13.04.19 - Big-Point im Abstiegskampf verpasst: 0:2-Niederlage in Backnang
 

Es hätte ein Big-Point auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt für die NSU werden können – doch unser Oberliga-Team hat die Begegnung bei der ebenfalls abstiegsbedrohten TSG Backnang letztendlich verdient mit 0:2 verloren. „In einem intensiven Oberliga-Spiel waren uns die Backnanger nicht deutlich überlegen, der Unterschied war jedoch, dass sie den Sieg mehr wollten“, analysierte NSU-Trainer Marcel Busch.

Auf dem kleinen Kunstrasenplatz in Backnang entwickelte sich zunächst ein Spiel, das lediglich Taktik-Liebhaber begeistert haben dürfte. Torschüsse auf beiden Seiten: Zunächst komplette Fehlanzeige. Dies änderte sich in der 29. Minute, als ein wahrer Geniestreich von TSG-Torjäger Mario Marinic die Backnanger überraschend in Führung brachte. Nach dem ersten gelungenen Angriff der gesamten Begegnung flankte David Kienast in die Mitte, wo Marinic etwas zu viel Platz hatte und sehenswert per Kopf zum 1:0 abschloss. „Dieses Tor war phänomenal, einfach überragend wie Mario Marinic dieser Flanke verwertet hat“, zollte auch NSU-Sportdirektor Marco Merz dem Backnanger Torjäger großen Respekt. Mehr Highlights hatte die erste Hälfte den rund 170 Besuchern allerdings nicht mehr zu bieten.

Anders die zweite Halbzeit, die in der 47. Minute gleich mit einem Paukenschlag begann. Nach einem Backnanger Freistoß aus dem Halbfeld war Michl Bauer einen Schritt vor dem herauseilenden NSU-Keeper Marcel Susser am Ball, köpfte ihn weiter zu Marinic, der akrobatisch zum 2:0 vollendete. „Danach war es natürlich ungleich schwerer für uns, ins Spiel zurückzufinden“, ärgerte sich Marcel Busch über den unglücklichen Gegentreffer. Dennoch folgte zwischen der 50. und 60. Minute die beste Phase der Sport-Union, die endlich Druck gegen die aggressiv verteidigenden Gastgeber entwickeln konnten.

Doch auch das Glück war an diesem Samstagnachmittag nicht auf Seiten der Sport-Union. So klatschte ein Kunstschuss von Ouadie Barini in der 48. Minute an die Querlatte, nur zwei Minuten später setzte sich Maxi Gebert vehement durch, legte für Barini vor, doch dem fehlte allerdings eine Stiefelspitze zum 1:2-Anschluss.

Auch in der 77. Minute hatten die Sport-Union-Fans den Torschrei auf den Lippen, nach feinem Spielzug über die rechte Seite legte Claudio Bellanave überlegt zurück an die Strafraumgrenze, wo Ouadie Barini freistehend knapp über das Gehäuse zielte. Der eingewechselte Bellanave brachte viel frischen Wind in die Begegnung, verzog aber in der 84. Minute ebenfalls aus aussichtsreicher Position.

Die Auflistung der Neckarsulmer Chancen täuscht allerdings ein wenig darüber hinweg, dass die Backnanger mit viel Leidenschaft verteidigten und die Offensivbemühungen der Pichterich-Elf insgesamt überaus effektiv und um Millimeter innerhalb der erlaubten Härte bekämpften. Die Gastgeber hätten in den Schlussminuten bei Kontern das Ergebnis durchaus noch höher gestalten können, so scheiterten Marinic (82.) und der eingewechselte Lang (89.) in aussichtsreichsten Positionen.

Die einzig hässliche Szene ereignete sich kurz vor Spielende, als Matej Maglica Claudio Bellanave ohne dass der Ball auch nur in der Nähe war, böse umgrätschte. Warum der Unparteiische Daniel Leyhr hier nur den gelben Karton zückte, war kaum nachvollziehbar. Zum Glück konnte unser "Bella" weiterspielen.

Als dann in der 88. Minute Mario Marinic ausgewechselt wurde und den verdienten Applaus der TSG-Zuschauer erntete, klatschte auch Marco Merz spontan Beifall. Eine große Geste der Wertschätzung des Neckarsulmer Sportdirektors für den Akteur, der auch diesmal wieder der Matchwinner war und sich nach dem Abpfiff zurecht feiern lassen konnte.

Doch Marco Merz sah neben Marinic noch weitere Knackpunkte, die für die Neckarsulmer Niederlage verantwortlich waren: „Auf dem Papier traten heute zwei gleichstarke Mannschaften an. Doch Backnang hat erheblich mehr Vehemenz, mehr Wille und eine andere Körpersprache gezeigt. Die wussten genau, was sie wollten und bis auf das böse Foul in der letzten Minute waren alle Zweikämpfe angemessen. Backnang lebt den Abstiegskampf und wir sind noch lange nicht da unten raus.“

Bereits am kommenden Donnerstag folgt für die NSU das Heimspiel gegen den Tabellendritten SGV Freiberg (Anpfiff: 19:00).

 
Die Bilder zum Spiel