07.10.18 - 1:0-Sieg gegen Backnang - Die NSU kann auch dreckig gewinnen
 

Nein, es war kein Fußball-Leckerbissen, den sich unsere NSU und die TSG Backnang am Samstagabend boten, am Ende stand ein dennoch verdienter 1:0-Erfolg der Pichterich-Elf durch einen Treffer von Mario Müller. Immerhin hat unsere Elf im Flutlichtspiel bewiesen, dass sie auch dreckige Siege einfahren kann. " Wir haben oft auch schon schönen Fußball gespielt, diesmal ist es über den Kampf gegangen und wir sind froh gewonnen zu haben", so Marcel Busch nach dem Abpfiff.

Lange hatte sich der NSU-Coach im Vorfeld der Begegnung Gedanken über seine Startelf gemacht. Mit Daniel Schmelzle und David Gotovac fielen gegen Backnang zwei weitere Stützen aus, so dass Busch erneut zum Umstellen gezwungen war. So kam für Abwehrrecke Schmelzle NSU-Urgestein Enzo Romano in die erste Elf, für David Gotovac rückte Shpejtim Islamaj auf die defensive Außenbahn-Position zurück, den offensiven Part übernahm für ihn Serhat Ayvaz.

Die erste halbe Stunde des Flutlichtspiels war, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade allerbeste Samstagabend-Unterhaltung. Bezeichnend für die Qualität des Spieles bis dahin war ein völlig missglückter Eckball der Backnanger in der 18. Minute von Paul Weber. Die NSU brauchte für ihren ersten Torschuss bis zur 22. Minute, Volkan Demirs Versuch glich aber eher einem „Schüssle“. Immerhin NSU-Keeper Marcel Susser sorgte bei einem Kopfball kurz vor dem eigenen Strafraum für etwas Unterhaltung.

Gleiches galt aber auch für die 35. Minute - mit dem ersten sehenswerten Angriff der Begegnung ging die NSU in Führung. Zunächst verlagerte Serhat Ayvaz das Spielgeschehen geschickt von rechts auf die linke Seite, Maxi Geberts Hereingabe verlängerte Volkan Demir an den langen Pfosten, wo Mario Müller freistehend zum 1:0 vollendete. Ein feiner Spielzug sorgte für die wichtige Neckarsulmer Führung.

Auch wenn der Treffer, nicht unbedingt in der Luft gelegen hatte. er gab der NSU Sicherheit. Die Viererkette der Pichterich-Elf agierte über die kompletten 90 Minuten hoch konzentriert und hatten die beiden Backnanger Spitzen Julian Geldner und Engjell Hoti jederzeit im Griff. Ohne die beiden verletzten etatmäßigen Stürmer Mario Marinic und Daniel Lang taten sich die Backnanger sehr schwer Druck auf das Tor von NSU-Goalie Marcel Susser aufzubauen.

War die erste Hälfte dennoch recht ausgeglichen verlaufen, so war die NSU im zweiten Durchgang die stärkere Mannschaft mit den besseren Chancen. Beispielsweise in der 59. Minute, als eine Gebert-Flanke punktgenau auf dem Kopf von Ouadie Barini landete, der jedoch seinen Meister am stark reagierenden Backnanger Keeper Quattlender fand.

Weitere Möglichkeiten für die Gastgeber hatten in der 73. Minute Volkan Demir sowie kurz vor dem Abpfiff Alexander Albert, doch das Runde wollte einfach nicht mehr in das Backnanger Eckige. Ein 2:0 hätte die Nerven der NSU-Fans sicherlich geschont, so blieb es bis zum Schluß spannend. Die Gäste kamen allerdings auch im zweiten Durchgang nur zu einer Halbchance durch Hoti, dessen Volleyschuss aus 16 Metern Marcel Susser zu einer Parade zwang (77.). Ansonsten blieben die Offensivbemühungen der Gäste bis zum Abpfiff relativ überschaubar.

So stand am Ende zwar kein glanzvoller Sieg der Hausherren, aber dennoch ein insgesamt verdienter. Es ist kein schönes Adjektiv, aber solche Dreier werden gemeinhin als „dreckig“ bezeichnet. Und das sehen wir in Neckarsulm sogar durchaus als Kompliment, wurde doch in den letzten Monaten oftmals kritisiert, dass uns die Gabe zu solchen Siegen fehlen würde.
Und wie wichtig die drei Punkte  vor den nun kommenden schweren Gegnern wie Freiberg oder Villingen waren, konnte man der puren und ungetrübten Neckarsulmer Freude nach dem Abpfiff anschaulich entnehmen. Mit 17 Zählern aus zehn Begegnungen hat die NSU ein erfreuliches erstes Saisondrittel absolviert und rangiert aktuell auf dem 7. Platz in der Oberliga Baden Württemberg. So kann es gerne weitergehen.

NSU: Susser, Islamaj, Klotz, Enzo Romano (56. Marco Romano), Seybold, Schneckenberger, Müller, Ayvaz (78. Albert), Gebert (85. Hatzis), Barini (90. Reitz), Demir