften sich die Chancen der Degerlocher schon früh in der zweiten Hälfte. Tunjic scheiterte in der 49. Minute aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Marcel Susser, der auch beim Nachschuss-Versuch von Lhadji Badiane geistesgegenwärtig zur Stelle war. Kurz darauf rettete Marius Klotz in höchster Not auf der Linie.

In der 57. Minute reichten den Kickers dann zwei Direktpässe, um die Neckarsulmer Defensive komplett aus den Angeln zu haben und die inzwischen verdiente Führung zu erzielen. Badiana passte kurz hinter dem Strafraum auf den durchgestarteten Ludmann, dessen messerscharfe Hereingabe Mijo Tunjic in der Mitte zum 1:0 versenkte. Ein Angriff wie am Reißbrett geplant, und Tunjic, immer wieder Tunjic. Die Tore des Kickers-Mittelstürmer erweisen sich mehr und mehr als eine Art „Lebensversicherung“ der Blauen.

Die Sport-Union reagierte auf den Rückstand, wurde nun erheblich offensiver. Und sie kam tatsächlich, die Riesenchance zum Ausgleich. Claudio Bellanave ging auf und davon, lief alleine auf Castelucci zu, doch ein Platzfehler beim Abschluss ließ den Ball links am Tor vorbei ins Aus trudeln. Bitterer ging es kaum.

Als Marcel Busch alles auf eine Karte setzte und mit der Einwechslung eines dritten Stürmers den Ausgleich erzwingen wollte, schlugen die Kickers eiskalt zu. Und wieder war es Mijo Tunjic, der für die Entscheidung sorgte. Nach einem weiten Ball setzte er sich gegen seinen Gegenspieler durch und hob die Kugel sehenswert über den herausstürzenden Marcel Susser ins Netz. Ein Traumtor der Stuttgarter Nummer 20.

Der Deckel war drauf, der Drops gelutscht. In der 87. Minute stellte der eingewechselte Shkemb Miftari per Volleyschuss den 3:0-Endstand her. Ein Ergebnis, dass in seiner Höhe der leidenschaftlichen Leistung unserer Neckarsulm nicht gerecht wurde, wenngleich es am verdienten Dreier der Stuttgarter nichts zu rütteln gab.

NSU: Susser, M. Romano (53. Islamaj), R. Neupert, Klotz, Seybold, Müller, S. Neupert, Schneckenberger (69. Bellanave), Gebert (81. Albert), Ayvaz (46. Gotovac), Barini

 
Die Bilder zum Spiel