14.09.16 - 0:3 gegen die Kickers - Verdiente Heimniederlage
 

0:3-Niederlage gegen den Tabellenvorletzten. Das saß. Viel hatte sich die Sport-Union gegen die Reserve der Stuttgarter Kickers vorgenommen und stand am Ende dennoch mit leeren Händen da. Die kleinen Kickers siegten verdient, keine Frage, die Blauen waren laufstärker und giftiger. Doch es lief auch leider wieder so einiges gegen unsere Pichterich-Elf. Am Ende des Tages war es aber vor allem in der ersten Halbzeit einfach zu wenig, was die Elf von Trainer Thorsten Damm in das Spiel investiert hat. Der Kickers-Sieg war daher folgerichtig. „Ich tue mich schwer, dieses Spiel zu analysieren. Ein individueller Fehler, ein Sonntagsschuss und ein Elfmeter haben das Spiel entschieden. Wir haben heute kein gutes Spiel gezeigt, zu wenig Herz und Willen demonstriert“, war auch Sport-Union Trainer Thorsten Damm enttäuscht.

Es war insgesamt kein hochklassiges Oberliga-Spiel, das die rund 300 Zuschauer auf dem Pichterich serviert bekamen. Die NSU wirkte von Beginn an untypisch gehemmt. Was die Mannschaft beim letzten Heimsieg gegen Bissingen noch extrem gut machte, nämlich Präsenz zu zeigen, dem Gegner mit gesunder Härte den Spaß am Fußballspielen zu nehmen, gelang gegen die Kickers zu Beginn überhaupt nicht. Allerdings konnten die Gäste kein Kapital in Form von  gefährlichen Strafraumszenen daraus schlagen. Die einzigen „Mini-Chancen“ der ersten Hälfte hatte, entgegen des Spielverlaufs, die NSU. In der 14. Minute erlief sich Seba Öztürk einen feinen Pass von Steven Neupert, sein Diagonalschuss aus 15 Metern zischte am rechten Pfosten vorbei. Nach einer halben Stunde legte der agile David Gotovac auf Steven Neupert zurück, dessen Direktabnahme jedoch haarscharf sein Ziel verfehlte. Die beste Chance der Gäste war ein Freistoß des starken Burhan Soyudogru, der das Außennetz streifte.

Richtig bitter wurde es für die NSU kurz vor dem Seitenwechsel. Sowohl Marcel Busch (vermutlich Muskelfaserriss) als auch Seba Öztürk (Knie verdreht) mussten verletzungsbedingt das Feld verlassen und werden der Sport-Union wohl in den nächsten Wochen schmerzlich fehlen.

Dennoch war es wie so oft in den letzten Monaten: Nach einer schwachen ersten NSU-Halbzeit folgte (zunächst) eine starke zweite. Endlich war die Sport-Union präsenter, störte energischer und ließ den Kickers erheblich weniger Ballbesitz als noch in Halbzeit eins. Und wir hatten Chancen. In der 51. Minute scheiterte Bogdan Müller aussichtsreich an Kickers-Keeper Joso Kobas, drei Minuten später war der Schlussmann bei einem Kappes-Freistoß erneut eindrucksvoll zur Stelle. Haareraufen bei den Gastgebern auch nach einer Stunde, als Bogdan Müller aus 16 Metern selbst den Abschluss suchte, anstatt quer zum besser postierten Henrik Hogen zu passen. Wieder hielt Kobas.

Wie ein Keulenschlag fiel ausgerechnet mitten in der besten Phase der Sport-Union der Führungstreffer der Gäste. Am Ende einer Neckarsulmer Fehlerkette köpfte Oliver Barth die Kugel aus sieben Meter ins Netz. „Es ist schon komisch, in der schlechteren ersten Hälfte halten wir das 0:0, und in der stärkeren zweiten Halbzeit verlieren wir das Ding“, so Thorsten Damm.

In der Folge fehlte der Sport-Union merklich der Glaube, das Spiel noch drehen zu können. Die Kickers nutzten dies zum schnellen 0:2 durch einen Sonntagsschuss von Soyudogru in der 71. Minute.

Das Spiel war gelaufen, der Stuttgarter Torhunger jedoch noch nicht gestellt. In der 84. Minute entschied der Unparteiische Justus Zorn auf Elfmeter für die Kickers, Marco Romano traf sicher zum 3:0-Endstand. Dass der einzige Unterländer im Kickers-Team, dessen Bruder auch noch beim Gegner spielt, seinen Treffer gestenreich und mit ausgezogenem Trikot feierte, war dabei komplett unpassend, im Endeffekt aber nur eine kleine Randnotiz eines insgesamt unbefriedigenden Neckarsulmer Auftrittes.

Auch NSU-Sportdirektor Marco Merz suchte nach Erklärungsansätzen: „Es war schade, dass wir gerade in der Phase, in der wir besser aufgetreten sind, die entscheidenden Treffer kassiert haben. Die Zeit von der 46. bis zur 66. Minute war die Phase, in der ich mich mit unserem Spiel vollkommen identifizieren konnte. Letztendlich war es aber so, dass die Kickers in der restlichen Spielzeit der Partie mit ihrer Laufbereitschaft, Intensität und Willensstärke ihren Stempel aufgedrückt haben. In diesen Bereichen war uns der Gegner heute absolut überlegen. Das ist eine traurige und nicht akzeptable Erkenntnis.

NSU: Susser, Leonhardt, Busch (42. Seybold), Kappes, Klotz, Neupert, Schneckenberger, Öztürk (45. Müller), Gerstle (86. Retzbach), Gotovac, Hogen (71. Elseg)

 
 
Bilder zum Spiel: