28.10.18 - Diesmal war´s zu wenig: NSu verliert 2:4 in Villingen
 

Eigentlich war die Sache schon zur Pause durch. Als Fußball-Oberligist Neckarsulmer Sport-Union beim Meisterschaftskandidaten FC 08 Villingen zur Halbzeit mit 0:3 zurücklag, musste man sogar Schlimmeres um die Pichterich-Elf befürchten. Die NSU hatte sich fast naiv angestellt, sich von den Gastgebern mehrfach in deren Stadion auskontern lassen. Am Ende siegten die Villinger verdient mit 4:2 und der Neckarsulmer Coach Marcel Busch war bedient: „Das war heute ein sehr enttäuschender Auftritt von uns.“

 
 

In der 26. Minute nahm das Unheil für die NSU seinen Lauf. Zwei Direktpässe hintereinander reichten, damit Benedikt Haibt alleine auf Gästegoalie Marcel Susser zulief, sein Querpass verwertete Nico Tadic ins leere Tor. Die letzten fünf Minuten der ersten Hälfte sollten dann die spielentscheidenden werden. In Minute 41 markierte der starke Benedikt Haibt unter gütiger Neckarsulmer Mithilfe das 2:0, mit dem Pausenpfiff erzielte der Villinger Kapitän gegen eine völlig entblößte Gäste-Defensive gar das 3:0. Das war zu einfach für die Villinger, wie auch Marcel Busch erkannte: „Wenn Du mit einem 0:3-Rückstand in die Halbzeit gehst, hast Du in dieser starken Oberliga keine Chance mehr“, war der NSU-Coach beim Gang zum Pausentee frustriert.

Es sind weiterhin die Defensivprobleme, die man auf dem Pichterich einfach nicht in den Griff bekommt. Vermisst wird ein Akteur, der auch ohne Rücksicht auf Verluste die Murmel einfach einmal auf die Tribüne drischt. Das ist zwar nicht schön anzusehen, aber effektiv.

Der Drops war also nach 45 Minuten gelutscht, doch die NSU zeigte zumindest eine gute Moral und kam durch einen sehenswerten Fernschuss von Alexander Albert in der 49. Minute zum 1:3. Die zarten Neckarsulmer Hoffnungen auf ein Remis zerstörte in der 77. Minute jedoch 08-Stürmer Daniel Kaminski, dessen als Hereingabe gedachter Ball von einem Neckarsulmer Abwehrbein unglücklich ins eigene Tor abgefälscht wurde. Dieser Treffer passte zum gebrauchten Neckarsulmer Nachmittag. Der 2:4-Endstand in der Nachspielzeit nach energischem Einsatz von Serhat Ayvaz war im Endeffekt nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Der Sieg des FC Villingen war demnach also absolut verdient, der neue Tabellenführer ist in der Offensive fraglos glänzend besetzt und erspielte sich mit schnellen Kombinationen immer wieder gute Chancen. Das Team aus dem Schwarzwald darf durchaus als ernster Meisterschaftskandidat in der Oberliga angesehen werden. Für NSU-Trainer Marcel Busch war es dennoch nur ein schwacher Trost, gegen ein absolutes Top-Team verloren zu haben. „Wir haben in der ersten Halbzeit Vieles vermissen lassen. So kannst Du in der Oberliga einfach nicht bestehen“, monierte der Neckarsulmer Coach.

Natürlich war im Vorfeld der Begegnung im Neckarsulmer Lager klar, dass man in Villingen nicht unbedingt als Sieger den Platz verlassen wird, doch die Leistung der ersten Hälfte wird in der kommenden Woche sicherlich ernsthaftes Thema auf dem Pichterich sein Vor allem, weil am Samstag ein eminent wichtiges Heimspiel gegen den Vorletzten SV Spielberg ansteht. Bis dahin sollte sowohl vor allem die Defensivproblematik in den Griff bekommen werden.

NSU: Susser, Gotovac, M. Romano, Schmelzle, Klotz, Seybold (71. Hatzis), Müller 71. Kappes), Schneckenberger, Islamaj (80. Yazji), Ayvaz, Albert