19.08.17 - 3:1-Sieg gegen SGV Freiberg -
Erst kommt ein Unwetter über Neckarsulm - dann Orkan "Seba" über Freiberg
 

Dass Flutlichtspiele im Pichterichstadion meist etwas ganz Besonderes sind, ist inzwischen wohl bekannt. Der gestrige 3:1-Abendsieg gegen den ambitionierten SGV Freiberg machte da keine Ausnahme. Diesmal begann das Drama allerdings bereits rund anderthalb Stunden vor dem Anpfiff, als ein in dieser Intensität selten erlebtes Unwetter über Neckarsulm niederging. Und als jenes Unwetter vorbei war, brach dann über Freiberg auf dem Spielfeld Orkan „Seba“ herein. Mit einem Hattrick binnen 16 Minuten war die Neckarsulmer Nummer 18 zweifellos der „Man of the Match“.

Doch zurück zum Unwetter, dieses hatte für die Sport-Union nämlich auch personell erhebliche Auswirkungen. Denn aufgrund der Vollsperrung der A6 wegen eines umgeknickten Strommastes trafen sowohl Trainer Thorsten Damm als auch unsere Spieler Marcel Busch und Adrian Beck erst in der 52. Minute im Pichterichstadion ein. Gerade noch rechtzeitig, um eine begeisternde zweite Halbzeit ihrer Mannschaft sowie die „Seba-Show“ zu sehen.

Zunächst deutete aber wenig auf ein Neckarsulmer Happy End hin. Von Beginn an traten die Gäste aus Freiberg nämlich so auf, wie man es aus Neckarsulmer Sicht befürchtet hatte. Dominant, unheimlich ballsicher, mit messerscharfen Pässen in die Tiefe. Der SGV spielte einfach genau so, wie man es von einem Topfavoriten erwartet. Da die Sport-Union vor allem auf Hakan Kutlu und Sven Schimmel keinen Zugriff bekam, ließen Chancen für die Gäste nicht lange auf sich warten. So geschehen in der 9. Minute, als ein Kopfball von Steven Kröner auf der Neckarsulmer Torlinie geklärt werden musste, In der 14. Minute kam nach einem weiteren dieser gefährlichen Pässe in die Tiefe der starke Freiberger Stoßstürmer Marcel Sökler aus halbrechter Position zum Abschluss, sein Schuss ging zum Glück jedoch nur ans Außennetz.

In der 17. Minute war es dann aber passiert. Die Sport-Union stand einen Moment zu hoch, wieder kam der Pass in die Spitze zu Sökler, dieser legte quer zum mitgelaufenen Hakan Kutlu, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte, 0:1 für die Gäste. Und das zu diesem Zeitpunkt auch absolut verdient.

Nach einer halben Stunde löste sich die Sport-Union langsam aus der Freiberger Umklammerung und kreierte ihrerseits Torchancen. Doch Seba Öztürk (31. Und 38.) sowie Claudio Bellanave (44.) scheiterten knapp. Doch auch die Freiberger hatten noch zwei Großchancen. Zunächst verfehlte ein Diagonalschuss von Gentner sein Ziel, kurz vor dem Wechsel hielt Marcel Susser seine Mannschaft dann mit einer Glanztat im Eins-gegen-Eins gegen Schimmel im Spiel. Der 0:1-Pausenstand für Freiberg ging absolut in Ordnung.

Bereits nach zehn Minuten Pause war die Sport-Union dann in voller Mannschaftstärke wieder auf dem Platz, und besprach sich im Kollektiv. Mit einer leichten taktischen Umstellung wollte Co-Trainer Aydin Cengiz mehr Zugriff auf das Spiel und den Gegner erhalten – und der Plan ging auf. Mit einer ganz anderen Körpersprache, viel aggressiver und zielstrebiger, ging unser Team in der Folge zu Werke. Und dies wurde bereits in der 56. Minute belohnt. Marco Romano, für den auf der Autobahn verharrenden Marcel Busch in die Startelf gerückt, spielte einen grandiosen Pass in die Tiefe zu Marvin Leonhardt, dessen Hereingabe Seba Öztürk mit Schmackes zum 1:1 verwandelte. Ein Treffer des absoluten Willens.

Die Sport-Union war nun endlich drin im Spiel, zeigte eine wirklich starke Leistung gegen eine Freiberger Elf, die nun ihrerseits massive Probleme in der Defensive bekam. So fiel nur fünf Minuten nach dem Ausgleich die Neckarsulmer Führung. Sebastian Kappes hatte sich die Kugel sehenswert erkämpft, Claudio Bellanave bediente Seba Öztürk, der alleine aufs Freiberger Gehäuse zulaufend die Nerven behielt und zum 2:1 vollendete. Riesenjubel im Pichterichstadion unter den trotz des Wetters immerhin 380 erschienenen Zuschauern.

Weitere drei Minuten später hatte die Sport-Union mit einem Handelfmeter gar die Chance auf 3:1 zu erhöhen, doch Marc Schneckenberger scheiterte am gut reagierenden Thomas Bromma im Freiberger Gehäuse.

Aber die Sport-Union hatte ja noch Seba Öztürk. Mit einem fulminanten Schuss aus 18 Metern stellte der Neckarsulmer Flügelflitzer das Ergebnis auf 3:1 (72-) – und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Die Freiberger gaben jedoch nicht auf und hatten noch drei richtig gute Gelegenheiten zum Anschluss. Doch zunächst klärte Marius Klotz mit einer Monster-Grätsche“ fair gegen den durchgebrochenen Hakan Kutlu, dann blieb Marcel Susser zweimal gegen Kutlu und den eingewechselten Schiffmann per Glanzparade Sieger.

So blieb es am Ende beim insgesamt nicht unverdienten 3:1-Sieg der Sport-Union, der erste Sieg überhaupt gegen den SGV Freiberg. Die große individuelle Klasse der Freiberger war dabei dennoch nicht zu übersehen. Aber gestern scheiterten letztendlich elf grandiose Einzelspieler an einer geschlossenen Neckarsulmer Team-Einheit – und Orkan „Seba“.

NSU: Susser, Leonhardt, Kappes, R. Neupert, Klotz, S. Neupert (88. E. Romano), M. Romano, Schneckenberger, Bellanave (75. Seybold), Öztürk (90. Öztürk), Hemmerich (89. Albert)

 
Die Bilder zum Spiel
So sah es nach dem Unwetter im Pichterichstadion aus
Dennoch kamen 380 Zuschauer und verfolgten das Derby gegen Freiberg
Vor dem Einlaufen
Wegen des Unwetters plötzlich vom Co- zum Cheftrainer befördert: Aydin Cengiz
Die beiden Teams laufen ein
Unser Team mit den EInlaufkinder...
... die sichtlich Spaß hatten
Aydin im Gespräch mit dem Freiberger Trainer Ramon Gehrmann
Vor dem Anpfiff
Steven Neupert schirmt die Kugel ab
Pascal Hemmerich gegen seine alten "Kollegen"
Nasenbluten bei Marvin Leonhardt, er hatte zuvor den Ball aus nächster Nähe ins Gesicht bekommen
Seba "Dreierpack" Öztürk
Bis zur 52. Minute blieb der Trainerstuhl von Thorsten Damm leer
Ein Bild mit Symbolcharakter - aber nur, was die erste Hälfte betrifft
Dauerregen auf dem Pichterich
Kurz vor der Pause: Freistoßchance für die Sport-Union
Kurz vor dem Abpfiff hielt es im Neckarsulmer Lager keinen mehr auf den Sitzen
Anspannung pur auf unserer Bank
Dann ging der "Man of the Match" Seba Öztürk
Abpfiff! Der erste Sieg gegen Freiberg war in trockenen Tüchern...
... ... und die Freude natürlich rieisg
Und ganz ehrlich, diese Flutlichtspiele haben einfach einen ganz besonderen Flair.
Zwei ehemalige Mitspieler: Marcel Busch und Marco Pischorn